Abdul Ghani Baradar

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Mullah (عبدالغنی برادر) Abdul Ghani Baradar (* 1968 in Weetmak, Deh Rahwod District, Uruzgan)[1] auch Mullah Baradar Akhund genannt, ist ein afghanischer Führer der Taliban. Er ist der Stellvertreter von Mullah Mohammed Omar und Mitglied der Quetta Shura. 2009 wurde er als der De-facto-Führer der Taliban angesehen.[2]

Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baradar ist ein Durrani und Paschtune vom Stamm der Popolzai.[3] Baradar kämpfte im sowjetisch-afghanischen Krieg [4] und wurde später einer der Gründer der Taliban.[5]

Während der Zeit Islamisches Emirat Afghanistan war er Governor von Herat und Nimrus.[6][7]

Ein nicht klassifiziertes Dokument des Außenministeriums der Vereinigten Staaten listet ihn als Deputy Chief of Army Staff and Commander of Central Army Corps in Kabul[8] während Interpol behauptet er war stellvertretender Verteidigungsminister der Taliban.[1]

Berichte über seinen Tod bei einem Luftangriff in der Provinz Helmand am 30. August 2007[9][10] erwiesen sich als falsch. Er wurde im Februar 2010 durch Inter-Services Intelligence und CIA in Karatschi, Pakistan festgenommen.[11] Ein Talibankommadeur bestätigte seine Gefangenschaft gegenüber der Presse, behauptete aber er sei bei der Operation Muschtarak in Helmand gefangen genommen worden.[12] Ein anderer Sprecher widersprach der Gefangennahme.[13]

Am 10. September 2013 gab der pakistanische Nationale Sicherheits- und außenpolitische Berater Sartaj Aziz bekannt, dass Baradar freikommen werde, sich aber weiter in Pakistan aufhalten müsse. Damit sollte der „afghanische Versöhnungsprozess“ unterstützt werden.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Terror Cops. Simon and Schuster Pocket Books. 5. August 2010. Abgerufen am 30. Januar 2014.
  2. Ron Moreau: America’s New Nightmare, Newsweek. 25. Juli 2009. Abgerufen am 16. Februar 2010. 
  3. Antonio Giustozzi: Koran, Kalashnikov, and laptop: the neo-Taliban insurgency in Afghanistan.. Columbia University Press, 2008, ISBN 0-231-70009-1, S. 47 (Abgerufen am 30. Januar 2014).
  4. Matthew Green: Taliban strategist was seen as future negotiator, Financial Times. 16. Februar 2010. 
  5. Profile: Mullah Abdul Ghani Baradar, BBC News. 16. Februar 2010. 
  6. The Hunt For Bin Laden, TIME. 26. November 2001. Abgerufen am 16. Februar 2010. 
  7. Ludwig W. Adamec: Volume 30 of Historical dictionary of Afghan wars, revolutions, and insurgencies.. Rowman & Littlefield, 2005, ISBN 0-8108-4948-8, S. lxxxiii (Abgerufen am 30. Januar 2014).
  8. B1, 1.4(D) (PDF; 827 kB) Außenministerium der Vereinigten Staaten. Abgerufen am 16. Februar 2010.
  9. Top Taliban Commander Killed In Southern Afghanistan, Radio Free Europe/Radio Liberty. Abgerufen am 16. Februar 2010. 
  10. Top Taliban Leader Killed in Afghanistan, ABC News. 30. August 2007. Archiviert vom Original am 19. Februar 2010 i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/blogs.abcnews.com. Abgerufen am 16. Februar 2010. 
  11. Secret Joint Raid Captures Taliban’s Top Commander, The New York Times. 16. Februar 2010. 
  12. Afghanistan’s Taliban Confirm Capture of Number-Two Commander, Bloomberg. 15. Februar 2010. Abgerufen am 5. Januar 2014. 
  13. Report: Taliban's top military commander captured, Associated Press. 15. Februar 2010. Abgerufen am 5. Januar 2014. 
  14. Pakistan will Vizechef der Taliban freilassen. derstandard.at. 10. September 2013. Abgerufen am 30. Januar 2014.