Douglas MacArthur

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Douglas MacArthur
Signatur

Douglas MacArthur (* 26. Januar 1880 in Little Rock, Arkansas; † 5. April 1964 in Washington, D.C.) war ein Berufsoffizier der US-Armee. Er war Brigadegeneral im Ersten Weltkrieg und wurde General of the Army (Feldmarschall) im Zweiten Weltkrieg, hatte gemeinsam mit Admiral Chester W. Nimitz den Oberbefehl über den pazifischen Kriegsschauplatz und nach Kriegsende den Oberbefehl über die Besatzungstruppen in Japan inne.

Im Koreakrieg befehligte er die UN-Truppen bis zu seiner Entlassung am 11. April 1951. Er ist einer der meistdekorierten Soldaten in der Geschichte der US-amerikanischen Streitkräfte.[1]

Leben[Bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

MacArthur stammte aus einer militärisch und politisch engagierten Familie. Sein Vater Arthur MacArthur war Generalleutnant der US Army, sein Großvater Arthur MacArthur senior Gouverneur von Wisconsin. Douglas MacArthur schloss 1903 die Ausbildung an der Militärakademie in West Point als Jahrgangsbester ab und ging danach bis 1904 als Second Lieutenant des US Army Corps of Engineers auf die Philippinen.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkriegs diente er in Frankreich bei der 42. US-Division, wo er im Juni 1918 zum jüngsten Brigadier General der US Army aufstieg. Er nahm an Operationen an der Marne teil und führte die 84. US-Infanteriebrigade in der Schlacht von St. Mihiel und der Meuse-Argonne-Offensive.

Die Generale Jonathan Wainwright und Douglas MacArthur, Philippinen, 1941

Zwischen den Kriegen[Bearbeiten]

Nach Ende des Krieges wurde MacArthur für drei Jahre Superintendent der Militärakademie West Point. Während dieser Zeit reformierte er die Offiziersausbildung grundlegend. Anschließend kommandierte Douglas MacArthur Einheiten auf den Philippinen und war der Verantwortliche für den Manila-Distrikt. 1922 heiratete er Louise Cromwell Brooks, von der er sich 1929 wieder scheiden ließ.

Von 1930 bis 1935 war er Chief of Staff of the Army.

Im Juli 1932 wurde MacArthur von Präsident Herbert Hoover mit der Niederschlagung der sogenannten Bonus Army beauftragt, einer Protestbewegung ehemaliger Weltkriegsveteranen, die in Washington um den Capitol Hill für Auszahlung ihrer Boni demonstrierten, welche zuvor vom Senat abgelehnt worden war. Sein hartes, über die Weisungen des Präsidenten hinausgehendes Vorgehen gegen die Demonstranten, wobei er Panzer und Infanterie und Kavallerie mit aufgepflanzten Bajonetten einsetzte, führte zu hundert Verletzten und dem Tod eines Kindes. Zudem brannte das Hooverville der Demonstranten am Anacostia River bei der gewaltsamen mitternächtlichen Räumung ab.[2][3]

Philippinen und Beginn des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

1935 wurde der Commonwealth der Philippinen unter der Vorherrschaft der USA gegründet und der erste gewählte Präsident Manuel Luis Quezon y Molina überzeugte General MacArthur davon, eine unabhängige philippinische Verteidigungsarmee aufzubauen. MacArthur wurde Militärberater auf den Philippinen, wo er diese Aufgabe mit der Unterstützung von Major Eisenhower und Major Ord anging.

Im Jahr 1937 heiratete Douglas MacArthur Jean Marie Faircloth.

Als die japanische Bedrohung zunahm, beschlossen die USA Anfang 1941 eine Aufrüstung der Philippinen. Dazu wurden am 26. Juli 1941 die United States Army Forces, Far East (USAFFE) aufgestellt. Im August 1941 stand fest, dass diese Kräfte einer möglichen japanischen Invasion nicht widerstehen konnten, da Waffen wie Flugabwehrgeschütze, Panzer und moderne Kampfflugzeuge fehlten. Die USA stellten in Aussicht, bis Anfang 1942 für eine adäquate Aufrüstung zu sorgen. Die angebotene Verlegung einer Einheit der Nationalgarde lehnte Douglas MacArthur aber ab. Er war Optimist und angesichts der wachsenden Lieferungen an Flugzeugen und anderen unterstützenden Materialien ging er davon aus, die Philippinen zu einer sich selbst verteidigenden Festung ausbauen zu können. Die Abwehr eines japanischen Angriffes sollte dann kein Problem sein. Er war außerdem der Ansicht, das komplette Chinesische Meer mit amerikanischen Flugzeugen kontrollieren zu können.

Doch mit dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 mussten MacArthur und sein Kommandostab schnell feststellen, dass sie der Übermacht der japanischen Streitkräfte kaum etwas entgegenzusetzen hatten. Zusammen mit General Jonathan Wainwright arbeitete MacArthur einen Rückzugsplan aus, der vorsah, dass sich alle alliierten Truppen in Luzon bis Anfang Januar 1942 auf die Halbinsel Bataan zurückziehen sollten.

Dieser Plan konnte erfolgreich verwirklicht werden, doch als die Lage aussichtslos wurde, zog das US-Kriegsministerium MacArthur im März von den Philippinen ab, um ihn zum Oberbefehlshaber der alliierten Truppen im Südwestpazifik zu ernennen. Er wurde auf einen direkten Befehl Roosevelts hin durch Jonathan Wainwright ersetzt. MacArthur wurde nach seiner sicheren Ankunft in Australien die Medal of Honor verliehen.[4]

Südwestpazifik[Bearbeiten]

General Douglas MacArthur bei der Invasion auf Leyte
Douglas MacArthur 1944 am Strand von Leyte

In dieser ihm am 18. April 1942 verliehenen Funktion erarbeitete MacArthur mit seinem Einsatzstab in seinem Hauptquartier (GHQ) auf Australien mehrfach revisionierte Pläne, die ein Vorrücken der alliierten Truppen über die Nordküste Neuguineas in Richtung der Philippinen vorsahen. In diesen sogenannten RENO-Plänen waren vor allem Eroberungen von japanischen Flugfeldern vorgesehen und als Schlussziel das Durchtrennen der japanischen Nachschubwege aus Südostasien. Anschließend sollte der Sprung auf die südlichen Philippinen erfolgen ( → Schlacht um Leyte). Der Feldzug zur Befreiung Neuguineas begann im Herbst 1942 und im Oktober 1944 auch die Rückeroberung der Philippinen.

Am 18. Dezember 1944 wurde MacArthur zum General of the Army befördert.

Kapitulation Japans und Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Am 2. September 1945 nahm er die Kapitulation Japans auf der USS Missouri entgegen und leitete als Oberkommandierender der Alliierten Mächte (engl. Supreme Commander for the Allied Powers, kurz: SCAP) die anschließende Demilitarisierung und Demokratisierung des Landes. Unter seiner Verantwortung führten bereits 1945 alliierte Militärtribunale Prozesse gegen japanische Kriegsverbrecher durch, bevor 1946 die Tokioter Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher eröffnet wurden. Sein Stab erarbeitete die ersten Entwürfe für die 1947 in Kraft getretene japanische Verfassung. Am 11. April 1951 ersetzte Präsident Truman MacArthur durch General Matthew Ridgway.

MacArthur und der japanische Kaiser Hirohito

MacArthur hatte maßgeblichen Einfluss auf die Nachkriegsordnung Japans. Allerdings löste die Tatsache, dass einige der Mitverantwortlichen für Kriegsverbrechen, vor allem Kaiser Hirohito und andere Angehörige der kaiserlichen Familie, nicht angeklagt wurden, auch Kontroversen aus.

1948 trat MacArthur für die Republikaner bei der Präsidentschaftswahl an, zog jedoch seine Kandidatur zurück, da er im Bundesstaat Wisconsin nicht die Stimmenmehrheit auf sich vereinen konnte.

Koreakrieg[Bearbeiten]

Nach dem Einmarsch nordkoreanischer Truppen in Südkorea am 25. Juni 1950 erhielt MacArthur den Oberbefehl über die mit einem Mandat der UNO ausgestatteten internationalen Truppen, die er in der Landung bei Incheon zu ihrem ersten Erfolg führte. Im Verlauf des Krieges und angesichts des Einsatzes chinesischer Freiwilliger und Soldaten setzte er sich vehement für die Ausweitung des Konfliktes auf die Volksrepublik China ein. US-Präsident Harry S. Truman lehnte diese speziellen Forderungen mehrfach ab und berief MacArthur wegen dessen fortgesetzten und teilweise öffentlichen Drängens schließlich am 11. April 1951 von seinem Posten ab. Diese Entscheidung führte zu heftigen Protesten im Kongress und zu öffentlichen Demonstrationen für MacArthur. An einer Parade in New York nahmen angeblich sieben Millionen Menschen teil. Die öffentliche Meinung sah in MacArthur einen großen Kriegshelden, während Präsident Truman weitgehend unpopulär war. Einige Wochen lang schien es möglich, dass MacArthur die Regierungsgewalt übernehmen könne. Die Haltung der Öffentlichkeit kippte jedoch, als der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, General Omar N. Bradley, in einer Aussage vor dem Senat auf die verheerenden Auswirkungen von MacArthurs Forderungen für die strategische Position der USA in Westeuropa hinwies. Der Historiker Niall Ferguson verglich den Machtkampf Truman-MacArthur mit der römischen Geschichte:

„1951 war wohl der einzige Moment in der Geschichte, in dem Amerika kurz davor stand, das Schicksal der römischen Republik zu teilen. Der Mann, der die Rolle Cäsars gespielt hätte, war General Douglas MacArthur. […] Er überschritt gewissermaßen den Rubikon, als er Truman auch öffentlich kritisierte. Die Herausforderung des Präsidenten fand nicht nur den Beifall, sondern auch die Unterstützung der Führung der Republikaner im Kongress sowie eines beachtlichen Teils der konservativen Presse. Als Truman ihn ablösen ließ und er zu Hause als Held empfangen wurde, schien die Verfassung zur Disposition zu stehen.[5]

In späteren Jahren setzte sich MacArthur unter dem Eindruck von Artikel 9 der neuen japanischen Verfassung in Reden vor dem Kongress, dem Senat und auch öffentlich vehement für eine weltweite Abschaffung des Militärs ein.[6] Dieser Artikel legt fest, dass das japanische Militär einzig zum Zweck der Selbstverteidigung ausgestattet sein soll.

Späte Jahre[Bearbeiten]

Douglas MacArthur kehrte in die USA zurück, wo er als Held gefeiert wurde. Nach einem erneuten Anlauf auf die Präsidentschaft[7] gab er seine politischen Ambitionen 1952 auf und lebte von da an in New York. Er publizierte viel und erhielt zahlreiche Ehrungen. Im Alter von 84 Jahren starb Douglas MacArthur am 5. April 1964 in Washington, D.C. im Walter-Reed-Militärkrankenhaus. General Douglas MacArthur: „die Nationen der Welt müssen sich vereinen, weil der nächste Krieg ein interplanetarischer sein wird“

Orden und Ehrungen[Bearbeiten]

Ihm zu Ehren entstanden das MacArthur Memorial (in Norfolk (Virginia)) und die 'MacArthur Foundation', die jährlich an junge Offiziere Preise und Stipendien verleiht.[8]

Seine Auszeichnungen umfassen u. a.: die Medal of Honor, das Distinguished Service Cross mit zweifachem Eichenlaub, die Distinguished Service Medal der US Army mit vierfachem Eichenlaub, die Navy Distinguished Service Medal, den Silver Star mit siebenfachem Eichenlaub, das Distinguished Flying Cross, den Bronze Star mit V-Auszeichnung (V für Valor; am.-engl. für Tapferkeit), das Purple Heart mit Eichenlaub, sowie die Presidential Unit Citation mit sechsfachem Eichenlaub.

Um die Verdienste MacArthurs zu ehren, wurde der Tunnel des Highway 1, welcher das ehemalige Militärgelände des Presidio und heute Teil des Golden Gate National Recreation Area in San Francisco unterquert, Douglas-MacArthur-Tunnel benannt.

Filmische Rezeption[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Douglas MacArthur: Reminiscences. 1964 und 2001 2. Auflage, Bluejacket Books, ISBN 978-1-55750-483-8.
  • Ann Graham Gaines: Douglas MacArthur: Brilliant General, Controversial Leader (Historical American Biographies). Enslow Publishers, 2001, ISBN 0-7660-1445-2.
  • William Manchester: American Caesar: Douglas MacArthur 1880–1964. Dell Publishing Company, 1996, ISBN 0-440-30424-5.
  • Stephanie Sammartino McPherson, Tim Parlin: Douglas MacArthur (History Maker Bios). Lerner Pub Group, 2004, ISBN 0-8225-2434-1.
  • Earle Jr. Rice: Douglas MacArthur (Gml) (Great Military Leaders of the Twentieth Century). Chelsea House Publications, 2004, ISBN 0-7910-7402-1.
  • Winfried Scharlau: Der General und der Kaiser. Die amerikanische Besatzung Japans 1945–1952. Hauschild, Bremen 2003, ISBN 3-89757-197-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Douglas MacArthur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Douglas MacArthur – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachruf des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten vom 6. April 1964. Auf: armypubs.army.mil (PDF)
  2.  Richard B. Frank: MacArthur. Great Generals. Palgrave Macmillan, New York City 2007, ISBN 0230610765, S. 23, 24.
  3.  William E. Leuchtenburg: Herbert Hoover. The American Presidents Series: The 31st President, 1929-1933. In: Arthur M. Schlesinger, Jr., Sean Wilentz (Hrsg.): The American Presidents. 31, Macmillan, New York City 2009, ISBN 1429933496, S. 135, 136.
  4. David Kennedy: Freedom from Fear – The American People in Depression and War, Oxford, 1999, S. 530
  5. Niall Ferguson: Das verleugnete Imperium. Chancen und Risiken amerikanischer Macht. Propyläen Verlag, Berlin 2004 ISBN 3-549-07213-9 S.115
  6. Narihiko Ito: Der Friedensartikel der Japanischen Verfassung. Für eine Welt ohne Krieg und Militär. Agenda Verlag, Münster 2006, S. 70 ff.
  7. Kandidat der Republikaner wurde 1952 Dwight D. Eisenhower; er gewann die Wahl im November 1952 (und auch die folgende)
  8. MacArthur Foundation