Zohra Segal

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Zohra Segal[1] (auch Zohra Sehgal; * 27. April 1912 in Saharanpur, Britisch-Indien) ist eine indische Tänzerin, Bühnen- und Filmschauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Zohra Segal (vorn links) als Teil der Uday Shankar Ballet Troupe, ca. (1935–1937).

Zohra Segal wurde unter dem Namen Zohra Begum Mumtaz-ullah Khan geboren. Sie wuchs in Chakrata im Norden Indiens auf und besuchte bis 1929 das Queen Mary’s Girls College in Lahore.[2] Danach reiste sie mit ihrer Tante nach Europa und studierte drei Jahre modernen Tanz an Mary Wigmans Tanzschule in Dresden.[3] 1935 schloss sie sich der Tanzkompanie von Uday Shankar an, nachdem sie diese auf ihrer Europa-Tournee gesehen hatte. Mit der Ballettruppe tourte sie in Japan, Ägypten, Europa und den USA. Ab 1940 lehrte sie am Uday Shankar India Cultural Centre in Almora. Dort lernte dort ihren Mann, den acht Jahre jüngeren Tänzer Kameshwar Segal[4], kennen. Zohra und Kameshwar Segal heirateten 1942. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Nach der Auflösung der Balletttruppe arbeitet sie mit ihrem Mann kurze Zeit in Lahore, dann in Bombay, wo ihre Schwester Uzra Butt – die seit 1964 in Pakistan lebte[5] – bereits als Schauspielerin bei Prithviraj Kapoors Prithvi Theatre spielte. 1945 wurde Zohra Segal ebenfalls Mitglied des Schauspielensembles Prithvi Theatre, für das sie 14 Jahre lang auftrat. Zur selben Zeit war sie bei der Indian People’s Theatre Association in Schauspiel und Film aktiv. Ihr Filmdebüt hatte sie 1946 im ersten IPTA-Film Dharti Ke Lal unter der Regie von Khwaja Ahmad Abbas, im selben Jahr folgte auch Neecha Nagar von Chetan Anand, der auf dem Filmfestival von Cannes aufgeführt wurde. Auf der Bühne spielte sie unter anderem in Stücken von Abbas und Ebrahim Alkazi.

Nach dem Freitod ihres Mannes 1959 zog sie erst nach Delhi und 1962 nach London. Von Mitte der 1960er Jahre bis in die 1990er Jahre trat sie in England in Fernsehserien und Filmen auf. Sie spielte in James Ivorys The Courtesans of Bombay (1982) und die tragende Rolle der Lady Chatterjee in der Fernsehserie The Jewel in the Crown (1984). Auch die Regisseurin Gurinder Chadha besetzt Segal seit Bhaji on the Beach (1993) immer wieder in ihren Filmen.

Ende der 1990er Jahre ging Zohra Segal zurück nach Indien und lebt in Delhi bei ihrer Tochter Kiran Segal, einer bekannten Odissi-Tänzerin.[6] Seit 1998 trat sie in mehrere Hindi-Filmen auf, darunter Dil Se (1998), Chalo Ishq Ladaaye (2002) und Saawariya (2007).

Sie wurde 1963 als Bühnenschauspielerin mit dem Preis der Sangeet Natak Akademi ausgezeichnet.[7] 2004 erhielt sie die Fellowship dieser Institution. Daneben ist sie Trägerin der Staatsorden Padma Shri (1998), Padma Bhushan (2002) und Padma Vibhushan (2010). 2001 wurde ihr der Kunstpreis der Regierung Madhya Pradeshs, der Kalidas Samman, verliehen.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1946: Dharti Ke Lal
  • 1946: Neecha Nagar
  • 1950: Afsar
  • 1956: Heer
  • 1964: The Indian Tales of Rudyard Kipling
  • 1964–1965: Doctor Who (Fernsehserie)
  • 1967: The Long Duel
  • 1967: Theatre 625 (Fernsehserie)
  • 1968: The Vengeance of She
  • 1968: The Expert (Fernsehserie)
  • 1969: The Guru
  • 1973: The Regiment (Fernsehserie)
  • 1973: Tales That Witness Madness
  • 1974: It Ain’t Half Hot Mum (Fernsehserie)
  • 1978: Mind Your Language (Fernsehserie)
  • 1983: The Courtesans of Bombay
  • 1984: The Jewel in the Crown (Fernsehserie)
  • 1985: Tandoori Nights (Fernsehserie)
  • 1985: Harem
  • 1986: Caravaggio
  • 1987: Partition
  • 1987: Never Say Die
  • 1989: Manika, une vie plus tard
  • 1989: The Bill
  • 1991: Masala
  • 1992: Firm Friends
  • 1993: Bhaji on the Beach
  • 1994: Little Napoleons
  • 1995: Amma and Family (Fernsehserie)
  • 1997: Tamanna
  • 1998: Not a Nice Man to Know
  • 1998: Dil Se
  • 1999: Khwaish
  • 1999: Hum Dil De Chuke Sanam
  • 2000: Tera Jadoo Chal Gayaa
  • 2001: Landmark
  • 2001: Zindagi Kitni Khoobsoorat Hai
  • 2001: The Mystic Masseur
  • 2002: Bend It Like Beckham
  • 2002: Anita and Me
  • 2002: Chalo Ishq Ladaaye
  • 2003: Saaya
  • 2004: Kaun Hai Jo Sapno Mein Aaya?
  • 2004: Veer-Zaara
  • 2005: Chicken Tikka Masala
  • 2005: The Mistress of Spices
  • 2007: Cheeni Kum
  • 2007: Saawariya

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zohra Sehgal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zohra Segal launches her official biography in The Times of India vom 28. April 2012
  2. Zohra Segal: The Drama of Life in The Times of India vom 24. August 2003
  3. The dashing dadima in The Times of India vom 8. April 2001
  4. Ninety an spunky in The Hindu vom 19. Dezember 2002
  5. Real life drama in The Hindu vom 14. November 2004
  6. Women of substance in The Telegraph India vom 23. Dezember 2006
  7. Offizielle Preisträgerliste – Drama – Acting der Sangeet Natak Akademi