3-Methyl-1-butanol

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Strukturformel
Strukturformel von 3-Methylbutan-1-ol
Allgemeines
Name 3-Methyl-1-butanol
Andere Namen
  • i-Amylalkohol, prim
  • i-Butylcarbinol
  • Isopentylalkohol
  • Isoamylalkohol
  • Isopentanol
  • 3-Methylbutan-1-ol
  • 3-Methylbutanol-1
  • iso-Amylalkohol
Summenformel C5H12O
Kurzbeschreibung

entzündliche, farblose Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 123-51-3
EG-Nummer 204-633-5
ECHA-InfoCard 100.004.213
PubChem 31260
DrugBank DB02296
Wikidata Q223101
Eigenschaften
Molare Masse 88,15 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,81 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−117 °C[1]

Siedepunkt

131 °C[1]

Dampfdruck

2,7 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit
Brechungsindex

1,406 (20 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 226​‐​332​‐​315​‐​319​‐​335
EUH: 066
P: 210​‐​280​‐​304+340​‐​302+352​‐​332+313​‐​337+313 [1]
Toxikologische Daten

1300 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

3-Methyl-1-butanol (auch Isoamylalkohol genannt) ist eine organische chemische Verbindung aus der Gruppe der Alkohole. Es ist eines der acht Strukturisomeren der Pentanole.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3-Methyl-1-butanol ist Hauptbestandteil des Fuselöls, aber auch ein charakteristischer Begleitstoff alkoholischer Getränke wie Whisky und Weinbrand sowie Wein und Bier. Die Bildung erfolgt durch Abbau der Aminosäure Leucin durch Vergärung mit Hefen über die a-Keto-Isocapronsäure, wobei der dabei freiwerdende Ammoniak für das Zellwachstum der Hefen benötigt wird.[4]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3-Methyl-1-butanol wird durch Hydroformylierung von Buten-Isomeren gewonnen.[2]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3-Methyl-1-butanol ist eine entzündliche, farblose Flüssigkeit und besitzt eine dynamische Viskosität von 5,09 mPa·s bei 20 °C.[5]

Sicherheitstechnische Kenngrößen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3-Methyl-1-butanol bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 42 °C.[6] Der Explosionsbereich liegt zwischen 1,2 Vol.‑% (44 g/m3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 10,5 Vol.‑% (385 g/m3) als obere Explosionsgrenze (OEG).[6] Die Grenzspaltweite wurde mit 0,91 mm bestimmt.[6] Es resultiert damit eine Zuordnung in die Explosionsgruppe IIA.[6] Die Zündtemperatur beträgt 440 °C.[6] Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T2.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3-Methyl-1-butanol wird als Lösungsmittel für Fette, Öle und Harze[1] sowie (in Kombination mit Chloroform) zur Extraktion von Nukleinsäuren verwendet.[7] Es dient weiterhin als Zwischenprodukt zur Herstellung von anderen chemischen Verbindungen (wie z. B. Bis(3-methylbutyl)ether), die als Duft- und Geschmacksstoffe sowie als Herbizide eingesetzt werden.[2]

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3-Methyl-1-butanol wurde 2016 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von 3-Methyl-1-butanol waren die Besorgnisse bezüglich Verbraucherverwendung und Exposition von Arbeitnehmern sowie der möglichen Gefahren durch krebsauslösende, reproduktionstoxische und sensibilisierende Eigenschaften. Die Neubewertung soll ab 2020 von Polen durchgeführt werden.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Eintrag zu 3-Methyl-1-butanol in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c Toxikologische Bewertung von 3-Methylbutanol-1 (PDF) bei der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI), abgerufen am 22. August 2012.
  3. Datenblatt 3-Methyl-1-butanol bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 15. Dezember 2010 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  4. Isoamylalkohol (Memento vom 6. September 2016 im Internet Archive).
  5. Datenblatt 3-Methyl-1-butanol (PDF) bei Merck, abgerufen am 15. Dezember 2010.
  6. a b c d e E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen - Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Bremerhaven 2003.
  7. Datenblatt Isoamylalkohol (PDF) bei Carl Roth, abgerufen am 13. Juli 2015.
  8. Community rolling action plan (CoRAP) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): 3-methylbutan-1-ol, abgerufen am 26. März 2019.Vorlage:CoRAP-Status/2020