ADAC Motorwelt

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ADAC Motorwelt
Logo der ADAC Motorwelt
Beschreibung Mitgliederzeitschrift des ADAC
Fachgebiet Auto, Verkehr, Reise, Motorsport
Sprache deutsch
Verlag ADAC Verlag GmbH (Deutschland)
Erscheinungsweise 10 mal im Jahr
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2016)
13.651.063 Exemplare
Verbreitete Auflage (IVW 3/2016) 13.683.010 Exemplare
Reichweite (MA 2014 I[1]) 15,7[1] Mio. Leser
Chefredakteur Martin Kunz (seit 1. Oktober 2014)[2]
Herausgeber ADAC
Weblink www.adac.de/motorwelt
ISSN 0007-2842

Die ADAC Motorwelt (früherer Untertitel Das aktuelle Clubmagazin) ist die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift des ADAC. Sie enthält Nachrichten und Information zum Thema Verkehr, Testberichte zu Automobilen, Pannen-Tipps und verkehrsrechtliche Hintergründe sowie Reportagen und Hintergrundberichte zu Aufgaben und Kernthemen des ADAC (Rettungsdienst, Pannenhilfe, Rat im Urlaub usw.) und Berichterstattung zu den verkehrspolitischen Konzepten. Die ausschließlich für Clubmitglieder erhältliche ADAC Motorwelt hat eine Auflage von 13.651.063 Exemplaren[3] und ist damit die auflagenstärkste Zeitschrift in Deutschland[4] und Europa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift wurde 1945 gegründet, hat allerdings Vorläufer, die bis in das ADAC-Gründungsjahr 1903 zurückreichen.[5] 1979 betrug die Auflage 5.906.960 Stück und wurde vom ADAC-Verlag GmbH in München produziert. Chefredakteure waren 1979 Manfred Caroselli und Anton Müller. Seit November 2005 gibt es eine Online-Ausgabe, die zusätzlich Links und Filme enthält. Sie steht ADAC-Mitgliedern alternativ zur gedruckten Variante zur Verfügung. Im Jahr 2011 startete die Partnerschaft mit Zwischengas, in welcher sämtliche Ausgaben der ADAC Motorwelt von 1925 bis 2000 online publiziert wurden[6] und bis heute für ADAC Mitglieder vergünstigt zur Verfügung gestellt werden. Seit April 2012 ist die Motorwelt als App für iOS und Android verfügbar. Im Februar 2013 erschien die erste für Tablet-Computer optimierte Ausgabe der Motorwelt.

Die ADAC Motorwelt ist heute die auflagenstärkste Zeitschrift Europas. Sie wird an ADAC-Mitglieder ohne Zusatzkosten versendet (bei Jugendmitgliedschaften nur als E-Paper). Durch die hohe Reichweite trägt die Zeitschrift auch zur Meinungsbildung in Deutschland bei. Aussagen wie „Freie Fahrt für freie Bürger“ (im Zusammenhang mit der Einführung von Tempolimits) wurden durch den ADAC geprägt.

Manipulationsvorwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Januar 2014 trat der Kommunikationschef des ADAC und Chefredakteur der ADAC Motorwelt, Michael Ramstetter, wegen Manipulationsvorwürfen bei der Vergabe des Autopreises Gelber Engel zurück. Danach sollte es bei dem am 16. Januar 2014 ausgezeichneten Siegerauto VW Golf nach Angaben der Süddeutschen Zeitung nur 3.409 Stimmen statt der in einem ADAC-Dokument genannten 34.299 Stimmen gegeben haben.[7][8] Laut ADAC hätte Ramstetter die Stimmzahlen vervielfacht, die Rangfolge der Gewinner jedoch nicht verändert.[9] Die kommissarische Leitung übernahm ab Ende Januar 2014 die stellvertretende Chefredakteurin Elisabeth Schneider. Seit dem 1. Oktober 2014 ist der bisherige Direktor der Akademie der Bayerischen Presse Martin Kunz neuer Chefredakteur.[2]

Titeländerungen und Erscheinungsverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ADAC-Motorwelt. Erscheinungsverlauf: 1. Jahrgang 1903 bis 30. Jahrgang 1933, Nr. 39 (vom 29. September 1933)
  • DDAC-Wochenschrift. München: Der Deutsche Automobil-Club. Erscheinungsverlauf: 30. Jahrgang 1933, Nr. 40 (vom 13. Oktober) – 31. Jahrgang 1934
  • Motorwelt. Die illustrierte Zeitschrift des DDAC. München: Der Deutsche Automobil-Club. Erscheinungsverlauf: 32.1935 – 36.1938,26
  • Deutsche Kraftfahrt. Vereint mit DDAC-Motorwelt. Körperschaft: Der Deutsche Automobil-Club. Verlag Th. Oppermann, Hannover. Erscheinungsverlauf: 7. Jahrgang 1939 – 11. Jahrgang 1942
  • Deutsche Kraftfahrt – Motor und Sport – Allgemeine Automobilzeitung – Das Motorrad – Motorwelt. Gemeinschaftsblatt. Hannover: Oppermann. Erscheinungsverlauf: 1943–1944.- Ausgabe 0, bisher: Deutsche Kraftfahrt-Motorwelt.
  • ADAC-Motorwelt. Offizielles Organ des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs. München: ADAC-Verlag, ab 1948. Erscheinungsverlauf: 1. Jahrgang 1948, Heft August/September bis heute

Aktuelle Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut dem von Juni 1998 bis Januar 2014 amtierenden Chefredakteur Michael Ramstetter stellt die Zeitschrift „das wichtigste Bindeglied zwischen Mitgliedern und Verein“ dar, da „man sonst ja eigentlich nur merke, dass man in dem Club ist, wenn man eine Panne hat.“ Ramstetter zeigt sich darauf bedacht – auch im Hinblick auf das Image des ADAC –, „ein Blatt für alle“ zu machen, „für Führerschein-Anfänger wie für Rentner und auch für Frauen.“[10]

Im Jahr 2002 kostete eine ganzseitige und farbige Anzeige 98.400 Euro, ein zu diesem Zeitpunkt in keiner anderen deutschen Zeitschrift erreichter Preis.[10] Durch eine Festlegung des Verhältnisses von Anzeigen zu Artikeln auf 49:51 konnte man so den Etat bereits zur Hälfte decken. Die andere Hälfte zahlt der Verein aus den Mitgliedsbeiträgen. In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung heißt es dazu: „über viele Seiten hinweg sind Kleinanzeigen das beherrschende grafische Element im Heft.“[10]. Die Anzeigenpreise liegen 2013 bei 116.800 Euro für eine ganzseitige, vierfarbige Anzeige.[11]

Auflagenstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auflage ergibt sich im Wesentlichen aus der Mitgliederanzahl, abzüglich der sogenannten Partnermitgliedschaften, die nur ein gemeinsames Exemplar pro Haushalt erhalten.[12]

Im ersten Quartal 2013 lag die durchschnittliche Auflage nach IVW bei 13.783.507 Exemplaren. Das sind 2,8 Prozent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Abonnentenzahl lag bei durchschnittlich 13.752.025; damit bezogen rund 99,76 Prozent der Leser die Zeitschrift im Abo. Die übrigen Exemplare waren Freistücke. Als reine Mitgliederzeitschrift hängt der Auflagenverlauf unmittelbar mit der Mitgliederentwicklung zusammen (Mai 2013: 18,4 Mio. Mitglieder).

Bei den in der Auflage eingerechneten E-Paper-Versionen des Hefts (im ersten Quartal 2013 waren das 380.157 Exemplare) wird nicht berücksichtigt, ob ein Kunde sich das Dokument tatsächlich heruntergeladen hat oder nicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ADAC Motorwelt. In: media.adac.de. Abgerufen am 15. August 2016.
  2. a b Manipulationsskandal: Kunz ist neuer Chefredakteur der ADAC-"Motorwelt". In: Spiegel Online. 2. Juni 2014, abgerufen am 9. Januar 2017.
  3. laut IVW, drittes Quartal 2016 (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. Meedia Top 100 Zeitschriften
  5. Zeitschriftendatenbank. Die Deutsche Bibliothek, abgerufen am 8. Mai 2006.
  6. ADAC Motorwelt 1925 bis 2000: Alle Ausgabe online abrufbar auf zwischengas.com (zuletzt aufgerufen 26. Oktober 2016)
  7. Bastian Obermayer, Uwe Ritzer: Falsche Zahlen bei der Leserwahl – Manipulation beim Gelben Engel? In: sueddeutsche.de. 14. Januar 2014, abgerufen am 9. Januar 2017.
  8. afp, dpa, Carina Kontio: ADAC rauscht in die Vertrauenskrise. In: handelsblatt.com. 19. Januar 2014, abgerufen am 9. Januar 2017.
  9. Bastian Obermayer, Uwe Ritzer: "Gelber Engel" – ADAC hat offenbar schon früher manipuliert. In: sueddeutsche.de. 19. Januar 2014, abgerufen am 9. Januar 2017.
  10. a b c Claudia Tieschky: ADAC-Motorwelt – Der gute Riese. In: sueddeutsche.de. 19. Mai 2010, abgerufen am 9. Januar 2017.
  11. Preise für Formatanzeigen 2013 ADAC Motorwelt
  12. ADAC Motorwelt. ADAC. Abgerufen am 25. Juni 2014.