Xenonukleinsäure

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Eine Xenonukleinsäure (kurz XNA) ist eine künstliche Variante der natürlichen Nukleinsäuren DNA und RNA und damit Teil der synthetischen Biologie. Die Entwicklung von sechs verschiedenen dieser künstlichen XNA-Nukleotide wurde im Dezember 2011 von Vitor B. Pinheiro und Kollegen zur Publikation eingereicht.[1]

Aufbau[Bearbeiten]

Der Unterschied zwischen XNA und DNA bzw. RNA besteht darin, dass die Nukleotide, die die Nukleinsäure aufbauen, keine Ribose, sondern eine Hexose enthalten. Gleich sind das Phosphatrückgrat und die vier bzw. sechs verschiedenen Basen Adenin (A), Guanin (G), Thymin (T), Cytosin (C) sowie Pyrimidin und Uracil (U).

Eigenschaften und potentielle Anwendung[Bearbeiten]

XNA kann mit natürlicher Nukleinsäure wechselwirken, ist aber wesentlich stabiler gegen Nukleinsäureabbaumechanismen, da es keine natürlichen Enzyme gibt, die für den Abbau von hexosebasierten Nukleotiden geeignet wären. Dadurch ließe sich diese Form von Erbinformationsträger verwenden, um virale oder bakterielle Genome bzw. Genomabschnitte zu markieren.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vitor B. Pinheiro et al.: Synthetic Genetic Polymers Capable of Heredity and Evolution. In: Science. Vol. 336, Nr. 6079, 2012, S. 341–344, doi:10.1126/science.1217622