Mario Botta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Mario Botta (* 1. April 1943 in Mendrisio, Kanton Tessin) ist ein Schweizer Architekt, Professor und Leiter der Accademia di Architettura der Università della Svizzera italiana in Mendrisio.

Mario Botta, 1990er Jahre

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrhaus, Genestrerio

Als 15-Jähriger absolvierte Botta eine Lehre als Hochbauzeichner bei Tita Carloni und Luigi Camenisch in Lugano. Als 18-jähriger durfte er das katholische Pfarrhaus in Genestrerio entwerfen und realisieren.[1] Anschließend besuchte er das Liceo Artistico in Mailand.

Von 1964 bis 1969 studierte er Architektur am IUAV Istituto Universitario d’Architettura di Venezia, wo er 1969 bei Carlo Scarpa und Giuseppe Mazzariol diplomierte. Noch im selben Jahr eröffnete er ein eigenes Architekturbüro in Lugano. In seiner weiteren Ausbildung hatte er Kontakt mit den Architektenlegenden Carlo Scarpa, Le Corbusier, Louis I. Kahn und Luigi Snozzi, deren Einfluss in vielen seiner Bauten sichtbar wird.[2] Botta gilt zudem als wichtigster Vertreter der in den 1970er Jahren bekannt gewordenen „Tessiner Schule“ und Bewunderer der Romanischen Architektur.

Botta arbeitet oft mit massiven Baumaterialien, wie Naturstein, Backstein oder Beton. Der rationalistische Stil Bottas setzt sich aus einer streng geometrischen, schlichten Formensprache und Bestandteilen wie Licht und Schatten zusammen. Diese Kombination lässt die oft massiven Baukörper leicht und elegant erscheinen. Viele seiner Werke findet man in seiner Heimat, dem Tessin. Mario Botta ist aber weltweit tätig.

Mario Botta wurde 1983 zum Titularprofessor der Eidgenössischen Hochschule in Lausanne (EPFL) und zum Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten BDA ernannt. Er hatte wesentlichen Anteil an der Gründung des Fachbereichs Architektur (Accademia di Architettura) der Università della Svizzera italiana in Mendrisio, an der er seit 1996 mit Aurelio Galfetti, Kenneth Frampton und Peter Zumthor lehrt. 2011 wurde er zum Leiter der Accademia di Architettura ernannt; er folgte auf den Bündner Architekten Valentin Bearth.[3]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Botta ist verheiratet und Vater dreier Kinder, die seit 1998 mit ihm zusammenarbeiten. Er lebt und arbeitet seit 2011 in Mendrisio.[4][5]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Meister der Präzision, keine Fuge ist an der falschen Stelle. (Siegbert Keller über Mario Botta, civitas 7/8 2002)
  • Die Ideen des Lebens sind stärker als die der Architektur (Mario Botta)
  • Meine Bauten entsprechen in ihrer kompakten Form wahrscheinlich dem Bedürfnis des Menschen nach Geborgenheit, einem Gefühl, das in unserer heutigen Welt, in der der Alltag immer härter wird, wieder eine der wichtigsten Anforderungen an Architektur ist. (NZZ Folio, Zürich: 09/1991)

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MART Rovereto, 1988–2002
Chiesa di San Giovanni Battista in Mogno, 1986–1996
Banca del Gottardo in Lugano, 1982–1988
La Fortezza, Maastricht, 1990–2000
Verwaltungsgebäude der Firma Harting in Minden, 1999–2001
Dortmund, Stadt- und Landesbibliothek, 1995–1999
Früherer Sitz der UBS und jetziger Zweitsitz der BIZ, Basel, 1986–1995
Fiore di Petra auf dem Monte Generoso im Tessin, 2017

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1977: Erste Ausstellung seiner Projekte und Bauten an der Technischen Universität Wien[13]
  • 1979: Columbia-Universität New York
  • 1997/1998: Mario Botta: Das Projekt Museum Jean Tinguely Basel, Museum Jean Tinguely Basel[14]
  • 2010/2011: Mario Botta. Architetture 1960-2010, Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto (MART), Rovereto.[15]
  • 2011: Mario Botta – Architektur und Gedächtnis, Centre Dürrenmatt Neuchâtel[16]
  • 2018: Spazio Sacro – Mario Botta, Pinacoteca Comunale Casa Rusca, Locarno[17]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emilio Battisti (Hrsg.): Mario Botta: architetture e progetti negli anni 70. Electa, Mailand 1981.
  • Harriet S. Bee (Hrsg.): Mario Botta: exhibition. MOMA, New York 1987. ISBN 0-87070-258-0.
  • Helena Bernal: Mario Botta. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz – Dizionario Teatrale Svizzero. Band 1, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 251 f. (italienisch)
  • Gabriele Cappellato (Hrsg.): Mario Botta. Light and gravity. Architecture 1993–2003. Prestel Verlag, München 2003. ISBN 3-7913-3186-8.
  • Philip Jodidio: Mario Botta. Taschen Verlag, Köln 2003, ISBN 3-8228-2344-9 (knapper Überblick über Leben und Werk mit ausgezeichneten farb. Abbildungen und Illustrationen)
  • Emilio Pizzi (Hrsg.): Mario Botta. Zanichelli, Bologna 1991. ISBN 88-08-07228-2.

Dokumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mario Botta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mario Botta four seats sofa model "Obliqua" | Side Gallery. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  2. Biografie (whoswho.de) abgerufen am 20. Januar 2013
  3. „Neue Rolle für Tessiner Architekten Mario Botta“, NZZ, 1. September 2011
  4. STUDIO. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  5. Gerhard Lob: An der Architekturakademie von Mendrisio hat Mario Botta ein Zeichen gesetzt – Theater der Architektur. Tessinerzeitung, Locarno 9. Februar 2018, S. 3
  6. Liste der Ehrendoktoren der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg (Schweiz) (Memento vom 7. August 2011 im Internet Archive)
  7. Ernennungen im Vatikan, 23. Februar 2013
  8. nextroom-architektur im netz: Cymbalista-Synagoge, Mario Botta - Tel Aviv (IL) - 1998. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  9. Jonathan Danko: Thermoselect Anlage. 9. Februar 2014, abgerufen am 9. Februar 2021 (deutsch).
  10. Die Granatkapelle. In: granatalm.at. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  11. Gerhard Lob, Monte Generoso: MONTE GENEROSO: Die «Steinblume», ein neues Wahrzeichen für das Südtessin. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  12. Programm 22.12.2018. Abgerufen am 28. August 2019 (englisch).
  13. MOSTRE PERSONALI. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  14. Mario Botta: Das Projekt Museum Jean Tinguely Basel | Museum Tinguely Basel. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  15. FAZ vom 3. November 2010, Seite 32: Dressur des Monumentalismus
  16. Grosse Sonderausstellung zum Architekturschaffen (1960-2010) von Mario Botta im Centre Dürrenmatt Neuchâtel 2. April 2011 – 14. August 2011
  17. Casa Rusca@1@2Vorlage:Toter Link/museocasarusca.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. ursprünglich in Italien veröffentlicht als: Architettura e ambiente. Note per una conferenza di Mario Botta. In: Mario Botta 1978-1982. Il laboratorio di architettura. Electa Editrice, Milano 1983, S. 115–116