Bludenz

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Bludenz
Wappen von Bludenz
Bludenz (Österreich)
Bludenz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 29,94 km²
Koordinaten: 47° 9′ N, 9° 49′ O47.1533333333339.8219444444444587Koordinaten: 47° 9′ 12″ N, 9° 49′ 19″ O
Höhe: 587 m ü. A.
Einwohner: 13.858 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 463 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6700
Vorwahl: 05552
Gemeindekennziffer: 8 01 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Werdenbergerstraße 42
6700 Bludenz
Website: www.bludenz.at
Politik
Bürgermeister: Josef Katzenmayer (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(33 Mitglieder)
17 ÖVP, 9 SPÖ,
4 Offene Liste Bludenz, 3 FPÖ
Lage der Stadt Bludenz im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Bludenz im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf den Talkessel von Bludenz (von Südwesten)
Blick auf den Talkessel von Bludenz (von Südwesten)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Bludenz (standarddeutsche Aussprache: ['blu:dents], lokales Vorarlbergerisch: ['bludats]) ist eine Stadt im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die Stadt ist Bezirkshauptstadt des Bezirks Bludenz und mit 13.858 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) die sechstgrößte Gemeinde in Vorarlberg.

Geografie[Bearbeiten]

Bludenz ist die Bezirkshauptstadt des Bezirks Bludenz und liegt auf 570 Meter Höhe, terrassenförmig über dem Talboden der Ill und dem Schuttfächer des Galgentobelbaches angelegt.

Die Stadt liegt am Schnittpunkt der Täler Walgau, Brandnertal (Rätikon), Montafon (Silvretta), Klostertal (Arlberg) und (etwas weiter Ill-abwärts) Großes Walsertal. 48,5 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet.

Nachbargemeinden von Bludenz sind Nüziders, Raggal, Innerbraz, Bartholomäberg, St. Anton im Montafon, Lorüns, Stallehr und Bürs.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtteile von Bludenz sind:

  • Altstadt
  • Ausserbraz
  • Beim Kreuz
  • Bings (wird in Ober- und Unterbings unterteilt)
  • Brunnenfeld (mit Kloster St. Peter)
  • Gasünd
  • Grubs
  • Halde
  • Mokry
  • Obdorf
  • Radin (wird in Ober- und Unterradin unterteilt)
  • Rungelin (Runggelin)
  • Unterfeld
  • Sankt Leonhard
  • Südtiroler Siedlung

Geschichte[Bearbeiten]

Frühzeit[Bearbeiten]

Die Funde am Montikel (Stadthügel) machen Bludenz zu einem bedeutenden archäologischen Ort Westösterreichs. Der steil abfallende Fels trug eine bronzezeitliche Höhensiedlung, die bis ans Ende der La-Tène-Zeit besiedelt blieb. In der Flur „Unter dem Stein“ (heute Untersteinstraße) am Südfuß des Montikels wurden seit 1830 bis 1935 bei Aushubarbeiten Waffen und Gerätschaften aus Eisen sowie Schmuckgegenstände aus Bronze gefunden. In einem 1900 freigelegten Brandschutthorizont waren tierische und menschliche Knochen eingebettet. Keramikreste, Waffen (Speerspitzen, Lanzenschuhe, Hellebardenäxte, Schwertbruchstücke, Schwertscheiden und ein Helmfragment), Gerätschaften (Messer, Sicheln, Schlüssel, Ringe, Wagenbeschläge, Trensen, ein Dechsel und eine Herdschaufel), Schmuck (Fibeln, Nadeln, Armreifen und Gürtelzubehör) sind dem keltischen oder inneralpin-rätischen Typus zuzuordnen. Der Zeitraum wird vom 5. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. angenommen und aus heutiger Sicht als Deponierungen einer Opferstätte gesehen. Das meiste Fundmaterial ist nicht erhalten und nur mehr aus früheren Aufzeichnungen rekonstruierbar.[1]

Bludenz ab 830[Bearbeiten]

Die Ortschaft Bludenz selbst wurde erstmals im Jahre 830 im sogenannten „Churrätischen Reichsurbar“ unter den nebeneinander verwendeten Namensversionen „Pludono“ und „Pluteno“ urkundlich genannt. Im karolingischen Güterverzeichnis taucht 842 die Nennung der Siedlung als „Pludeno“ auf. Die Namen sind vermutlich vorrömischen Ursprungs und leiten sich vom indogermanischen Wurzelbegriff „pleud“ ab, was etwa mit „fließen“ übersetzt werden kann.[2]

Von 1098 bis 1629 trat die Pest neunzehn Mal in Bludenz auf – besonders viele Opfer forderte sie 1143 und 1591.

1265 erfolgte die Gründung der Stadt Bludenz durch die Werdenberger, das Stadtrecht verlieh Hugo I. von Werdenberg 1274.

Herzog Friedrich IV. (mit der leeren Tasche) floh nach seiner Ächtung auf dem Konzil von Konstanz über den Arlberg nach Tirol. Dabei verbrachte er den 30. März 1416 in Bludenz (Erinnerung in Sagen an seine Bitte um Einlass am Oberen Tor).

Bludenz um 1643 (Kupferstich von Merian)

1420 kam die damalige Grafschaft Bludenz an Österreich. 1525 scheiterte die Reformation in Bludenz. Die Habsburger regierten Bludenz wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.

1444 und erneut 1491 brannte die Stadt mitsamt der Tore, der Burg (später Barockschloss) und der St. Laurentiuskirche nieder. Am 1. November 1638 zerstörte wieder ein Brand nahezu die ganze Stadt; von den Flammen verschont blieb lediglich das Obere Tor mit zwei Nachbarhäusern sowie Kirche und Schloss. 1682 zerstörte ein weiterer Brand einen Großteil der aus Holz gebauten Häuser in der Stadt.[3]

Im Oktober 1730 erwarb der Tiroler Reichsfreiherr Franz Andreas von Sternbach, der als Bergbauunternehmer zu großem Reichtum gelangt war, die vereinigte Pfandherrschaft Bludenz-Sonnenberg.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Von 1806 bis 1814 gehörte die Stadt zu Bayern, danach wieder zu Österreich.

Beim Übergang an Bayern 1806 kam Bludenz zum Landgericht Sonnenberg, dessen Sitz bis 1810 Nüziders und danach die Stadt bildete. Nach der Rückkehr Vorarlbergs in den österreichischen Staatsverband 1814 wurde den Herren von Sternbach die hohe Gerichtsbarkeit nicht mehr zugestanden. 1854 löste man den restlichen Lehensbesitz ab – das Schloss Gayenhofen aber blieb bis 1936 ihr Privatbesitz.

Südtiroler-Siedlung

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde Bludenz zur Kreisstadt im Reichsgau Tirol-Vorarlberg. Kreisleiter waren Hans Bernard und Wernfried Richter. Das Hitler-Mussolini-Abkommen im Jahr 1939 bewirkte die Errichtung der Südtiroler-Siedlung.[4]

Der Turm der Heilig-Kreuz-Kirche diente ab 1943 als Flugbeobachtungsstelle und auf dem Muttersberg wurde eine Flugwache installiert. Beim Bürser Umspannwerk sowie am Bludenzer Bahnhof wurden 1943/1944 Fliegerabwehrgeschütze stationiert und im Unterstein sowie in der Mokry jeweils ein Luftschutzstollen errichtet.[3]

Bludenz wurde im Mai 1945 durch französische Truppen von der NS-Diktatur befreit und war in der Folge von 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich. Im Bezirk Bludenz (Lager Rungelin und Bings) befanden sich im Juni 1946 noch 182 politische Häftlinge. Einige Insassen des Lagers Rungelin sollen im Letziwald oberhalb von Lorüns den so genannten „politischen Weg“ angelegt sowie Forstarbeiten vorgenommen haben.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Ende 2002 lag der Ausländeranteil bei 16,9 Prozent. Mit den angrenzenden Gemeinden, insbesondere Nüziders und Bürs, bildet Bludenz ein einheitliches Siedlungs- und Wirtschaftsgebiet mit rund 25.000 Einwohnern.

Politik[Bearbeiten]

Die Innenstadt von Bludenz

Der Gemeinderat besteht aus 33 Mitgliedern und setzt sich nach der Wahl 2010 wie folgt zusammen: ÖVP 17 Sitze, SPÖ neun Sitze, Offene Bürgerliste vier Sitze, FPÖ drei Sitze. Gegenüber der Gemeinderatswahl 2005 verlor die SPÖ zwei Mandate, die FPÖ gewann zwei.
Bürgermeister ist Josef „Mandi“ Katzenmayer, Vizebürgermeisterin Carina Gebhart (beide ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Im silbernen Schild ein schwarzes steigendes Einhorn. Auf dem Schild ruht eine silberne Mauerkrone mit fünf sichtbaren Zinnen.

Symbolik: Das althergebrachte Wappen wurde der Stadt Bludenz von der Vorarlberger Landesregierung am 8. Februar 1929 zugesprochen. Das Einhorn verkörpert ein uraltes Symbol der ungebändigten Kraft, ausdauernder Stärke sowie jungfräulicher Reinheit.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Blick auf Bludenz von Nordwesten: Hl. Kreuz Kirche, Schloss Gayenhofen und Laurentiuskirche (von links)

2003 gab es am Ort 260 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 3.863 Beschäftigten und 282 Lehrlingen. Insgesamt wurden 6.345 lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gezählt.

Die größten Firmen in Bludenz sind die Brauerei Fohrenburg (gehört seit 1998 zur Firma Rauch Fruchtsäfte), Getzner Textil (gegründet von Christian Getzner) sowie die Schokoladenfabrik Suchard. Die Schokoladenfabrik begann ihre Produktion in Bludenz 1888 als Tochterfabrik des Schweizer Stammhauses von Philipp Suchard.[6] Heute ist sie Teil des amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods. Alljährlich wird in der Innenstadt das "Milka Schokofest", eine speziell auf Kinder abzielende Werbeveranstaltung abgehalten, wodurch die Stadt bei vielen Menschen als „Milka-Stadt“ bekannt geworden ist.

Der Bludenzer Einzelhandel sieht sich durch die zwei an der Bludenzer Stadtgrenze auf Bürser Gemeindegebiet erbaute Einkaufszentren stark unter Druck. Heftige politische Auseinandersetzung gab es um das neu erbaute Hallenbad „Valblu“ und das Krankenhaus, sowie um ein Einkaufszentrum, das im alten Kronenhaus in der Bludenzer Altstadt errichtet wurde.[7]

Bildung[Bearbeiten]

In Bludenz gibt es sieben Kindergärten. Am Ort gab es im Januar 2003 5.064 Schüler, davon 844 an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS; Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Bludenz) und 2.875 an berufsbildenden höheren Schulen (Bundeshandelsakademie, Tourismusschulen).

Kultur[Bearbeiten]

Remise Bludenz[Bearbeiten]

Ein Kulturzentrum von Bludenz ist die Remise Bludenz. Auf dem Programm stehen das ganze Jahr hindurch Konzerte von Alter Musik über Weltmusik bis hin zu Jazz, Kabarett, Theater, Lesungen und Ausstellungen.

Verkehr[Bearbeiten]

Bludenz ist mit seiner Lage im Walgau und am Eingang der drei Täler Klostertal, Montafon und Brandnertal ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Süden Vorarlbergs. Insbesondere die Ost-West-Verbindung durch den Walgau und das Klostertal ins Nachbarland Tirol mittels Bahnstrecke und Schnellstraße ist für die Entwicklung von Bludenz als Verkehrsknotenpunkt bedeutsam.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Ansicht des Empfangsgebäudes (2008)

Der 1872 eröffnete Bahnhof Bludenz ist heute ein Trennungsbahnhof an der Vorarlbergbahn, der Arlbergbahn und der Bahnstrecke Bludenz–Schruns (letztere betrieben durch die Montafonerbahn). Als Anfangspunkt der Westrampe der Arlbergbahn hat Bludenz besondere Bedeutung und ist dadurch zu einer „Eisenbahnerstadt“ geworden.

Auto[Bearbeiten]

Bludenz ist Endpunkt der Rheintal-Walgauautobahn A 14, die hier in die Arlberg Schnellstraße S 16 übergeht. Im Gemeindegebiet der Stadt befinden sich vier Autobahnanschlussstellen, nämlich Bludenz / Nüziders, Brandnertal, Bludenz / Bürs sowie Bludenz-Ost / Montafon. Zusätzlich existiert noch eine Anschlussstelle im Bereich der S 16, nämlich Bings. Teile der Altstadt sind als Fußgängerzone eingerichtet.

Bus[Bearbeiten]

Der Öffentliche Verkehr besteht aus drei Stadtbuslinien, welche die Ortsteile Südtiroler Siedlung, Rungelin und Brunnenfeld im Halbstundentakt mit dem Bahnhof verbinden. Weiters führen noch Landbuslinien des Verkehrsverbundes Vorarlberg des in die fünf umgebenden Täler.

Seilbahn[Bearbeiten]

Vom Ortsteil Obdorf führt die Muttersbergseilbahn auf den Bludenzer Hausberg Muttersberg, der auf dem Gemeindegebiet von Nüziders liegt. Die Seilbahn wurde vor wenigen Jahren erneuert und ausgebaut.

Sport & Freizeit[Bearbeiten]

Sparkassenarena
1926 wurde hier der erste Fußballplatz im Gemeindegebiet Bludenz unter dem Namen „Fohrenburgstadion“ eröffnet, 1973 erfolgte der Spatenstich für den Stadionbau. Seit 2007 heißt das Stadion „Sparkassenarena“.
Erlebnisbad Valblu
1879 überliess der Fabrikant Johann Gassner der Stadt den ursprünglich als „Feuerweiher“ (Wasserreservoir für die 1869 gegründete Freiwillige Feuerwehr Bludenz) angelegten Teich und die damit verbundene Badeanstalt in der Halde. 1967 wurde das neu errichtete Freibad zur Nutzung freigegeben, 1975 erfolgte der Spatenstich für das Hallenbad. 1991 wurde der Betrieb aus technischen Gründen geschlossen. 1996–1998 erfolgte der Umbau zum Erlebnisbad Valblu, 2004 der Spatenstich für dessen Erweiterung. 2005, nach einer Bauzeit von nur 15 Monaten, eröffnete das VAL BLU Resort Hotel.
Erholungsgebiet Hinterplärsch
Bei der Talstation der Muttersberg-Bahn gibt es eine Naturrodelbahn und einen Natureisplatz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bludenz

Sehenswürdigkeiten sind das ursprünglich erhalten gebliebene Obere- und Untere Stadttor, der Nepomukbrunnen sowie die Werdenbergerstrasse mit den Laubengängen.

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

Hl. Kreuz Kirche
Laurentiuskirche

Stadtbefestigung[Bearbeiten]

Unteres Stadttor

Von der einstigen Bludenzer Stadtbefestigung sind heute noch Teile erhalten. Die etwa 100 Häuser der Stadt waren mit einer doppelten Ringmauer, sieben Türmen und drei Toren umfangen und eingefriedet.[3] Das Stadttor im Osten der Stadt („Montafonertor“ oder „Kapuzinertor“) wurde 1846 abgerissen.

Unteres Tor
Ende des 15. Jahrhunderts erbaut, wurde dieses Tor in der Folge mehrfach umgebaut. Es wird auch Mühletor oder Bürsertor genannt.
Oberes Tor
Erbaut Ende des 15. Jahrhunderts, 1774 sowie 1920 umgebaut, wird auch Herzog-Friedrich-Tor oder Feldkircher Tor genannt. 1416 flüchtete Herzog Friedrich IV (mit einer leeren Tasche) von Konstanz kommend durch das Obere Tor in die Stadt; er wurde in Bludenz aufgenommen und von den Bürgern der Stadt sicher über den Arlberg gebracht.
Im Oberen Tor ist das Stadtmuseum Bludenz beheimatet. Wenige Meter entfernt führt eine im 17. Jahrhundert erbaute, gedeckte Kirchenstiege als eine der fünf Schlossstiegen auf die Anhöhe zur St. Laurentiuskirche und zum Schloss Gayenhofen.
Pulverturm
im Südwesten der Stadt, wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut.

Profanbauten[Bearbeiten]

Bezirksgericht Bludenz (von Willibald Braun)
Laubengänge in der Werdenbergerstraße
Nepomukbrunnen
Riedmiller-Denkmal
Bludenz gegen Brandnertal (Jakob Jehly um 1890)
Das Schloss liegt im baulichen Ensemble mit der Pfarrkirche beherrschend über der Stadt und dient heute als Amtsgebäude der Bezirkshauptmannschaft Bludenz.[8]
  • Baumwollspinnerei der Fabrik Getzner (1883–1886)
Die Spinnerei in Klarenbrunn ist ein besonderes Beispiel des Vorarlberger Industriebaus, wie er aus englischen Quellen über Schweizer Firmen ins Land kam.
Der ausgewogene, langgestreckte zweigeschoßige Backsteinbau wurde vom Ingenieurbüro John Felber aus Manchester entworfen und besitzt eine signifikante Pfeiler- sowie Eisenstruktur. Hier entstand eine Synthese zwischen den alten mehrgeschoßigen Saalbauten mit Holzkonstruktion und den alten „Industrie-Sheds“.
Der Bau ist in seiner konstruktiven und funktionellen Konzeption ein markantes Beispiel des Industriebaus aus dem späten 19. Jahrhundert.
  • Bezirksgericht (1927–1929)
Dieser Bau von Willibald Braun wird als ein in städtebaulicher Hinsicht besonders geglückter Bau angesehen.
  • Laubengänge in der Werdenbergerstraße
Diese Straße ist nach den Grafen von Werdenberg-Montfort benannt, den einstigen Herren von Bludenz. Rechts und links wird sie von Bürger- und Patrizierhäusern eingerahmt, welche nach dem Stadtbrand 1638 entstanden sind. Sehenswert sind ihre prächtigen Fassaden, Giebel und Tore. Südländisch anmutend sind die Laubengänge, die die Fußgängerzone fast zu einer überdachten Innenstadt machen.
  • Dörflingerhaus
Dieses Haus in der Rathausgasse wurde schon im Jahr 1365 erwähnt.
  • Nepomukbrunnen (1730)
Der von Johann Ladner gestaltete Brunnen stellt den hl. Nepomuk dar, der als Schutzpatron gegen Verleumdungen und Verdächtigungen gilt.
  • Riedmiller-Denkmal
Dieses Denkmal für Bernhard Riedmiller, einen Hauptmann der Bludenzer Schützen in den Napoleonischen Kriegen (1796–1799), wurde 1905 von Georg Matt gestaltet. Als Denkmalstifter scheinen die Gebrüder Neyer auf. Die Familie Neyer führte den Namen "Deli Neyers" oder "Tille Neyers", nach Franz Fidel Neyer benannt. Ein Vorfahre mit dem Namen Fidel Neyer kämpfte 1799 mit seinen Brüdern ehrenvoll in der Kompanie Riedmillers. Ein Andreas Neyer wird im Jahr 1796 als Fähnrich urkundlich genannt. Mindestens fünf Neyer – so viele Personen wie aus keinem anderen Bludenzer Bürgergeschlecht – beteiligten sich an den Abwehrkämpfen gegen die Franzosen.

Die Brüder Neyer, aus einer sehr alten Bludenzer Bürgerfamilie stammend, die schon 1472 urkundlich erwähnt ist, waren vermögend und setzten somit auch ihrer Familie ein Denkmal. Mit der für dieses Monument aufgewendeten Geldsumme von 16.000 Kronen, konnte damals ein kleines Haus in der Bludenzer Altstadt erworben werden. Von den vier Denkmalstiftern erlebte nur der Gastwirt und Ökonom Lorenz Neyer die Denkmalenthüllung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger der Stadt[Bearbeiten]

  • Franz Freiherr von Auffenberg (um 1790), schwäbischer Generalmajor[9]
  • Friedrich Freiherr von Hotze (1739–1799), Feldmarschallleutnant der preußischen Armee
  • Franz Freiherr von Jellachich (1746–1810), österreichischer Feldmarschallleutnant
  • Karl Graf von Belrupt-Tissac (1826–1903), Landeshauptmann Vorarlbergs
  • Josef Wolf (1829–1909), Bürgermeister von Bludenz
  • Dekan Franz Anton Bickel (1850–1916) Stadtpfarrer von Bludenz
  • Josef Wichner (1852–1923), Schriftsteller
  • Andreas Konzett (1861–1938), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter von Bludenz
  • Johann Matthias Jehly (1863–1950), Gemeindeschulrat
  • Matthias Längle (1869–1952), Bürgermeister von Bludenz
  • Guy Schlesser (1896–1970), General der Französischen Besatzungsmacht
  • Andre Gassner (1883–1959), Industrieller und Landtagsabgeordneter
  • Adolf Ammann (1898–1967), Stadtpfarrer von Bludenz
  • Ferdinand Graf von Beust (um 1870), vormals k.u.k. österreich-ungarischer Reichskanzler, seit 1870 Ehrenbürger der Stadt Bludenz

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

In der Stadt wirkende Personen[Bearbeiten]

  • Bernhard Riedmiller (1757–1832), Gastwirt und Freiheitskämpfer in der napoleonischen Zeit
  • Susi Weigel (1914-1990), österreichische Kinderbuchillustratorin und Trickfilmzeichnerin.
  • Wilhelm Schramm (* 1952), Designer und Buchmacher

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Bludenz pflegt eine Partnerschaft mit folgenden Städten:

Literatur[Bearbeiten]

  • Benedikt Bilgeri: Der Arlberg und die Anfänge der Stadt Bludenz, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 90. Jg. 1972, S. 1–17 (Digitalisat)
  • Johann Moser: Bludenzer Personen- und Häuserbeschrieb 1784 bis 1789. Edition und Auswertung. Geschichtsverein Region Bludenz, ISBN 978-3-901833-34-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bludenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 191.
  2. Manfred Tschaikner: Eine kurz gefasste Geschichte der Stadt. Aus: Bludenzer Geschichtsblätter. Heft 50, 2. Auflage 2003.
  3. a b c Manfred Tschaikner: Bludenz Lesebuch. ISBN 978-3-901325-46-5.
  4. Markus Barnay: Vorarlberg-Leitfaden. Was Staatsbürgerschaftswerber über unser Land wissen sollten. Bregenz 2006. Seite 11. (PDF; 3,1 MB).
  5. Montafoner Heimatmuseum Schruns; Sonderausstellung Montafon 1945-1955
  6. http://wirtschaftsarchiv-v.at/pdf/Industrie.pdf Entstehung und Entwicklung der Vorarlberger Industrie
  7. Stadt Bludenz Kronenhaus Eröffnung
  8. Geschichte der Bezirkshauptmannschaft Bludenz
  9. Christoph Vallaster: Ehrenbürger in Vorarlberg. 1986, ISBN 3-85258-001-3.