Prešovský kraj

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Prešovský kraj
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Bratislavský kraj Trnavský kraj Trenčiansky kraj Nitriansky kraj Žilinský kraj Banskobystrický kraj Prešovský kraj Košický krajDer kraj Prešov   in der Slowakei
Über dieses Bild
Übergeordneter Staat Slowakei
Art der Verwaltungseinheit Kraj
Administrative Unterteilung 13 Okresy
Fläche 8.974 km²
Einwohner 815.806 (31. Dezember 2011)
Bevölkerungsdichte 90,91 Einwohner/km²
Sprache(n) slowakisch, russinisch
Religion(en) römisch-katholisch, evangelisch, griechisch-katholisch, russisch-orthodox, jüdisch
Nationalität(en) Slowaken, Ukrainer, Russinen , Roma, Ungarn, Goralen, Deutsche
Verwaltungssitz/Hauptstadt Prešov
Kennziffer/Zeichen 07
Telefonvorwahl +421
Zeitzone UTC +1
Code nach ISO 3166-2 SK-PV

Der Prešovský kraj (deutsch Eperieser Landschaftsverband) ist ein Verwaltungsgebiet in der nordöstlichen Slowakei.

Okresy[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung

Der Kraj besteht aus folgenden 13 Okresy:

Geographie[Bearbeiten]

Der Kraj hat eine Fläche von 8.974 km², wodurch er der flächenmäßig der zweitgrößte und mit 815.806 Einwohner (Stand 31. Dezember 2011) der bevölkerungsreichste Kraj ist und befindet sich in der Ostslowakei. Die Landschaft ist vielfaltig, wird aber von Mittel- und Hochgebirgen (im Westen) dominiert. Hier treffen sich die West- und Ostkarpaten. Im Westteil dominiert die Tatra mit seiner Teilgebirgen (Hohe Tatra und Belaer Tatra); ein kleiner Ausläufer der Niederen Tatra reicht in das Gebiet. Niedrigere Gebirgen sind die Kozie chrbty, Zipser Magura, Pieninen, Leutschauer Berge und das Branisko; im Norden befindet sich die Ľubovnianska vrchovina. Die Bevölkerung konzentriert sich in den Untertatra- und Hornád-Kessel. Im Zentralteil rund um Prešov befindet sich die Šarišská vrchovina, Čergov, Ondavská vrchovina (Teil der Niederen Beskiden), die Slanské vrchy und andere Gebirge; die Stadt selbst mit umliegenden Gemeinden liegt im Kaschauer Kessel. Im Osten befinden sich einige Ausläufer des Ostslowakischen Tieflands; anderseits wird auch hier von Gebirgen dominiert. Hierzu gehören die Laborecká vrchovina (Teil der Niederen Beskiden), Bukovské vrchy und das Vihorlat. Der Hauptkamm der Karpaten ist von verschiedenen in der Geschichte strategischen Pässen geprägt, z. B. der Duklapass. Ein bemerkenswerter Fluss ist der Poprad (Fluss) im Nordwesten, der als einziger größerer slowakischer Fluss fließt in Richtung Norden und damit gehört zum Flusssystem Weichsel (mündet in die Ostsee). Gleichzeitig verläuft da die Wasserscheide zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer. Andere Flüsse sind die Waag (genauer deren Quellflüsse Schwarze Waag und Weiße Waag) im äußersten Westen und ein kleiner Teil von Hornád im Südwesten. Weitere Flüsse fließen zumeist in der Nord-Süd-Richtung: hier gehören die Torysa, Topľa, Ondava und der Laborec. Der höchste Berg des Krajs und zugleich höchster Berg der Slowakei und gesamten Karpaten ist die Gerlsdorfer Spitze in der Hohen Tatra (2654 m n.m.); der niedrigste Punkt liegt am Fluss Ondava bei Dlhé Klčovo (105 m n.m.).[1]

Es gibt fünf Nationalparks, die völlig oder teilweise im Kraj liegen: Nízke Tatry (NAPANT, Niedere Tatra), der Tatranský národný park (TANAP, Tatra-Nationalpark), Pieniny (PIENAP, Pieninen), Slovenský raj (Slowakisches Paradies) und Poloniny. Daneben sind zwei Gebiete als Landschaftsschutzgebiete geführt: Východné Karpaty (Ostkarpaten) und Vihorlat.

Verwaltungstechnisch grenzt der Kraj an die polnischen Woiwodschaften Kleinpolen und Karpatenvorland im Norden bzw. Nordosten, an die ukrainische Oblast Transkarpatien im Osten, an den Košický kraj im Süden, Banskobystrický kraj im Südwesten und Žilinský kraj im Westen.

Historische administrative Einheiten[Bearbeiten]

Im Königreich Ungarn befanden sich hier vier Komitate: kleinere Teile des Komitats Liptau lagen im äußersten Westen, während das Komitat Zips befand sich im fast ganzen Westen. Das Komitat Scharosch befand sich um der Stadt Prešov und Komitat Semplin bedeckte das Osten des Gebiets. Alle diese Bezeichnungen sind bis heute unter den slowakischen Namen (Liptov, Spiš, Šariš und Zemplín) weiterhin üblich.

Entwicklung nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn im Jahr 1918:[2]

  • 1918/1919–1922: wie oben, Tschechoslowakei
  • 1923–1928: Podtatranská župa (Untertatraer Gespanschaft, im Westen) und Košická župa (Kaschauer Gespanschaft), Tschechoslowakei
  • 1928–1939: Slovenská krajina/zem (Slowakisches Land), Tschechoslowakei
  • 1940–1945: Tatranská župa (Tatraer Gespanschaft) und Šarišsko-zemplínska župa (Scharosch-Sempliner Gespanschaft), Erste Slowakische Republik. Das Gebiet um der Ortschaft Stakčín war 1939–1945 als Folge des Slowakisch-Ungarischen Kriegs Teil Ungarns.
  • 1945–1948: Slovenská krajina (Slowakisches Land), Tschechoslowakei
  • 1949–1960: Prešovský kraj (Eperieser Landschaftsverband) und Košický kraj (Kaschauer Landschaftsverband) - mit den heutigen nicht zu verwechseln, Tschechoslowakei
  • 1960–1990: Východoslovenský kraj (Ostslowakischer Landschaftsverband), Tschechoslowakei
  • seit 1996: heutiger Prešovský kraj

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungsdichte liegt bei 90/km², niedriger als der slowakische Durchschnitt (110/km²). Die Hauptstadt ist Prešov (dt. Eperies, im 2. WK auch Preschau), andere wichtige Städte sind bspw. Poprad (Deutschendorf), Vysoké Tatry und Humenné (vergleiche auch die Liste der Bezirke). Insgesamt besteht der Landschaftsverband aus 666 Gemeinden, davon 23 Städten und dem Militärgelände Valaškovce.[3] Die Slowaken bilden laut der Volkszählung 2001 90,7 % der Bevölkerung. Es gibt auch eine Roma-Minderheit (4 %) und kleinere Minderheiten von Russinen (2,7 %) und Ukrainer (0,9 %).[4]

Nach der Religion ist am stärksten die römisch-katholische Kirche mit 67 % vertreten; am zweiten Platz steht die besonders hier stark vertretene griechisch-katholische Kirche mit 15,3 %; weitere Kirchen sind die evangelische Kirche A. B. mit 5,1 % und die orthodoxe Kirche mit 4 %. 5,6 % Einwohner bezeichneten sich als Atheisten.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dokumente und Bilder zum Kraj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Kopa, Ľudovít et al.: The Encyclopaedia of Slovakia and the Slovaks. Enzyklopädisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Bratislava 2006, ISBN 80-224-0925-1.
  2.  Kováč, Dušan et al.: Kronika Slovenska 2. Fortuna Print, Bratislava 1999, ISBN 80-88980-08-9.
  3. Statistisches Amt der Slowakischen Republik
  4. Volkszählung 2001 nach Nationalitäten (PDF; 61 kB)
  5. Volkszählung 2001 nach Religionen (PDF; 70 kB)