Windows Live Messenger

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Windows Live Messenger
Windows Live Messenger Logo.png
Entwickler Microsoft
Aktuelle Version 2012 (Build 16.4.3508.0205)
(14. Mai 2013)
Betriebssystem Windows XP, Windows Vista, Windows 7, Windows Mobile, Windows Phone 7, Xbox 360, OS X, Apple iOS, Android
Kategorie Instant Messaging
Lizenz Freeware, Proprietär
Deutschsprachig ja
Sonstiges offlineVorlage:Infobox Software/Wartung/Sonstiges

Der Windows Live Messenger (früher MSN Messenger) war ein Instant-Messaging-Programm von Microsoft und der Nachfolger des MSN Messengers. Er war für verschiedene Betriebssysteme erhältlich, darunter Microsoft Windows, Xbox 360, OS X, Android und iOS. Neben dem eigenen Netzwerk unterstützte er die dienstübergreifende Kommunikation mit Nutzern des Yahoo Messengers und dem Facebook-Chat. Veröffentlicht wurde der erste Client namens „MSN Messenger“ am 22. Juli 1999. Zum 30. April 2013 wurde der Dienst eingestellt und zu Skype ausgelagert.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 6. November 2012 hat Microsoft angekündigt, den Windows Live Messenger zugunsten von Skype einzustellen. Nach eigenen Angaben wurde die Schließung des Dienstes seit Langem vorbereitet und soll für die Nutzer reibungslos vonstattengehen. So wird es zum Beispiel möglich sein, sich mit den gewohnten Zugangsdaten bei Skype anzumelden – eine erneute Registrierung ist also nicht erforderlich. Außerdem sollen alle Kontakte des Messengers automatisch an Skype übertragen werden.[1] Der Dienst ist endgültig am 30. April 2013 eingestellt worden.[2] Am 31. Oktober 2014 wurden die Server für den Live Messenger Dienst abgeschaltet.[3]

Programme[Bearbeiten]

Generische Clients[Bearbeiten]

Der Dienst hatte über 300 Millionen Benutzer weltweit, davon sieben Millionen in Deutschland (Stand: 6. April 2008). Mit dem Messenger ist es möglich, neben dem üblichen Chatten auch Webcam-Konferenzen abzuhalten, Online-Spiele zu spielen, Dateien auszutauschen oder über das Internet zu telefonieren. Der Messenger unterstützte seit Version 2011 nur die Betriebssysteme Windows Vista und Windows 7. Die letzte Version ist im Design von Windows 7 gestaltet. Die letzte auf Windows XP nutzbare Version ist Version 2009.

Offizielle Versionen[Bearbeiten]

Dieser MSN Messenger 5.0 kann von Benutzern, die das Betriebssystem Windows 95 und Windows NT 4.0 einsetzen, noch benutzt werden. Die Versionen 6.0 und 6.1 nur noch unter Windows 98 und Windows Me, Ausgabe 6.2 ist seit Januar 2011 nicht mehr nutzbar. Der MSN Messenger 7.0 funktioniert ab Windows 98-Windows Server 2003 R2. Der MSN Messenger 7.5 war die letzte Version vor der Namensänderung: Sie kann noch durch eine Änderung der Kompatibilitätseinstellungen auf Windows 2000 ausgeführt werden.

Bündelung des Messengers[Bearbeiten]

Bei Windows XP wurde die Vorversion des Messengers, der Windows Messenger, bereits mit diesem ausgeliefert. Seit Windows Vista ist der Messenger nicht fest in das Betriebssystem integriert. Stattdessen ist er nun Teil der Windows Essentials, in die auch weitere vormals fest integrierte Funktionen des Windows Betriebssystems ausgelagert wurden.

Andere Messenger-Versionen[Bearbeiten]

Windows Live Messenger Lite[Bearbeiten]

Windows Live Messenger Lite bzw. Light ist eine inoffizielle portable Version von Windows Live Messenger. Trotz des Namenszusatzes „Lite“ ist die Version etwa 16 Megabyte groß. Die Lite-Version muss nicht installiert werden und speichert keine Benutzerdaten auf dem verwendeten Computer. Stattdessen wird im Ordner des Anwendungsprogramms ein Sandbox-Ordner erstellt, in dem Messengerdaten gespeichert werden. Weiterhin funktioniert sie ohne Benutzerrechte. Die portable Version ist momentan nur auf Englisch verfügbar und nicht mit Messenger Plus 2010! Live kompatibel.

Windows Live Messenger für KIDS[Bearbeiten]

Auf der CeBIT 2009 stellte Microsoft den „Windows Live Messenger für KIDS“ vor. Dieser ist speziell an die Bedürfnisse von 8- bis 12-jährigen Kindern angepasst.

Besonderheiten gegenüber dem normalen Live-Messenger waren, dass kein Versand von Dateien und Fotos möglich war und Eltern entscheiden konnten, ob ein Kontakt mit dem Kind aufgenommen werden konnte.

Messenger for Mac[Bearbeiten]

Messenger für Mac bzw. Microsoft Messenger für Mac ist eine offizielle und eigenständige Version von dem Messenger für das Apple Betriebssystem OS X. Bis zur Version 7 waren Gesprächs- sowie Videochat nicht möglich. Seit März 2010 gibt es eine öffentliche Betaversion, welche Gesprächs- und Videochat unterstützt.

Mobile Nutzung[Bearbeiten]

Mit dem MSN Mobile Dienst war es auch möglich, den Messenger auf Smartphones, dem Ogo und eingeschränkt über SMS-Textnachrichten zu benutzen. Entwickler wie Agile Mobile bieten mittlerweile Instant-Messaging-Programme für Handys an.

Web-Clients[Bearbeiten]

Der Messaging-Dienst kann zusätzlich zum offiziellen Client auch über den von Microsoft zur Verfügung gestellten Webmessenger sowie die Anbieter eBuddy und Meebo über jeden modernen Webbrowser verwendet werden.

Alternative Clients[Bearbeiten]

Für viele Betriebssysteme sind auch Clients anderer Hersteller erhältlich, die allerdings von Microsoft nicht unterstützt, sondern nur mit ungewisser Zukunft gebilligt werden; in der Vergangenheit wurde das Protokoll oft in einer Form verändert, die eine Anpassung dieser Clients erforderlich machte. Beispielsweise Adium ist ein für Mac OS X erhältliches All-in-one-Chatprogramm, das auch Messenger unterstützt.

Kritik[Bearbeiten]

Mit der Nutzung von Microsoft-Diensten erlaubt man laut den „Terms of Use“[4] den Mitschnitt von Nachrichten und E-Mails. Auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von ICQ und Skype enthalten ähnliche Klauseln.

Alternativ gab es das kostenlose Closed-Source-Verschlüsselungstool SimpLite für alle Versionen des MSN Messengers, das die Gespräche mittels AES-128-Bit-Verschlüsselung überträgt. Eine weitere Möglichkeit zur Verschlüsselung der Chats stellt Off-the-Record Messaging (OTR) dar, dessen Konzept sich besonders gut für die Absicherung dieser Kommunikationsform eignet. Die Software fordert außerdem bei einer älteren ein Update auf die aktuelle Version, andernfalls blockiert sie die Nutzung des Messengers.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yvonne Ortmann: Microsoft beerdigt Windows Live Messenger zugunsten von Skype. In: t3n Magazin. 5. November 2012, abgerufen am 11. November 2012.
  2. http://windows.microsoft.com/de-de/messenger/messenger-to-skype
  3. http://winfuture.de/news,83390.html
  4. Terms of Use. Microsoft, abgerufen am 10. Januar 2013 (englisch).