Sambandsflokkurin

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Vier Gründungsmitglieder 1906 (v.l.n.r.): Niclas Djurhuus aus Sumba, Jóhan C.F. Dam aus Kollafjørður, Jógvan Poulsen aus Strendur und Óli Niklái Skaalum aus Hvalba.

Sambandsflokkurin, kurz Samband (färöisch für Kontakt, Verbundenheit, Union), ist eine liberale und pro-dänische Partei der Färöer. Die deutsche Bezeichnung lautet Unionisten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Sambandsflokkurin ist die älteste färöische Partei. Ihre Gründung wurde am 18. August 1906 in der Wochenzeitung Dimmalætting bekannt gegeben.[1] Dimmalætting sollte bis in die 1990er Jahre das offizielle Parteiorgan bleiben. Zum ersten Vorsitzenden wurde Propst Fríðrikur Petersen gewählt.

Das Hauptanliegen von Samband, die staatsrechtliche Verbindung mit Dänemark zu bewahren, zog Liberale wie Konservative gleichermaßen an. Damit erreichte Samband zunächst eine absolute Mehrheit der färöischen Wähler, während der nur kurze Zeit später gegründete, auf eine färöische Autonomie abzielende Sjálvstýrisflokkurin in der Minderheit blieb. Zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg stellte sich ein Gleichgewicht der Kräfte ein. Später bildete sich ein stabiles Mehrparteiensystem mit dem Koordinatenkreuz links-rechts/unionistisch-separatistisch heraus. Der Stimmenanteil von Samband liegt seit 1945 zwischen 19 und 29 Prozent.

Bei der Volksabstimmung am 14. September 1946 empfahl Samband, die zur Abstimmung stehende Loslösung von Dänemark abzulehnen. Das unklare Ergebnis provozierte eine Verfassungskrise, die erst durch das Autonomiestatut von 1948 beendet werden konnte. Seitdem waren die Unionisten zusammen genommen 35 Jahre an der Regierung beteiligt, davon stellten sie über 20 Jahre den Ministerpräsidenten (Løgmaður).

Der Samband-Vorsitzende Kaj Leo Johannesen ist seit 2008 färöischer Regierungschef. Bei der Wahl 2011 konnte die Partei Stimmengewinne verbuchen und erhielt acht Sitze im Løgting.

Parteivorsitzende[Bearbeiten]

Ministerpräsidenten[Bearbeiten]

Abgeordnete im Løgting[Bearbeiten]

Nach der Wahl am 29. Oktober 2011 und nach Bildung der Regierung Johannesen II

Abgeordneter im Folketing[Bearbeiten]

Samband konnte häufig einen Sitz im dänischen Parlament erobern, bei jeder Wahl zwischen 1950 und 1964 sowie von 1977 bis 1984 einschließlich; in den Wahlen 1988, 1994, 2001, 2007 und 2011 waren die Unionisten ebenfalls erfolgreich.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte des Sambands Website der Partei (färöisch), abgerufen am 25. Dezember 2011
  2. Indenrigs- og sundhedsministeriet: Folketingsvalget den 8. Februar 2005, Kopenhagen 2006, S. 235. Publikation online abrufbar auf der Website des dänischen Gesundheitsministeriums