Mario Botta

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Mario Botta (2016)

Mario Botta (* 1. April 1943 in Mendrisio, Kanton Tessin) ist ein Schweizer Architekt, emeritierter Professor und ehemaliger langjähriger Leiter der Accademia di Architettura der Università della Svizzera italiana in Mendrisio.

Werdegang und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 15-Jähriger absolvierte Botta eine Lehre als Hochbauzeichner bei Tita Carloni und Luigi Camenisch in Lugano. Als 16-Jähriger hat er sein erstes Haus für eine befreundete Familie geplant[1] und als 18-Jähriger durfte er das katholische Pfarrhaus in Genestrerio entwerfen.[2] Anschließend besuchte er das Liceo Artistico in Mailand.

Von 1964 bis 1969 studierte er Architektur am IUAV Istituto Universitario d’Architettura di Venezia, wo er 1969 bei Carlo Scarpa und Giuseppe Mazzariol diplomierte. Während seines Studiums arbeitete er bei Le Corbusier bis zu dessen Tod am Krankenhaus Venedig mit.[3] Noch im selben Jahr eröffnete er ein eigenes Architekturbüro in Lugano. In seiner Ausbildung hatte er Kontakt mit weiteren bekannten Architekten wie Carlo Scarpa, Louis I. Kahn und Luigi Snozzi. Deren Einfluss ist in vielen seiner Bauten erkennbar.[4] Botta gilt zudem als wichtigster Vertreter der in den 1970er Jahren bekannt gewordenen „Tessiner Schule“ und Bewunderer der Romanischen Architektur.

Botta arbeitet oft mit massiven Baumaterialien, wie Naturstein, Backstein oder Beton. Der rationalistische Stil Bottas setzt sich aus einer streng geometrischen, schlichten Formensprache und Bestandteilen wie Licht und Schatten zusammen. Diese Kombination lässt die oft massiven Baukörper leicht und elegant erscheinen. Viele seiner Werke findet man in seiner Heimat, dem Tessin. Mario Botta ist aber weltweit tätig.

Mario Botta wurde 1983 zum Titularprofessor der Eidgenössischen Hochschule in Lausanne (EPFL) und zum Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten BDA ernannt. Er hatte wesentlichen Anteil an der Gründung des Fachbereichs Architektur (Accademia di Architettura) der Università della Svizzera italiana in Mendrisio, an der er seit 1996 mit Aurelio Galfetti, Kenneth Frampton und Peter Zumthor lehrte.

2011 wurde er zum Leiter der Accademia di Architettura ernannt; er übte das Amt bis 2012 aus.[5]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Botta ist verheiratet und Vater dreier Kinder, die seit 1998 mit ihm zusammenarbeiten. Er lebt und arbeitet seit 2011 in Mendrisio.[6][7]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Meister der Präzision, keine Fuge ist an der falschen Stelle. (Siegbert Keller über Mario Botta, civitas 7/8 2002)
  • Die Ideen des Lebens sind stärker als die der Architektur (Mario Botta)
  • Meine Bauten entsprechen in ihrer kompakten Form wahrscheinlich dem Bedürfnis des Menschen nach Geborgenheit, einem Gefühl, das in unserer heutigen Welt, in der der Alltag immer härter wird, wieder eine der wichtigsten Anforderungen an Architektur ist. (NZZ Folio, Zürich: 09/1991)

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banca del Gottardo in Lugano, 1982–1988
Espace culturel André Malraux, Chambéry, 1985–1987
Watari Museum of Contemporary Art, Shibuya-ku, 1985–1990
Maison du Livre de l’Image et du Son, Villeurbanne, 1986–1988
Früherer Sitz der UBS und jetziger Zweitsitz der BIZ, Basel, 1986–1995
MART – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Rovereto, 1988–2002
La Fortezza, Maastricht, 1990–2000
Museum Tinguely, Basel, 1993–1996
Dortmund, Stadt- und Landesbibliothek, 1995–1999
Restaurant bei der Luftseilbahn-Bergstation auf dem Scex Rouge im Gebiet Glacier 3000, Les Diablerets, 2001
Bechtler Museum of Modern Art, Charlotte, North Carolina, 2000–2009
Panorama-Restaurant Fiore di Pietra auf dem Monte Generoso im Tessin, 2017
National Bank of Greece

Fotostrecke Chiesa di San Giovanni Battista in Mogno[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dach: kreisförmig; Grundriss: elliptisch

Fotostrecke Cappella di Santa Maria degli Angeli in Monte Tamaro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss: größtenteils kreisförmig; oberer Rand: z. T. elliptisch

Fotostrecke Granatkapelle am Penken im Zillertal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäudeform: Rhombendodekaeder

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1977: Erste Ausstellung seiner Projekte und Bauten an der Technischen Universität Wien[18]
  • 1979: Columbia-Universität New York
  • 1997/1998: Mario Botta: Das Projekt Museum Jean Tinguely Basel, Museum Jean Tinguely Basel[19]
  • 2010/2011: Mario Botta. Architetture 1960-2010, Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto (MART), Rovereto.[20]
  • 2011: Mario Botta – Architektur und Gedächtnis, Centre Dürrenmatt Neuchâtel[21]
  • 2018: Spazio Sacro – Mario Botta, Pinacoteca Comunale Casa Rusca, Locarno[22]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emilio Battisti (Hrsg.): Mario Botta: architetture e progetti negli anni 70. Electa, Mailand 1981.
  • Harriet S. Bee (Hrsg.): Mario Botta: exhibition. MOMA, New York 1987. ISBN 0-87070-258-0.
  • Mario Botta seen by Pino Musi, mit einem Text von Fulvio Irace. Daco Verlag, Stuttgart (1996)
  • Helena Bernal: Mario Botta. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz – Dizionario Teatrale Svizzero. Band 1, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 251 f. (italienisch)
  • Gabriele Cappellato (Hrsg.): Mario Botta. Light and gravity. Architecture 1993–2003. Prestel Verlag, München 2003. ISBN 3-7913-3186-8.
  • Philip Jodidio: Mario Botta. Taschen Verlag, Köln 2003, ISBN 3-8228-2344-9 (knapper Überblick über Leben und Werk mit ausgezeichneten farb. Abbildungen und Illustrationen)
  • Emilio Pizzi (Hrsg.): Mario Botta. Zanichelli, Bologna 1991. ISBN 88-08-07228-2.

Dokumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mario Botta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Designer Mario Botta: "Meine Objekte sind kleine Architekturen". Abgerufen am 24. Dezember 2022 (österreichisches Deutsch).
  2. Mario Botta four seats sofa model "Obliqua" | Side Gallery. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  3. Mario Botta - Popstar der Architektur im Gespräch mit Curt Truninger. Abgerufen am 19. April 2021.
  4. Biografie (whoswho.de) abgerufen am 20. Januar 2013
  5. Neue Rolle für Tessiner Architekten Mario Botta | NZZ. 23. Februar 2018, archiviert vom Original am 23. Februar 2018; abgerufen am 25. September 2022.
  6. STUDIO. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  7. Gerhard Lob: An der Architekturakademie von Mendrisio hat Mario Botta ein Zeichen gesetzt – Theater der Architektur. Tessinerzeitung, Locarno 9. Februar 2018, S. 3
  8. Ehrendoktorate | Theologische Fakultät | Universität Freiburg. Abgerufen am 3. Oktober 2022.
  9. Ernennungen im Vatikan, 23. Februar 2013
  10. Grosse Architekten. Menschen die Baugeschichte machten. Band 1, Häuserbuch. Seite 78
  11. ofhouses. Abgerufen am 25. April 2021 (englisch).
  12. nextroom-architektur im netz: Cymbalista-Synagoge, Mario Botta - Tel Aviv (IL) - 1998. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  13. Jonathan Danko: Thermoselect Anlage. 9. Februar 2014, abgerufen am 9. Februar 2021.
  14. Die Granatkapelle. In: granatalm.at. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  15. Gerhard Lob, Monte Generoso: MONTE GENEROSO: Die «Steinblume», ein neues Wahrzeichen für das Südtessin. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  16. Programm 22.12.2018. Abgerufen am 28. August 2019 (englisch).
  17. BauNetz: Baden in Baden - Therme von Mario Botta Architetti bei Zürich. 21. März 2022, abgerufen am 14. Oktober 2022.
  18. MOSTRE PERSONALI. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  19. Mario Botta: Das Projekt Museum Jean Tinguely Basel | Museum Tinguely Basel. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  20. FAZ vom 3. November 2010, Seite 32: Dressur des Monumentalismus
  21. Grosse Sonderausstellung zum Architekturschaffen (1960-2010) von Mario Botta im Centre Dürrenmatt Neuchâtel 2. April 2011 – 14. August 2011 (Memento vom 4. April 2018 im Internet Archive)
  22. Mario Botta. Spazio Sacro. Abgerufen am 20. September 2022 (amerikanisches Englisch).
  23. ursprünglich in Italien veröffentlicht als: Architettura e ambiente. Note per una conferenza di Mario Botta. In: Mario Botta 1978-1982. Il laboratorio di architettura. Electa Editrice, Milano 1983, S. 115–116