Äußere Mandschurei

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Hellrosa = Äußere Mandschurei
Asienkarte von Delisle, 1700, Ausschnitt fürs Internet koloriert: Mandschurei flächig gelb, chinesisches Reich mit gelber, russisches mit grüner Borte. Hokkaido, Sachalin und evt. das Küstengebirge Sichota-Alin als eine große Insel

Die Äußere Mandschurei ist ein Gebiet in Russisch Fernost, das vorher zur Mandschurei gehörte.

Die Flüsse Amur und Ussuri trennen die Äußere Mandschurei von der Inneren Mandschurei im Süden, dem eigentlichen Siedlungsgebiet des Mandschuvolkes. Im Norden begrenzt sie das Stanowoigebirge, im Osten der Pazifische Ozean.

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Beginn der russischen Eroberung Sibiriens hatten die Kosaken sich relativ weit nördlich gehalten, durch das Lenabecken die Ostküste Asiens erreicht und dort 1647 Ochotsk gegründet. Beim Versuch, ihre Herrschaft nach Süden auszuweiten und so landwirtschaftlich nutzbares Gebiet zu gewinnen, gerieten die Russen in Konflikt mit den Mandschu, die 1644 als Qing-Dynastie die Herrschaft über China, ihren großen Nachbarn im Süden, errungen hatten und so auf dem Höhepunkt ihrer Macht waren.

Im Vertrag von Nertschinsk wurden 1689 als Grenze zwischen russischem Reich und Mandschureich – allerdings nicht sehr genau – die Gebirge festgelegt, die das Einzugsgebiet des Amur nördlich begrenzen. Russland verzichtete dabei sogar auf den kurz vorher gegründeten Stützpunkt Albasin am Amur. Erst 1727 wurde im Vertrag von Kjachta der Grenzverlauf genauer definiert.

Äußere Mandschurei 1903 („Amurski Obwod“ und „Provincia Nadmorska“), 45 Jahre nach dem Erwerb durch Russland, rot die damals erst projektierte Amurstrecke der Transsib

Im 19. Jahrhundert erlebte das chinesische Mandschureich einen Niedergang, und europäische Kolonialmächte und schließlich auch Japan versuchten, Kolonien und Einflusszonen zu gewinnen. Russland nötigte China, im Vertrag von Aigun 1858 alles Gebiet nördlich des Amur abzutreten. In der internationalen Pekinger Konvention 1860 nach der chinesischen Niederlage im Zweiten Opiumkrieg gegen das Britische Empire erhielt Russland dazu das Küstengebiet östlich von Ussuri und unterem Amur. Noch im selben Jahr gründete es im Süden des neu erworbenen Gebietes den Marinestützpunkt Wladiwostok.

Gegenwart[Bearbeiten]

In der heutigen Verwaltungsgliederung der Russischen Föderation verteilt sich die Äußere Mandschurei auf

Das Mandschurische gehört zu den südtungusischen Sprachen. Von den südtungusischen Ethnien leben die beiden größten, Ewenken und Ewenen mit zusammen über 50.000 Personen, davon an die 30.000 in der Republik Sacha (gleichbed. Jakutien). Die größte südtungusische Gruppe in der Äußeren Mandschurei sind die 12.160 Nanai, von denen 10.993 in der Region Chabarowsk leben. Dazu kommen noch 2.804 Ultschi, vor allem in der Region Chabarowsk, und die Udege (Regionen Primorje und Chabarowsk). Die größte ostasiatische Bevölkerungsgruppe sind jedoch die 27.418 Koreaner.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Nationalitätenstatistik der russischen Volkszählung von 2002 (auf Englisch) (MS Excel; 203 kB)