Zbigniew Bujak

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2008.06.15. Zbigniew Bujak by Kubik.JPG

Zbigniew Bujak (* 29. November 1954 in Łopuszno) ist ein polnischer Politiker. Er war aktiv in der demokratischen Opposition während der Volksrepublik Polen (PRL) und Abgeordneter des Sejm in der I. und II. Wahlperiode.

Lebenslauf[Bearbeiten]

1977 beendete er die Technische Schule in Żyrardów. 1998 absolvierte er das Studium der Politologie an der Fakultät für Journalistik und Politikwissenschaften an der Universität Warschau.

1980 engagierte er sich in der demokratischen Opposition und war Mitbegründer der Gewerkschaft Solidarność in den Traktorenwerken Ursus in Warschau. In den Jahren von 1980 bis 1981 saß er in der Landeskommission der Gewerkschaft, war danach Mitglied des Präsidiums der Landeskommission. Nach der Verhängung des Kriegsrechts blieb er im Untergrund. Er war Vorsitzender der Ausführenden Regionalkommission der Solidarność für die Region Masowien und Mitglied der Einstweiligen Koordinierungskommission. Von allen Mitgliedern dieses Gremiums blieb er am längsten im Untergrund. Er wurde im Mai 1986 verhaftet und im September desselben Jahres aufgrund einer Amnestie wieder freigelassen. Von 1986 bis 1987 trat er in den Einstweiligen Gewerkschaftsrat ein und von 1987 bis 1989 in die Ausführende Landeskommission.

1989 nahm er an den Plenarsitzungen des Runden Tisches teil, kandidierte jedoch nicht in den Wahlen zum Sejm. Er war auch einer der drei "Gründungsväter" der Agora S.A., der Herausgeberin der Gazeta Wyborcza (neben Andrzej Wajda und Aleksander Paszyński). Im Jahr 1990 unterstützte er die Kandidatur von Tadeusz Mazowiecki bei der Wahl zum Präsidenten. Er war Mitgründer des Ruch Obywatelski Akcja Demokratyczna (Bürgerbewegung für Demokratische Aktion - ROAD) und nach dem Beitritt dieser Gruppierung zur Unia Demokratyczna (Demokratische Union - UD) stand er an der Spitze des kleinen Ruch Demokratyczno-Społeczny (Demokratisch-Gesellschaftliche Bewegung - RDS). 1991 veröffentlichte er (zusammen mit Janusz Rolicki) die Interview-Reihe Ich entschuldige mich für Solidarność.

In den Parlamentswahlen 1991 wurde er zum Abgeordneten von der Liste der RDS für Warschau. Im Sejm der I. Wahlperiode trat er dem Abgeordnetenkreis Solidarność Pracy (Solidarność der Arbeit) bei. 1992 wurde er nach dem Zusammenschluss der RDS, der Solidarność Pracy und Polska Unia Socjaldemokratyczna (Polnische Sozialdemokratische Union - PSU) einer der drei Vorsitzenden der Unia Pracy (Union der Arbeit - UP) (neben Ryszard Bugaj und Wiesława Ziółkowska). 1993 errang er erneut ein Abgeordnetenmandat von der Liste der UP. In den Wahlen zum Sejm 1997 bewarb er sich ohne Erfolg um die Wiederwahl als Abgeordneter.

Nach vergeblicher Opposition gegen die Zusammenarbeit der Unia Pracy mit dem Sojusz Lewicy Demokratycznej (Bund der Demokratischen Linken - SLD) im Jahr 1998 trat er aus der UP aus und trat der Unia Wolności (Freiheitsunion - UW) bei. 1999 bis 2001 war er Leiter der Hauptzollbehörde in der Regierung von Jerzy Buzek. 2002 wurde er Kandidat der Unia Samorządowa (Selbstverwaltungsunion) für das Amt des Bürgermeisters von Warschau. Er erzielte etwa 3 % der abgegebenen Stimmen. Zwei Jahre später kandidierte er erfolglos von der Liste der UW für die Wahlen zum Europäischen Parlament. Er gehört der "Vereinigung des Freien Wortes" an.

Weblinks[Bearbeiten]