William H. Tunner

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William H. Tunner

William Henry Tunner (* 14. Juli 1906 in Elizabeth (New Jersey), USA; † 6. April 1983 in Gloucester (Virginia), USA) war ein US-amerikanischer Generalleutnant der United States Army Air Forces (USAAF) bzw. deren Nachfolger US Air Force.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abschluss der High School absolvierte er die US Military Academy in West Point, die er 1928 mit dem Rang eines Second Lieutenant abschloss. 1929 graduierte er an der Advanced Flying School des United States Army Air Corps (USAAC) in Kelly Field (Texas).

In den Jahren zwischen 1930 und 1941 diente er bei mehreren Taktischen und Trainingseinheiten, bevor er während des Zweiter Weltkriegs General Robert Olds 1941 bei der Organisation des Ferrying Command half. Als Ergebnis daraus reorganisierte das USAAC (ab Juni 1941 USAAF) das Ferrying Command. Im Juli 1942 wurde das Ferrying Command in Air Transport Command (Lufttransportkommando) umbenannt und Tunner, mittlerweile Colonel, wurde Kommandierender Offizier der Ferrying Division.

Im September 1942 wurde Tunner zum Chinesisch-Burmesisch-Indischen Kriegsschauplatz berufen und kommandierte die Indisch-Chinesische Division des Lufttransportkommandos. Dort überwachte er den Lufttransport von Versorgungsgütern und Menschen nach China. Die Luftbrücke wurde wegen der Höhen von über 8.000 Metern im Himalaya, die zu überfliegen waren, auch Hump-Luftbrücke genannt. Über die Luftbrücke lieferten Tunner und seine Crew 71.000 Tonnen Material nach China, weit mehr als alles was jemals zuvor auf dem Luftwege transportiert wurde. In seinem Buch „Over the Hump“ aus dem Jahr 1964 berichtete Tunner später von seinen Erfahrungen während dieser Operation. Die Hump-Luftbrücke war die erste strategische Luftbrücke und setzte Grundlagen für spätere Luftbrücken wie die Berliner Luftbrücke.

William H. Tunner an seinem Schreibtisch

Am 21. Juni 1948 blockierte die Sowjetunion alle Land- und Seeversorgungswege nach Berlin (Berlin-Blockade). Die USA verhinderten diesen Versorgungsengpass durch die ausschließliche Versorgung der damals mit 2,5 Millionen Einwohnern und 6.000 Mann Besatzungstruppen fünftgrößten Stadt der Welt aus der Luft. Auf General Tunner fiel die Wahl, die groß angelegte Operation (Berlin Airlift) zu leiten. Aufgrund der meisterhaften Leitung durch General Tunner und seiner Flugzeugmannschaften war die Luftbrücke weitaus erfolgreicher als die Berechnungen.

Während des Koreakrieg von 1950 bis 1953 organisierte Tunner erneut eine Luftbrücke und bekam für die dortige Operation das Distinguished Service Cross, das ihm von General Douglas MacArthur überreicht wurde.

Am 27. Juli 1953 kehrte der mittlerweile zum Major General beförderte William Tunner nach Deutschland zurück und wurde Oberkommandierender der US Air Forces in Europe mit Sitz in Wiesbaden und zugleich zum Lieutenant General befördert. Diesen Posten behielt er bis zum 1. Juli 1957. Als Tunner am 31. Mai 1960 in den Ruhestand verabschiedet wurde, hatte er die drei bis dahin größten Luftbrücken kommandiert.

Am 5. Januar 1982 erhielt er aus der Hand des deutschen Botschafters in den Vereinigten Staaten, Peter Hermes, für seine Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland das Große Verdienstkreuz mit Stern des Bundesverdienstorden. In Erinnerung an ihn wurde am 1. Juni 2000 eine Straße auf dem Gelände der ehemaligen McNair-Kaserne im Berliner Stadtteil Lichterfelde in William-H.-Tunner-Straße benannt.

2006 wurde Tunner in die Logistik Hall of Fame aufgenommen.

Zitate[Bearbeiten]

  • Wir können alles jederzeit überallhin transportieren.“ (Antwort auf die Frage von General Lucius D. Clay zur Durchführbarkeit der Berliner Luftbrücke; Quelle)

Literatur[Bearbeiten]

  • Billy J. Hoppe: Lieutenant General William H. Tunner in the China-Burma-India "HUMP" and Berlin Airlifts: A Case Study in Leadership in Development of Airlift Doctrine., Maxwell AFB, AL, Air War College, April 1995. 29 p.
  • William J. McKinney: Lieutenant General William H. Tunner Father of the Military Airlift Command. Maxwell AFB, AL, Air Command and Staff College, April 1987. 32 p.

Weblinks[Bearbeiten]