Vestmanna

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Die Vogelfelsen von Vestmanna. Briefmarke von 1991
Sumba (Färöer) Vágur Porkeri Hov (Färöer) Fámjin Tvøroyri Hvalba Skúvoy Hvalba Húsavík (Färöer) Skálavík Sandur (Färöer) Skopun Tórshavn Sørvágur Vágar Vestmanna Kvívík Sunda kommuna Eiði Runavík Runavík Runavík Nes (Eysturoy) Sjóvar kommuna Eysturkommuna Klaksvík Húsar Fuglafjørður Kunoy Klaksvík Hvannasund Viðareiði Fugloy
Lage

Vestmanna (dänisch: Vestmannahavn, deutsche Bedeutung: „Westmänner(hafen)“) ist neben Tórshavn die zweitgrößte Stadt auf Streymoy, der Hauptinsel der Färöer.

  • Einwohner: 1 206 (2011)
  • Postleitzahl: FO-350
  • Kommune: Vestmanna

Die gleichnamige färöische Kommune ist die siebtgrößte des Archipels.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Vestmanna deutet auf Siedler hin, die aus dem Westen kamen, also Westmänner. Vermutet wird ein Bezug auf die Iren, die zuerst auf den Färöern siedelten, oder spätestens diejenigen Wikinger, die bereits in Irland und Schottland siedelten und es dann in der zweiten Landnahmewelle Ende des 10. Jahrhunderts auf die Färöer zog.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Warten auf die Fähre - ein Bild aus vergangenen Tagen

Vestmanna liegt an der Westküste Streymoys und hat einen Seehafen, der als einer der optimalen Naturhäfen der Färöer angesehen wird. Wichtig war hier jahrzehntelang der Anleger der Autofähre nach Vágar (Foto).

Seit Dezember 2002 gibt es den Vágartunnel, der die Hauptinsel (und damit die Hauptstadt Tórshavn) von Leynar aus mit dem Flughafen auf Vágar verbindet. Die Fährverbindung wurde daher eingestellt.

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Aquakultur zur Aufzucht von Lachs vor Vestmanna

Bedeutsam wurde Vestmanna 1839, als der Königlich Dänische Monopolhandel hier eine Filiale eröffnete, die den Norden von Streymoy und Vágar bedienen sollte. Die Waren wurden damals mit Ruderbooten oder zu Fuß über die Bergpfade weitertransportiert.

1897 wurde hier die Werft errichtet, die in erster Linie die Fischkutter reparieren sollte, die damals in Großbritannien eingekauft wurden. Heute gehört diese Werft zur Tórshavner Werft.

Kraftwerk Fossaverkid

1950 wurde in Vestmanna das größte Wasserkraftwerk der Färöer gebaut. Hierzu wird das in den Bergen gestaute Wasser mit oberirdisch verlegten Rohren in die unten in Vestmanna befindlichen Turbinen befördert (Foto). Bis 1986 wurden 80 % der Wasserenergie der Färöer hier erzeugt.

Kraftwerk Heygaverkid

In Vestmanna gibt es insgesamt drei Kraftwerke mit vier Maschinen. Zwei Maschinen in Fossaverkid und je eine in Heygaverkid und Myraverkid. Die installierte Gesamtleistung beträgt etwa 13,7 MW.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Berühmt sind die Vogelfelsen Vestmannabjørgini nördlich von Vestmanna.

Von hier aus werden Bootstouren zu den gigantischen Klippen an der Nordwestküste Streymoys organisiert. Beste Zeit sind hierfür Juni und Juli, wenn Millionen Brutvögel die Färöer bevölkern.

Neben den Klippen finden sich an dieser Felsküste eine Vielzahl von natürlichen Grotten (Foto), in die auch hinein gefahren werden kann, wenn es der Wellengang zulässt. Kanska (vielleicht) wird dann aber alternativ eine Angeltour angeboten.

Von Vestmanna führt ein historischer Wanderweg über die Berge nach Saksun (18 km). Diese Tour ist anspruchsvoll und sollte sorgfältig vorbereitet werden. Die asphaltierte Straße nach Vestmanna führt westlich aus dem Ort heraus und endet nahe einem Seengebiet in der Wildnis.

In Vestmanna selbst wurden an der Mündung des Baches "Gjógvará" im Ortskern spärliche Reste von Gebäuden aus der Wikingerzeit entdeckt. Man sieht aber an der Stelle keine Ausgrabungen, es gibt auch keine Hinweistafel. Im Nordteil des Ortes wurde am gleichen Bach ein kleiner Park mit Spazierwegen und Bänken angelegt, in dem zur Begrenzung einiger Wege Walrippen verwendet wurden.

In einer weiteren kleinen Grünanlage im Süden der Stadt ist die 2,2 m hohe Bronzestatue "Útróðrarmaðurin" zu sehen, die 1961 von Janus Kamban, einem der bedeutendsten Künstler der Färöer, geschaffen wurde. Von ihm stammt auch das 1,2 x 1,4 m große Relief "Móðurmálið" aus Basalt an der Schule.

Mündung des Baches Gjógvará im Ortskern von Vestmanna.
Parkanlage in Vestmanna. In der Mitte am Weg rechts eine Walrippe als Wegbegrenzung.
Relief "Móðurmálið" von Janus Kamban an der Schule in Vestmanna.
Bronzestatue "Útróðrarmaðurin" (1961) von Janus Kamban.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vestmanna – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

62.156388888889-7.1663888888889Koordinaten: 62° 9′ N, 7° 10′ W