Jilin

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吉林省
Jílín Shěng
Abkürzung: (Pinyin: Jí)
Hauptstadt Changchun
Fläche

 – Gesamt
 – Anteil an der
VR China

Rang 14 von 33

187.400 km²
1,95 %
 

Bevölkerung

 – Gesamt 2010
 – Dichte

Rang 21 von 33

27.400.000 Einwohner
144 Einwohner/km²

Verwaltungstyp Provinz
Gouverneur Bayanqolu
Bangladesch Bhutan Nepal Myanmar Laos Vietnam Thailand Philippinen Japan Nordkorea Südkorea Kirgisistan Kasachstan Mongolei Afghanistan Usbekistan Tadschikistan Pakistan Indien Russland de-facto Pakistan (von Indien beansprucht) de-facto Indien (von Pakistan beansprucht) de-facto Indien (von China als Teil Tibets beansprucht) Republik China (von China beansprucht) de-facto Provinz Xinjiang, China (von Pakistan beansprucht) de-facto Provinz Tibet, China (von Pakistan beansprucht) Macau Hongkong Hainan Guangdong Guangxi Hunan Yunnan Fujian Shanghai Jiangxi Zhejiang Jiangsu Hubei Anhui Guizhou Chongqing Shaanxi Henan Shanxi Shandong Hebei Peking Tianjin Ningxia Liaoning Jilin Sichuan Autonomes Gebiet Tibet Heilongjiang Gansu Qinghai Xinjiang Innere MongoleiLage von Jílín Shěng in China
Über dieses Bild
ISO-3166-2-Code CN-22
Bezirksebene 8 Städte, 1 Autonomer Bezirk
Kreisebene 20 Städte, 20 Stadtbezirke, 17 Kreise, 3 Autonome Kreise
Gemeindeebene 429 Großgemeinden, 277 Straßenviertel, 161 Gemeinden, 28 Nationalitäten-Gemeinden

Jílín (chinesisch 吉林 ‚Glückverheißender Wald‘, veraltete Transkrip d. chin. Post Kirin) ist eine Provinz im Nordosten der Volksrepublik China. Außerdem gibt es eine gleichnamige Stadt in dieser Provinz, die östlich von Changchun liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Jilin gehört in früheren Zeiten zu den Reichen Goguryeo und Balhae. 1860 fiel es an das Russische Zarenreich und wurde Teil der Provinz Primorje. Anch dem Russisch-Japanischen Krieg 1905 musste Rusland die Mandschurei räumen. 1932 wurde die Provinz der japanischen Marionettenregierung von Mandschukuo zugeschlagen. Im Zweiten Weltkrieg hatte die Kaiserlich Japanische Armee Truppen in Jilin. Die Einheit 731, eine geheime Einrichtung der Kwantung-Armee, hatte hier ihren Sitz. Sie nahm hier Experimente an lebenden Menschen vor und tötete auf diese Weise mehrere Tausend Menschen. Bei Kriegsende 1945 wurden bei der Zerstörung der Produktionsstätten durch die japanische Armee mit Pest infizierte Ratten freigelassen, die in der Provinz und auch in Heilongjiang eine Epidemie mit über 20.000 Todesopfern auslösten. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Provinz durch die Rote Armee (siehe: Operation Auguststurm) erobert. Die Sowjetunion übergab dieses Gebiet später der Kommunistischen Partei Chinas, die von hier aus zur Eroberung ganz Chinas im Chinesischen Bürgerkrieg aufbrach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geographischen Besonderheiten Jilins werden in einem chinesischen Spruch mit yi shan san shui (一山三水 ein Gebirge – drei Flüsse) umrissen.

In Jilin herrscht ein nördlich kontinentales durch den Monsun bestimmtes Klima, mit langen kalten Wintern und kurzen warmen Sommern. Die durchschnittliche Temperatur im Januar schwankt zwischen −20 und −14 °C. Der mittlere Regenfall beträgt 350 bis 1000 mm.

Administrativ ist Jilin in acht bezirksfreie Städte und einen Autonomen Bezirk untergliedert:

Demographie und Autonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 91 % der Bevölkerung sind Han-Chinesen. Obwohl der Anteil der Koreaner 4 % der Bevölkerung der Provinz ausmacht, umfassen ihr autonomer Bezirk und der autonome Kreis Changbai (in der Stadt Baishan) knapp ein Viertel (24,6 %) der gesamten Fläche der Provinz Jilin. Auch der Anteil der Mandschu liegt bei 4 %, ihr autonomer Kreis Yitong (Siping) macht jedoch nur 1,3 % der Provinzfläche aus. Der Anteil der Mongolen liegt bei 0,6 %, ihr autonomer Kreis Vorderer Gorlos (Songyuan) macht 2,7 % der Provinzfläche aus, da er erheblich dünner besiedelt ist.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Provinzhauptstadt Changchun wurde in den 1950er Jahren mit Hilfe der Sowjetunion das Erste Automobilwerk gebaut, das über dreißig Jahre lang den Lastwagentyp Jiefang (= Befreiung) mit 95 PS produzierte, ohne dass irgendeine Änderung vorgenommen wurde. Den ersten Modellwechsel gab es im Jahr 1987, der Viertonner wurde zum Fünftonner mit stärkerem Motor aufgerüstet. Der Bedeutung dieses Werkes tragen auch westliche Konzerne Rechnung: Volkswagen lässt hier den Golf IV sowie den Jetta zusammenbauen, für Daimler-Chrysler werden verschiedene Mercedes-Modelle montiert.

Seit 1958 wurde hier auch der klassische Funktionärswagen „Rote Fahne“ (Hongqi) gebaut.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Himmelssee auf dem Baitoushan

Das 220.000 Hektar große Naturschutzgebiet des Changbai-Gebirges, das größte Schutzgebiet Chinas, erstreckt sich 250 Kilometer an der Grenze zu Korea. Es wurde in das internationale Naturschutzprogramm der UNESCO aufgenommen. Die Felsen des Changbai schimmern weiß, wovon sich der Name ableitet (immer weiß). Einer der Gipfel ist der 2.155 Meter hohe Baitoushan Weißkopf-Berg, ein erloschener Vulkan. Auf dessen Spitze breitet sich der bekannte, 9,2 km² große Himmelssee aus, ein über 300 Meter tiefer Krater, der bei einem Vulkanausbruch im Jahr 1702 entstand und sich mit Wasser füllte.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Jilin war die erste chinesische Provinz, in der Frauen eine künstliche Befruchtung erlaubt wurde. Dies löste heftige Diskussionen über den Wert der Familie aus, die für viele Chinesen die erste Stelle einnimmt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jilin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 44° N, 126° O