Zipser Burg

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Blick von Westen über Spišské Podhradie auf die Burganlage, 2007

Die Zipser Burg (slowakisch: Spišský hrad, Aussprache?/i; ungarisch: Szepesi vár oder Szepesvár) befindet sich östlich von Spišské Podhradie in der Gemeinde Žehra in der Zips im Nordosten der Slowakei. Sie ist die angeblich größte Burganlage Mitteleuropas. Ihre Außenmauern umfassen genau 41.426 m² Fläche. Laut Guinness Buch der Rekorde ist allerdings der Prager Hradschin mit 800 mal 180 Metern noch größer.

Die Ruine (früher auch „Zipser Haus“, „Zipser Schloss“ genannt) thront auf einem 634 m hohen felsigen Travertinkegel, der aus einer zwischen den umliegenden Bergen gelegenen Ebene emporragt. Die nächste größere Stadt ist Spišská Nová Ves (dt. Zipser Neudorf).

Geschichte[Bearbeiten]

Blick von Osten auf die Oberburg

Spätestens seit der Jungsteinzeit besiedelt, war der Burgberg ein Zentrum der Kelten, wurde aber Ende des 2. Jahrhunderts zugunsten eines benachbarten Hügelzuges aufgegeben.

Blick von westlichen Fußweg hinauf zur Burg

Im 12. Jahrhundert wurde die Burg an der heutigen Stelle errichtet, an der sich vorher eine befestigte slowakische Siedlung befunden hatte. Nachdem die Burg dem Mongoleneinfall standgehalten hatte, wurde sie um die Mitte des 14. Jahrhunderts beträchtlich erweitert. Im 15. Jahrhundert wurde sie vom Krieger Johann Giskra (Jan Jiskra) durch List erworben, und dieser hat die Burg bis zu ihrem heutigen Umfang ausgebaut.

Seit dem 12. Jahrhundert war die Burg Verwaltungssitz der Zips. 1460 wurde die Burg jedoch (wieder) Eigentum des Königs des Königreichs Ungarn, der sie vier Jahre später den Zápolyas schenkte. Dann erhielten die Thurzos, eine slowakische Adels- und Geschäftsfamilie, die Burg und diese haben die (seit dem 12. Jahrhundert mehrmals umgestaltete) Burg im Renaissance-Stil umgebaut. Nach 1636 bemächtigten sich die Csákys der Burg, und zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es zu einer großzügigen Verbindung der bisher einzeln stehenden Gebäude. Da die Anlage für die moderne Kriegstechnik nicht mehr verwendbar und als Wohnstätte zu unbequem geworden war, verließen die Csákys die Burg. Nach 1710 brannte sie ab, und nach einem weiteren Schadensfeuer 1780 wurde sie auch von der letzten Militärgarnison verlassen.

1945 wurde die Anlage vom tschechoslowakischen Staat enteignet und später teilweise rekonstruiert. 1961 wurde die Burg zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.

UNESCO-Welterbe-Tafel an der Burgmauer

Seit 1993 zählt die Zipser Burg gemeinsam mit Spišské Podhradie (deutsch Kirchdrauf) und der Heilig-Geist-Kirche in Žehra (deutsch Schigra) zum UNESCO-Weltkulturerbe. Seit Ende der 1990er Jahre wird mit viel Engagement an der weiteren Renovierung gearbeitet.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zipser Burg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

48.99958333333320.767583333333Koordinaten: 48° 59′ 58″ N, 20° 46′ 3″ O