V wie Vendetta (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel V wie Vendetta
Originaltitel V for Vendetta
V for vendetta.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 132 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 16[2]
Stab
Regie James McTeigue
Drehbuch Andy Wachowski
Lana Wachowski
Produktion Joel Silver
Grant Hill
Andy Wachowski
Lana Wachowski
Musik Dario Marianelli
Kamera Adrian Biddle
Schnitt Martin Walsh
Besetzung
Synchronisation

V wie Vendetta (Originaltitel V for Vendetta) aus dem Jahr 2006 ist eine Verfilmung des gleichnamigen Comics von Alan Moore und David Lloyd.

Der Film wurde von Joel Silver produziert, Regie führte James McTeigue, das Drehbuch stammt von den Wachowski-Geschwistern (Matrix). Der weltweite Filmstart war der 16. März 2006.

Der Film spielt im dystopischen, futuristischen London in den 2030ern und die Geschichte folgt V, einem maskierten Freiheitskämpfer, der im Kampf gegen den autoritären Staat gleichzeitig persönliche Rache verfolgt (ital. vendetta für Blutrache) und einen gesellschaftlichen sowie politischen Umsturz vorbereitet.

Handlung[Bearbeiten]

In einem totalitär geführten Großbritannien unter dem autokratischen Großkanzler Adam Sutler, dem Führer der faschistischen Nordfeuer-Partei, herrschen Unterdrückung von Dissidenten sowie eine komplette Kontrolle der Medien vor. Diese Form der Regierung konnte sich durchsetzen, da sie den verängstigten Bürgern Sicherheit versprach in einer Zeit, in der in den Vereinigten Staaten ein Bürgerkrieg herrschte und ein Virus etwa 80.000 Bürger tötete. Sutler versprach geordnete Zustände in Großbritannien und wurde dafür gewählt.

Ein unbekannter, maskierter Mann namens V widersetzt sich der Führung, indem er führende Mitglieder des Regimes tötet. Wie sich im Verlauf des Filmes herausstellt, ist er der einzige Überlebende eines früheren Zwangsexperiments an „abweichenden“ Teilen der Bevölkerung zur Erforschung einer Viruskultur. Diese wurde zur Machtübernahme der Führungsriege letztendlich gegen die Bevölkerung eingesetzt. Unter den Opfern Vs, der eine Guy-Fawkes-Maske trägt und in seiner Sprache motivisch die Pulververschwörung nutzt, um seine Rache an der Führungsriege zu unterstreichen, befinden sich vornehmlich die Leiter der Gefangenenanstalt, in der die Experimente durchgeführt wurden, und die mittlerweile allesamt hohe Posten bekleiden bzw. Teile der Führung sind.

Bei einer seiner Aktionen rettet V die junge Evey vor einer Vergewaltigung durch Agenten der Regierung. V nimmt sie mit sich in sein Versteck, wo sie seine Sammlung von kulturellen Gegenständen, die von der Zensurbehörde verboten wurden, bestaunt. V hat durch Übernahme der Medien am 5. November (dem Tag der Pulververschwörung) die unterdrückte, aber noch verblendete Bevölkerung zu einem Aufstand am 5. November des nächsten Jahres aufgerufen. Durch seine Aktionen begünstigt er die Aufklärung der Bevölkerung über die Hintergründe der Landesführung, so dass der Aufstand zum Ende des Filmes tatsächlich stattfindet. Evey, die V zunächst verlassen hatte, wird von ihm in sein Versteck zurückgeholt, welches er jedoch als Folter-Gefängnis inszeniert. V lässt sie in dem Glauben, sie sei Gefangene der Regierung, foltert sie sogar, bis Evey über sich hinauswächst und keine Angst mehr um ihre eigene Existenz hat. Evey erkennt, dass V ihr gegenüber einen besonderen Beschützerinstinkt entwickelt hat.

V bietet dem ranghohen Politiker Creedy einen Deal an, woraufhin dieser Kanzler Sutler an ihn ausliefert. Bei der Auslieferung kommen jedoch beide um, und V wird schwer verwundet. Er kann sich zum Treffen mit Evey zurückschleppen und stirbt in ihren Armen. Sie leitet daraufhin die symbolträchtige Sprengung der Houses of Parliament ein, was vor den Augen einer großen, dem Aufstandsaufruf gefolgten Masse der Bevölkerung in Guy-Fawkes-Verkleidung geschieht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Produktion und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Viele der Beteiligten an V wie Vendetta arbeiteten bereits bei der Matrix-Trilogie zusammen. 1988 sicherte sich der Matrix-Produzent Joel Silver die Rechte an zwei Alan-Moore-Verfilmungen: V wie Vendetta und Watchmen. Die Wachowski-Geschwister hatten bereits Mitte der 1990er ein Drehbuch für eine Verfilmung geschrieben. Während der Produktion von Matrix Reloaded und Matrix Revolutions überarbeiteten sie dieses und legten sich auf James McTeigue als Regisseur fest.

Die Dreharbeiten begannen am 7. März 2005 in den Filmstudios Babelsberg in Potsdam.[3] Weitere Dreharbeiten fanden in der 1994 stillgelegten U-Bahn-Station Aldwych sowie am Palace of Westminster und am Big Ben statt.[4] An den letzten beiden Drehorten durfte ausschließlich zwischen Mitternacht und 4.30 Uhr in der Nacht gedreht werden, wobei der Straßenverkehr maximal für vier Minuten stillgelegt werden durfte.[4] Die Dreharbeiten sollten bis zum 8. Juni 2005 abgeschlossen werden, jedoch konnte dies aus produktionstechnischen Gründen nicht verwirklicht werden.[3] So wurde der weltweite Filmstart vom 5. November 2005, dem Guy-Fawkes-Tag, auf den 16. März 2006 verlegt, darunter auch der Filmstart in Deutschland und der Schweiz.[5] In Österreich sowie dem Vereinigten Königreich war der Film einen Tag später zu sehen.[5] Vorab war der Film bereits am 11. Dezember 2005 in USA beim Austin Butt-Numb-A-Thon sowie bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin zu sehen.[5] Das Budget des Films wurde auf 54 Millionen US-Dollar geschätzt.[3] Am Eröffnungswochenende spielte der Film in den USA über 25,6 Millionen US-Dollar ein, im Vereinigten Königreich waren es knapp 1,2 Millionen Pfund Sterling.[3] Die Gesamteinnahmen in den USA beliefen sich auf mehr als 70,5 Millionen US-Dollar, während im Vereinigten Königreich über 3,3 Millionen Pfund Sterling eingespielt wurden.[3] Die weltweiten Einnahmen beliefen sich auf über 131,4 Millionen US-Dollar.[3] An den deutschen Kinokassen wurden knapp 236.000 Zuschauer gezählt.[3] In Deutschland wurde der Film am 9. März 2007 von Warner Home Video auf DVD mit einer FSK-16-Freigabe veröffentlicht.

Natalie Portman wurde bei der Besetzung der Rolle der Evey der Vorzug vor Keira Knightley, Scarlett Johansson und Bryce Dallas Howard gegeben.[4] James Purefoy war der ursprüngliche Darsteller des maskierten Rächers, er stieg aber wegen künstlerischer Differenzen aus den bereits laufenden Dreharbeiten aus und wurde durch Hugo Weaving ersetzt. Die bereits mit Purefoy gedrehten Szenen wurden von Weaving nachsynchronisiert. Purefoy wollte nicht im gesamten Film die Maske tragen, während dies für die Wachowski-Geschwister ein entscheidender Punkt des Films war.[6]

Der Film ist Adrian Biddle gewidmet, der am 7. Dezember 2005 an einem Herzinfarkt verstarb.[4]

Abweichungen vom Comic[Bearbeiten]

Während der Comic in den 1990ern spielt, findet die Handlung des Films zwischen den Jahren 2028 und 2038 statt. Viele Personen wurden grundlegend geändert. Finch kommt nicht durch einen LSD-Trip auf Vs Spur. Evey schlüpft nicht in Vs Rolle und versucht nicht durch Prostitution Geld zu verdienen. Der Führer Adam Sutler wird – anders als im Comic – nicht als nachdenklicher und asketischer Ordnungshüter gezeichnet, sondern von Anfang an zum größenwahnsinnigen Schurken stilisiert. Im Film werden Guy-Fawkes-Masken an die Bevölkerung verteilt, was im Comic nicht der Fall ist. Hier wird das Überleben der Ideen Vs dadurch gezeigt, dass Evey nach seinem Tod in seine Rolle schlüpft und sich öffentlich zeigt. Im Film wird V beim Ausbruch schwer von Feuer verbrannt und verunstaltet, während es im Comic möglich ist, dass er wie jeder normale Bürger aussieht. Auch die Liebesbeziehung zwischen Evey und V kommt so nicht in der Vorlage vor.

Filmmusik[Bearbeiten]

Die Filmmusik stammt vom italienischen Komponisten Dario Marianelli und enthält zu den eigens für den Film komponierten Stücken die Titel Cry Me A River von Arthur Hamilton, I Found A Reason von Cat Power, Bird Gerhl von Antony and the Johnsons und Long Black Train von Richard Hawley. Die Filmmusik wurde am 21. März 2006 bei Astralwerks veröffentlicht.

Während der Sprengungen des Old Bailey und des Westminster-Palastes ertönt ein klassisches Musikstück. Es handelt sich dabei um Auszüge der Ouvertüre 1812 von Tschaikowski.[4] Dieses Element der Filmmusik ist auf der Originalfilmmusik im Stück mit dem Titel Knives And Bullets (And Cannons Too) zu finden, welches mit Marianellis Partitur beginnt und mit einem Auszug der Ouvertüre 1812 endet. Als V mit Creedy verhandelt, wird Ludwig van Beethovens 5. Symphonie eingespielt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutschsprachige Synchronfassung des Films wurde von RC Production Rasema Cibic in Berlin nach dem Dialogbuch von Marius Clarén unter der Dialogregie von Tobias Meister angefertigt.[7]

Rolle Darsteller Deutscher Sprecher[7]
V/William Rockwood Hugo Weaving Oliver Stritzel
Evey Natalie Portman Manja Doering
Finch Stephen Rea Reinhard Kuhnert
Creedy Tim Pigott-Smith Christian Rode
Deitrich Stephen Fry Hubertus Bengsch
Adam Sutler John Hurt Jürgen Thormann
Dominic Rupert Graves Tom Vogt
Dascomb Ben Miles David Nathan
Delia Surridge Sinéad Cusack Kerstin Sanders-Dornseif
Bischof Lilliman John Standing Friedhelm Ptok
Denis Martin Savage Stefan Krause
erster Fingermann mit Tweed-Mantel Ian Burfield Wolfgang Condrus
Etheridge Eddie Marsan Lutz Schnell
Fred Andy Rashleigh Roland Hemmo
Jones Joseph Rye Hans Hohlbein
Lewis Prothero Roger Allam Hans-Werner Bussinger
Patricia Cosima Shaw Andrea Großmann
Valerie Natasha Wightman Claudia Urbschat-Mingues
Wilson Malcolm Sinclair K. Dieter Klebsch

Hugo Weaving, der die Rolle des V übernahm, musste in der englischsprachigen Originalfassung sämtliche Dialoge nachträglich einsprechen, weil jeder Versuch der Integration eines Mikrofons in der Maske fehlschlug.[4]

Rezeption[Bearbeiten]

Die Redaktion der Berliner Zeitung urteilte: „Die Wachowski-Brüder und ihr Regisseur James McTeigue haben aus dem Comic eine wunderbar düsterbunte Anarcho-Fantasie gemacht, an der Malcolm McLaren seine Freude haben wird. Auch wenn über Orwelliaden wie diese die Zeit hinweggegangen ist: in seiner Detailtreue und dialektischen Klugheit ist V WIE VENDETTA die beste Comic-Verfilmung seit langem.“[8]

Nach Urteil von Cinema sei V wie Vendetta eine „werkgetreue Verfilmung von Alan Moores Kultcomic, die gelegentliche Geschwätzigkeit durch Stilsicherheit und Radikalität kompensiert“.[9]

Das Lexikon des Internationalen Films konstatierte, V wie Vendetta sei eine „optisch wie inszenatorisch effektsichere Verfilmung eines populären Comic Strips, die in der Rechtfertigung des terroristischen Befreiungskampfs freilich nicht gerade subtile Töne anschlägt“.[10]

Das Urteil von Filmstarts lautet: „Aus einem mittelmäßigen Drehbuch machen alle Beteiligten (und zu denen gehört immerhin ein Teil der britischen Schauspielerelite, die sich für Nebenrollen hier nicht zu schade ist) noch das Beste. Ein echter Blockbuster wird »V wie Vendetta« vielleicht nicht werden, aber als Comicverfilmung macht der Streifen eine solide Figur.“[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film, die Darsteller sowie die Filmcrew wurden mit diversen Filmpreisen ausgezeichnet und erhielten darüber hinaus zahlreiche weitere Nominierungen.[12]

Beim Brothers Manaki International Film Festival wurde Adrian Biddle 2006 mit dem Special Award ausgezeichnet.[12]

Natalie Portman wurde 2006 mit einem SFX Award als beste Schauspielerin ausgezeichnet.[12] 2007 erhielt sie einen Saturn Award in derselben Kategorie.[12] Der Film wurde für einen Saturn Award als bester Science-Fiction-Film nominiert, während Lana Wachowski und Andy Wachowski für das beste Drehbuch und Sammy Sheldon für das beste Kostüm nominiert wurde, der für die Kostümarbeiten lediglich fünf Wochen Vorbereitungszeit hatte.[12][4]

Bei den San Diego Film Critics Society Awards wurde Owen Paterson in der Kategorie Best Production Design ausgezeichnet.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 73 kB) der FSK
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. a b c d e f g Internet Movie Database: Budget und Einspielergebnisse
  4. a b c d e f g h Internet Movie Database: Hintergrundinformationen
  5. a b c Internet Movie Database: Starttermine
  6. James Purefoy Quit 'V For Vendetta' Because He Hated Wearing The Mask 24. Februar 2006. Abgerufen am 9. Juli 2012
  7. a b V wie Vendetta in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 25. Februar 2012.
  8. Berliner Zeitung: Filmkritik
  9. Cinema: Filmkritik
  10. V wie Vendetta im Lexikon des Internationalen Films
  11. Filmstarts: Filmkritik
  12. a b c d e Internet Movie Database: Nominierungen und Auszeichnungen