Younghi Pagh-Paan

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wirklicher Name
Hangeul 박영희
Hanja 朴泳姫
Revidierte Romanisierung Bak Yeong-hui
McCune-Reischauer Pak Yŏnghŭi
siehe auch: Koreanischer Name

Younghi Pagh-Paan (* 30. Oktober 1945 in Cheongju, Südkorea) ist eine südkoreanische Komponistin. Sie lebt in Bremen und Panicale, Italien.

Leben[Bearbeiten]

Von 1965 bis 1972 Studium der Komposition und Musikwissenschaft an der Staatlichen Universität Seoul. Von 1974 bis 1979 Kompositionsstudien an der Hochschule für Musik Freiburg bei Klaus Huber (ihrem Lebensgefährten)[1], Brian Ferneyhough und Peter Förtig.

Pagh-Paan legte sich ihren Künstlernamen in den 1970er Jahren zu, indem sie zu ihrem in Korea sehr häufig vorkommenden Familiennamen Pagh den Zusatz Paan (kor. 파안, Hanja 琶案) ergänzte. Pa () symbolisiert das Musikalische und bezieht sich auf das Musikinstrument Pipa (琵琶) und an () auf das Planende, was zusammen die Komponistin widerspiegelt. Daneben gibt es dieselbe sinokoreanische Lesung paan auch bei den Hanja 破顔 in 破顔大笑 (파안대소), was soviel wie „in lautes Gelächter ausbrechen“ bedeutet.[2]

In ihren Kompositionen versucht sie eine Verbindung von koreanischer Folklore und Avantgarde.

„Ohne Zweifel ich stehe erst am Anfang einer Entwicklung, deren Ufer ich noch nicht absehen kann. Ich möchte mich aber auf eines verlassen können: Daß ich keine Musik schreiben werde, die mich von dem entfernt, was mir als Wurzel unserer Kultur bis heute innewohnt.“

Younghi Pagh-Paan, 1984

International bekannt machte sie die Aufführung ihres Orchesterwerkes SORI bei den Donaueschinger Musiktagen 1980. Seit 1994 ist sie Professorin für Komposition an der Hochschule für Künste Bremen, wo sie das Atelier Neue Musik gründete, das sie bis zu ihrer Emeritierung 2011 leitete.[3] Zur Emeritierung wurde ihr die Bremische Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1978/79 - Nun für Stimme, Schlagzeug und 18 Instrumente
  • 1984 - Aa-ga I für Violoncello
  • 1995/96 - Sowon / Wunsch für Sopran und 10 Instrumente
  • 1996-1998 - Ne Ma-Um für Akkordeon und Rasseln

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1978 1. Preis beim 5. Komponistenseminar im Künstlerhaus Boswil, Schweiz
  • 1979 1. Preis beim International Rostrum of Composers, UNESCO, Paris
  • 1979 Nan-Pa-Musikpreis in Korea
  • 1980 1. Preis der Stadt Stuttgart
  • 1995 Heidelberger Künstlerinnenpreis
  • 2006 Lifetime Archievement Award der Staatlichen Universität Seoul
  • 2007 Order of Civil Merit der Republik Korea (Südkorea)
  • 2011 Medaille für Kunst und Wissenschaft der Stadt Bremen

Schüler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Noel von der Weid: Die Musik des 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main & Leipzig 2001, S. 434f. ISBN 345817068-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Younghi Pagh-Paan, Komponistin der Fremde, taz vom 28. Januar 2011.
  2. 현대음악 작곡가 박영희씨 “한국식 타령, 서양 청중들도 공감하죠”, Nate vom 25. Juli 2011 (koreanisch).
  3. Biografie Younghi Pagh-Paan auf BR-Klassik.
  4. Festtag für YPP und ihre Schüler. Deutschlandfunk vom 16. April 2011.