Wachowskis

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Andy Wachowski (links) und Lana Wachowski (rechts) (2012)

Die Wachowskis sind US-amerikanische Drehbuchautoren und Filmregisseure. Sie bestehen aus Lana Wachowski (* 21. Juni 1965, geboren als Laurence, zwischenzeitlich Larry) und Andy Wachowski (* 29. Dezember 1967, geboren als Andrew Paul). Weltbekannt wurden sie durch die Matrix-Trilogie.

Alternative Namen für das Duo sind die Eigenbezeichnung Wachowski Starship, sowie vor dem Coming-Out von Lana: die Wachowski-Brüder, und danach die Wachowski-Geschwister.

Leben[Bearbeiten]

Die Wachowski-Geschwister wurden in Chicago geboren und wuchsen dort zusammen mit zwei Schwestern im Stadtteil Beverly auf. Sie verließen beide vorzeitig die Schule, um im Showgeschäft zu arbeiten. Bevor sie dort Erfolg hatten, arbeiteten sie als Zimmerleute und zeichneten in ihrer Freizeit Comics.

Sie zeigten früh ein großes Interesse an japanischen Mangas und Animes und ließen sich von dem Anime Ghost in the Shell zu einem Drehbuch für den Film Matrix inspirieren. Später wurde der Film von Warner Bros. produziert; die Hauptrolle spielte Keanu Reeves, obwohl die Wachowski-Geschwister ursprünglich Will Smith für die Rolle des Neo vorgesehen hatten. Dieser hatte aber abgesagt, da er von dem Filmkonzept anfangs nicht überzeugt war und sich die Rolle selbst nicht zutraute[1]. In einem Interview von 2004 bekannte er froh darüber zu sein, da er das Konzept des Films erst später verstanden hätte und Keanu seine Sache im Film sehr gut gemacht habe.[2]

Seit ihrem Durchbruch mit der Matrix-Trilogie sind die unveröffentlichten Skripte aus dieser frühen Zeit bei Filmstudios begehrt. So wurden die Rechte an Carnivore, einem Horrorfilm über ein altes Haus, dessen Bewohner spurlos verschwinden, von Trimark erworben. Die Comic-Verfilmung V wie Vendetta kam 2006 in die Kinos. Autoren des Original-Comics waren hierbei nicht die Wachowski-Geschwister, sondern Alan Moore, Zeichner war hauptsächlich David Lloyd.

Die Geschwister erzählen nach eigenen Angaben gern mehrteilige Geschichten: „Weil wir mit Comics und der Tolkien-Trilogie aufgewachsen sind, ist es eines unserer Interessen, mehrteilige Filme in die Kinos zu bringen“, so Lana. Bruder Andy ergänzt, dass „Filme ziemlich langweilig und vorhersagbar sind. Wir wollen mit den Erwartungen ein Spiel treiben“.

Im Jahre 2008 verfilmten die Geschwister die Anime-Serie Speed Racer.

Ab 2009 arbeiteten beide zusammen mit Tom Tykwer an der Verfilmung des Buches Der Wolkenatlas (engl.: Cloud Atlas) von David Mitchell. Der Film Cloud Atlas hatte seine Premiere am 8. September 2012 auf dem Toronto International Film Festival.

Lana Wachowski[Bearbeiten]

Kurz nach der Veröffentlichung von Matrix Reloaded begann Lana Wachowski, bei kleinen öffentlichen Auftritten mit weiblichem Aussehen zu erscheinen. Seit März 2010 existiert in der Filmdatenbank IMDb kein Eintrag mehr unter dem männlichen Vornamen, stattdessen mit dem weiblichen Namen Lana Wachowski und den Anmerkungen „auch bekannt als: Larry Wachowski“, „auch bekannt als: The Wachowski Brothers“, „bürgerlicher Name: Laurence Wachowski“.[3] Im Juli 2012 bekannte sie sich in einem Promotionvideo für Cloud Atlas erstmals öffentlich als transsexuell.[4] Auch auf der Seite der Produktionsfirma erscheint sie nur noch als Lana.[5]

In einem Interview mit dem US-Magazin „The New Yorker“ erzählte die damals 49-Jährige Lana Wachowski, wie es dazu kam: Schon als Kind habe er (damals als Larry) nie gewusst, ob er sich zu den Jungen oder zu den Mädchen in die Reihe stellen sollte. Später litt er angeblich unter Angstzuständen und Depressionen. Im Jahr 2009 ließ Larry sich dann von seiner damaligen Ehefrau scheiden.[6]

Seitdem lebt Larry als Lana; 2012 folgte das endgültige Outing und die Hochzeit mit einer anderen Frau. Ob sie auch eine Geschlechtsumwandlung durchführen ließ, will die Regisseurin aber nicht verraten und sagte dazu im Interview: „Ich weiß, dass viele Menschen für die Information sterben würden, ob ich eine operativ erzeugte Vagina habe, aber diese Information möchte ich lieber für mich und meine Frau behalten.“[7] 2012 wurde Lana Wachowski mit dem HRC Visibility Award ausgezeichnet. [8]

Filmografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jochen Bohn: Glaubend existieren in der Matrix. Mit den Wachowski-Brüdern auf der Suche nach einer Theologie des Kaninchenbaus. In: Thomas Bohrmann, Werner Veith, Stephan Zöller (Hrsg.): Handbuch Theologie und Populärer Film. Band 1. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-72963-7, S. 243–256.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wachowski-Geschwister – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.toptenz.net/10-actors-who-passed-on-movie-roles.php
  2. http://www.matrix-architekt.de/kurioses/infos.shtml
  3. http://www.imdb.de/find?s=nm&q=Wachowski
  4. queer.de:Coming-out: Matrix-Regisseur ist eine Frau
  5. Produktionsfirma X Filme Creative Pool
  6. http://www.express.de/promi-show/als-larry-beruehmt-geworden--cloud-atlas--regisseurin-lana-wachowski-war-frueher-ein-mann,2186,20881950.html
  7. http://www.express.de/promi-show/als-larry-beruehmt-geworden--cloud-atlas--regisseurin-lana-wachowski-war-frueher-ein-mann,2186,20881950.html
  8. Lana Wachowski's HRC Visibility Award Acceptance Speech hollywoodreporter.com, abgerufen am 30. Januar 2013 (englisch)