2. Klavierkonzert (Brahms)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Zweite Klavierkonzert in B-Dur op. 83 ist ein Werk für Klavier und Orchester von Johannes Brahms. Es entstand erst 22 Jahre nach seinem ersten Klavierkonzert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Brahms begann seine Arbeit am Konzert im Jahre 1878, unterbrach die Arbeit daran allerdings nach einigen Skizzen. Er beendete das Werk erst 1881 in Pressbaum nahe Wien, kurz nach der Rückkehr von seiner zweiten Italienreise. [1]

Brahms sandte eine Kopie der fertigen Partitur an seinen Freund, den Chirurgen und Geiger Theodor Billroth, dem der Komponist seine ersten beiden Streichquartette gewidmet hatte. Trotz ihres ehrgeizigen Umfangs bemerkte Brahms bei diesem Anlass nur: „ein paar kleine Klavierstücke“. Er liebte solche Untertreibungen. In einem Brief an Elisabeth von Herzogenberg hieß es, er habe „ein ganz ein kleines Klavierkonzert geschrieben mit einem ganz kleinen zarten Scherzo“. Tatsächlich ist dieser zweite Satz zehn Minuten lang und zudem sehr dramatisch.

Das Stück wurde am 9. November 1881 in Budapest uraufgeführt, und Brahms selbst spielte den Solopart. Anders als sein erstes Klavierkonzert, das eher reserviert aufgenommen wurde, war das zweite Klavierkonzert ein großer Erfolg. Brahms gab eine Reihe von erfolgreichen Konzerten in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, teilweise dirigiert von Hans von Bülow.

Form[Bearbeiten]

Anders als die meisten Konzerte, die aus drei Sätzen bestehen, besitzt dieses vier, wobei der langsame dritte Satz zusätzlich durch die Rolle eines solistisch herausgehobenen Cellos hervorsticht:

  1. Allegro non troppo
  2. Allegro appassionato
  3. Andante
  4. Allegretto grazioso

Mit seinen vier Sätzen und einer beträchtlichen Aufführungsdauer von etwa 50 Minuten kommt dieses Konzert dem Typus einer „Symphonie mit Klaviersolo“ recht nahe. Das Konzert war zum Entstehungszeitpunkt eines der längsten, wenn nicht das längste überhaupt. [2]

Orchesterbesetzung[Bearbeiten]

Berühmte Aufnahmen[Bearbeiten]

Unter der großen Zahl an Aufnahmen dieses Werkes ist beispielsweise die Einspielung von Swjatoslaw Richter mit Erich Leinsdorf und dem Chicago Symphony Orchestra hervorzuheben. Weitere berühmte Aufnahmen:

Literatur[Bearbeiten]

  • Renate Ulm: Johannes Brahms. Das symphonische Werk. Entstehung, Deutung, Wirkung. München 1996, ISBN 3-7618-1264-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wulf Konold (Hrsg.): Konzertführer Romantik. Orchestermusik von A-Z. Schott, Mainz, 2007.
  2. Ebenda.

Weblinks[Bearbeiten]