Xigazê

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Dieser Artikel behandelt den Regierungsbezirk. Für die kreisfreie Stadt, siehe Xigazê (Stadt).
Tibetische Bezeichnung
Tibetische Schrift:
གཞིས་ཀ་རྩེ་
Wylie-Transliteration:
gzhis ka rtse
Aussprache in IPA:
[ɕìːkəʦe]
Offizielle Transkription der VRCh:
Xigazê
THDL-Transkription:
Zhikatsé
Andere Schreibweisen:
Shigatse,[1] Shikatse,[2] Schigatse,[3] Schigatze,[4] Digardschi,[5] Dschigatzi[6] etc.
Chinesische Bezeichnung
Traditionell:
日喀則
Vereinfacht:
日喀则
Pinyin:
Rìkāzé
Blick auf Xigazê

Xigazê (Shigatse) bezeichnet im modernen Tibet sowohl einen Regierungsbezirk, als auch dessen Hauptstadt, die kreisfreie Stadt Xigazê, die nach Lhasa die zweitgrößte Stadt des Autonomen Gebiets Tibet ist.

Bezeichnung[Bearbeiten]

Lage der Stadt Xigazê (rosa) im gleichnamigen Regierungsbezirk (gelb) in Tibet (hellgrau)

Der Regierungsbezirk bildet im Wesentlichen den Raum ab, der im traditionellen Tibet die Provinz oder Region Tsang (tib.: gtsang) ausmachte. Von diesem Namen leitet sich die chinesische Bezeichnung für die Tibeter generell ab: „Zang“. Gemeinsam mit der Zentralprovinz Ü (tib.: dbus) um die Hauptstadt Lhasa wurde im alten China seit Jahrhunderten mit 'Wusi-Zang' (Hanyu Pinyin für tib.: dbus gtsang) bzw. später 'Wei-Zang' (für Ü-Tsang) auf Zentraltibet verwiesen. Dabei spiegeln die verschiedenen Aussprachen Lautverschiebungen wider, die im Tibetischen in den letzten 600 Jahren stattfanden. Geblieben ist die Bezeichnung 'Zang' sowohl für die Tibeter im Allgemeinen als auch für das von Shigatse aus verwaltete westliche Zentraltibet. Für das politisch definierte Autonome Gebiet Tibet ist im Chinesischen die ebenfalls daraus abgeleitete Bezeichnung 'Xizang' („West-Tibet[isch besieltes Gebiet]“) gültig.

Der Regierungsbezirk[Bearbeiten]

Der Regierungsbezirk Xigazê liegt im Südwesten des Autonomen Gebiets Tibet in der Volksrepublik China. Seine Hauptstadt war früher Hauptort der tibetischen Region Tsang.

Mit 17 Kreisen und einer kreisfreien Stadt hat der Regierungsbezirk Xigazê eine Fläche von 182.000 km² und ca.  640.000 Einwohner (2003).

In Xigazê ist vor allem in den Tälern um den Hauptfluss Tsangpo (Yarlung Tsangpo) Landwirtschaft möglich. Dort werden vor allem Hochlandgerste und Weizen, aber auch Kartoffeln und Raps angebaut. In weiten Gebieten im Norden und Westen des Regierungsbezirks kann ausschließlich die nomadische Weidewirtschaft eine Lebensgrundlage bieten, wobei vor allem Yaks, in trockeneren Zonen im Westen aber auch Schafe und Ziegen gehalten werden. Traditionell spielte der Handel in den Kernstädten der Region, Xigazê und Gyangzê, eine große Rolle.

Im Regierungsbezirk Xigazê liegt auch die viertgrößte „Stadt“ Tibets (nach Lhasa, Xigazê) und Qamdo, die Großgemeinde Gyangzê im Kreis Gyangzê.

Administrative Gliederung des Regierungsbezirks Xigazê[Bearbeiten]

Auf Kreisebene setzt sich Xigazê aus einer kreisfreien Stadt und 17 Kreisen zusammen. Diese sind:

Name Tibetisch Wylie Chinesisch Pinyin
Stadt Xigazê གཞིས་ཀ་རྩེ་གྲོང་ཁྱེར་ gzhis ka rtse grong khyer 日喀则市 Rìkāzé Shì
Kreis Namling རྣམ་གླིང་རྫོང་ rnam gling rdzong 南木林县 Nánmùlín Xiàn
Kreis Gyangzê རྒྱལ་རྩེ་རྫོང་ rgyal rtse rdzong 江孜县 Jiāngzī Xiàn
Kreis Dingri དིང་རི་རྫོང་ ding ri rdzong 定日县 Dìngrì Xiàn
Kreis Sa'gya ས་སྐྱ་རྫོང་ sa skya rdzong 萨迦县 Sàjiā Xiàn
Kreis Lhazê ལྷ་རྩེ་རྫོང་ lha rtse rdzong 拉孜县 Lāzī Xiàn
Kreis Ngamring ངམ་རིང་རྫོང་ ngam ring rdzong 昂仁县 Ángrén Xiàn
Kreis Xaitongmoin བཞད་མཐོང་སྨོན་རྫོང་ bzhad mthong smon rdzong 谢通门县 Xiètōngmén Xiàn
Kreis Bainang པ་སྣམ་རྫོང་ pa snam rdzong 白朗县 Báilǎng Xiàn
Kreis Rinbung རིན་སྤུངས་རྫོང་ rin spungs rdzong 仁布县 Rénbù Xiàn
Kreis Kangmar ཁང་དམར་རྫོང་ khang dmar rdzong 康马县 Kāngmǎ Xiàn
Kreis Dinggyê གདིང་སྐྱེས་རྫོང་ gding skyes rdzong 定结县 Dìngjié Xiàn
Kreis Zhongba འབྲོང་པ་རྫོང་ 'brong pa rdzong 仲巴县 Zhòngbā Xiàn
Kreis Yadong གྲོ་མོ་རྫོང་ gro mo rdzong 亚东县 Yàdōng Xiàn
Kreis Gyirong སྐྱིད་གྲོང་རྫོང་ skyid grong rdzong 吉隆县 Jílóng Xiàn
Kreis Nyalam གཉའ་ལམ་རྫོང་ gnya' lam rdzong 聂拉木县 Nièlāmù Xiàn
Kreis Saga ས་དགའ་རྫོང་ sa dga' rdzong 萨嘎县 Sàgā Xiàn
Kreis Gamba གམ་པ་རྫོང་ gam pa rdzong 岗巴县 Gǎngbā Xiàn

Literatur[Bearbeiten]

  • Xú Píng 徐平: Rìkāzé 日喀则 (Beijing, Wǔzhōu chuánbō chūbǎnshè 五洲传播出版社 2000), ISBN 7-80113-396-X.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. z. B. in Melvyn C. Goldstein: A History of Modern Tibet. The Calm Before the Storm. 1951-1955, 2007.
  2. z. B. in H. A. Jäschke: A Tibetan-English Dictionary, 1882 und in Nicolas Tournadre, Sangda Dorje: Manual of Standard Tibetan. Language and Civilization, 2003, S. 475.
  3. z. B. in Sven Hedin: Transhimalaya, 1909.
  4. z. B. in H. F. Hackmann: Der Buddhismus, 1906.
  5. z.B. in Meyers Konversations-Lexikon, 1897.
  6. z. B. in Pierer’s Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart, 1857.

29.26678888888988.881488888889Koordinaten: 29° 16′ N, 88° 53′ O