Grafschaft Sonnenberg
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Die Grafschaft Sonnenberg mit dem Hauptort Nüziders reichte von der Letze bei Feldkirch mit Unterbrechung bis zum Arlberg und umfasste das Brandnertal, den Walgau, das Gamperdonatal, das linke Ufer der Ill von Stallur bis Frastanz, das Klostertal und den Tannberg. Das Gebiet liegt heute im österreichischen Bundesland Vorarlberg.
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[Bearbeiten] Geschichte
Urkundlich werden die Herren von Sonnenberg erstmals 1242 erwähnt.
Truchsess Eberhard I. aus dem Haus Waldburg, Bruder von Jakob, Georg I. und Ursula, Sohn des Johann von Waldburg, erwarb am 19. Juli 1455 von seinem späteren Schwiegersohn, dem Jörg (Georg) Graf von Werdenberg-Sargans (ca. 1427–1504) und dessen Bruder Wilhelm, aus der Dynastie der Montforts, die Feste und Herrschaft Sonnenberg, die von Feldkirch bis zum Arlberg reichte, um 15.000 Gulden. Die daran anstoßende Herrschaft Bludenz mit dem Montafoner Tal hatte er bereits als Pfand inne.
Kaiser Friedrich III. erhob am 11. August 1463 die Herrschaft Sonnenberg zur Grafschaft und die Familie Eberhards I. und deren Nachkommen zu regierenden Reichsgrafen.
Nach langen Kämpfen, bei denen die Burg Sonnenberg zerstört wurde, verkaufte Graf Eberhard I. per Vertrag vom 31. August 1474 die Grafschaft Sonnenberg um 34.000 Gulden an Herzog Siegmund von Österreich. Das letzte Geld aus diesem Verkauf erhielt erst viele Jahre später sein Erbe, Georg III. von Waldburg-Zeil, der in erster Ehe mit der Teilerbin Apollonia, Tochter des Johann von Sonnenberg, verheiratet war. Ihm fiel das Sonnenbergische Herrschaftsvermögen 1511 nach der Ermordung des Grafen Andreas zu.
Wilhelm von Waldburg-Trauchburg (1504–1557) war verheiratet mit der Teilerbin Sibylla, Tochter von Andreas. Er verkaufte die Burg Ortenstein 1521 an Ludwig Tschudi von Glarus.
[Bearbeiten] Burg Sonnenberg
→ Hauptartikel: Burgruine Sonnenberg
Als Eberhards Sohn, Andreas von Sonnenberg, 1472 einen Bludenzer Bürger und Untertanen des Herzogs Sigmund von Tirol schwer verletzte, kam es zu einem Konflikt, den der Herzog nutzte, indem er die Burg Sonnenberg durch Feldkircher Söldner unter Burkhard von Knöringen nach dreitägiger Belagerung 1473 erobern und zerstören ließ.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen zeigt eine goldene Sonne in Blau – über einem schwarzem Dreiberg.
[Bearbeiten] Stammliste der Grafen von Sonnenberg
- Johann II. Truchsess von Waldburg zu Trauchburg († 1424), vermählt in erster Ehe mit Ursula von Abensberg, in zweiter Ehe mit Elisabeth von Montfort (1399)
- Jakob I. Der Goldene Ritter, Truchsess von Waldburg-Trauchburg († 1460), vermählt in erster Ehe mit Magdalena von Hohenberg, in zweiter Ehe mit Markgräfin Ursula von Baden-Hochberg
- Eberhard I. von Waldburg-Sonnenberg (1424–1479), 1. Reichsgraf ab 1463, vermählt mit Kunigunde von Montfort-Tettnang
- Georg I. Truchsess von Waldburg-Zeil († 1467), vermählt mit Eva Freiin von Birckenbach
- Ursula, vermählt mit Ulrich von Starkenberg
- Eberhard II. († 1483), 2. Reichsgraf ab 1479, vermählt mit Anna von Fürstenberg
- Johann von Sonnenberg zu Wolfegg (um 1470–1510), 3. Reichsgraf ab 1483, vermählt mit Johanna Gräfin von Salm
- Andreas, († 1511, ermordet durch Graf Felix von Werdenberg), 4. Reichsgraf ab 1510, vermählt mit Margareta von Starhemberg
- Linie im männliche Stamm erloschen
- Sibylla, Erbtochter (siehe unten)
- Otto, Bischof von Konstanz († 1491)
- Barbara, vermählt mit Jörg (Georg) Graf von Werdenberg-Sargans (Montfort)
[Bearbeiten] Titel des Grafen von Sonnenberg nach dem Erlöschen der Sonnenberger
Erben des Sonnenbergvermögens:
- Georg III., genannt Bauernjörg (1488–1531), Truchsess von Waldburg-Zeil (1488–1531), Urenkel von Georg I. von Waldburg, verheiratet in erster Ehe mit Apollonia von Waldburg-Sonnenberg, Tochter von Johann, in zweiter Ehe mit Gräfin Maria zu Oettingen-Flochberg (1498–1555)
- Sibylla, Tochter von Andreas, vermählte sich mit Wilhelm Waldburg-Trauchburg (1469–1557), Bruder des Vorgenannten
Der Titel und das Wappen der Grafen Sonnenberg sind bis heute Bestandteil der Titel und Wappen aller Mitglieder des Hauses Waldburg, Reichsgrafen waren sie bis 1803.
Nach 1806, als der Titel des Reichsgrafen hinfällig wurde, führten die Habsburger den Titel Graf von Sonnenberg bis 1918, als solcher findet er sich auch im Großen Titel des Kaisers von Österreich ebenso, wie die goldene Sonne in Blau im Wappen der Habsburger, des Kaisertums Österreich und der Österreichischen Länder Österreich-Ungarns.
[Bearbeiten] Literatur
- Rudolf Beck: Die waldburgischen Besitzungen in Vorarlberg und in der Ostschweiz. 16. Juni 1994
- Nüziders. Bischofssitz im Zentrum der Macht. Burg Sonnenbergs Anfang und Ende. In: Vorarlberger Nachrichten, 10./11. April 2004, Seite A9, Serie Burgen und Ruinen
- Hermann Sander: Die Erwerbung der vorarlbergischen Grafschaft Sonnenberg durch Österreich. Innsbruck, Verlag der Wagner'schen Universitäts-Buchhandlung 1888, 81 Seiten (Ariv Hohenems H 193)
- Lic. F. Perret: Georg, der letzte Graf von Sargans. Separatabdruck aus der Sarganserländischen Volkszeitung, Bad Ragaz (Ariv Hohenems)

