Uddevalla

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Dieser Artikel behandelt den Ort Uddevalla; für die schwedische Gemeinde Uddevalla siehe Uddevalla (Gemeinde).
Uddevalla
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Uddevalla (Schweden)
Uddevalla
Uddevalla
Basisdaten
Staat: Schweden
Provinz (län): Västra Götalands län
Historische Provinz (landskap): Bohuslän
Gemeinde (kommun): Uddevalla
Koordinaten: 58° 21′ N, 11° 56′ O58.3511.933333333333Koordinaten: 58° 21′ N, 11° 56′ O
Einwohner: 31.212 (31. Dezember 2010)[1]
Fläche: 16,92 km²
Bevölkerungsdichte: 1.845 Einwohner je km²
Postleitzahl: 451 01 - 451 98

Uddevalla ist eine Stadt in der schwedischen Provinz Västra Götalands län und der historischen Provinz Bohuslän.

Die größte Stadt Bohusläns liegt an der Mündung des Flusses Bäveån in den Byfjord, etwa 85 km nördlich von Göteborg an der Europastraße E 06. Die Stadt ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Uddewalla um 1700; aus Suecia antiqua et hodierna.
Das Zentrum Uddevallas
Busbahnhof Kampenhof in Uddevalla
Der Bäveån in Uddevalla

Uddevalla, das damals im dänisch-norwegischen Königreich lag, bekam seine Stadtprivilegien vor 1498. Es war – auf Grund seiner geschützten Lage, jedoch nahe der Nordseeküste – eine wichtige Station im Grenzhandel zwischen Schweden und Norwegen. Andererseits war die Stadt durch die zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Schweden und Dänemark auch gefährdet. So wurde sie 1519, 1564, 1611 und 1644 durch dänische oder schwedische Truppen niedergebrannt.

Im Jahre 1658 fiel Uddevalla an Schweden. Im 18. Jahrhundert erlebte die Stadt einen Aufschwung als wichtiger Handelshafen für den Holz- und Eisenexport und als Fischereihafen. Durch die Eröffnung des Trollhättekanals verlor Uddevalla Anfang des 19. Jahrhunderts einen großen Teil seines Handelsvolumens, fiel 1806 einem umfassenden Stadtbrand zum Opfer und stagnierte.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort zu einer modernen Industriestadt mit vor allem Textil- und später Werftindustrie. Die Krise der Textilindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg und der Werftindustrie in den 1970er Jahren leitet aber eine neuerliche Rezession ein.

Von 1989 an war Uddevalla Standort eines Werks der Firma Volvo.

Stadtbild[Bearbeiten]

Im Stadtbrand von 1806 wurde beinahe die ganze Stadt zerstört. Von der Bebauung danach ist auch nicht viel erhalten, der größte Teil des Stadtzentrums stammt aus der Nachkriegszeit. Ältere Gebäude finden sich noch am Stadtrand.

Sport[Bearbeiten]

Im Osten von Uddevalla liegt eine weltbekannte Moto Cross-Strecke, die sich nicht zuletzt auch dadurch auszeichnet, dass sie integraler Bestandteil der Zertifizierung von Uddevalla nach den EMAS-Normen ist.

Zudem verfügt Uddevalla über das Sportstadion Rimnersvallen mit einer Kapazität von 12.000 Zuschauern.

Uddevalla als Volvo-Standort[Bearbeiten]

Das Werk, welches mit Beratung der Universität Göteborg und unter Beteiligung der Gewerkschaft geplant wurde, hatte zum Ziel den Arbeitern mehr Freiheiten bezüglich der Arbeitsorganisation zu geben und verbesserte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die Produktivität des Werks war im Vergleich zu anderen Produktionsstätten von Volvo höher, es wurde jedoch bereits 1993 geschlossen. Hierfür spielen verschiedene Gründe eine Rolle, unter anderem die damals in Schweden steigende Arbeitslosigkeit, so dass es nicht mehr notwendig war, attraktive Bedingungen für die Arbeiter herzurichten, sowie die schlechtere Umstellungsmöglichkeit auf automatisierte Produktionsverfahren. Ursächlich dafür war die Art der Produktionsweise im Werk von Uddevalla, in dem Arbeiter nicht in Arbeitsschritten von wenigen sondern von über 20 Minuten arbeiteten.[2]

Das Werk wird oft als außergewöhnliches Beispiel in Lehrbüchern verwendet, die sich mit betriebswirtschaftlicher Organisation und/oder Führung beschäftigen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uddevalla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tätorternas landareal, folkmängd och invånare beim Statistiska centralbyrån.
  2. André Gorz: Arbeit zwischen Misere und Utopie. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2000, ISBN 3-518-41017-2, Seiten 49-53