Abortivum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Abortivum (Plural: Abortiva) wird eine Substanz bezeichnet, mit der ein Schwangerschaftsabbruch ausgelöst werden kann. Ein in der Medizin gebräuchliches Abortivum ist der Wirkstoff Mifepriston der so genannten Abtreibungspille RU-486.

In Naturheilkunde und Volksmedizin werden einer Reihe von Pflanzen wie Echtes Johanniskraut[1], Aloe (Aloe vera), Angelika (Angelica archangelica), Eibennadelsud, Frauenminze, Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi), Beifuß (Artemisia vulgaris), Wermut (Artemisia absinthium), Gartenkresse (Lepidium sativum), Liebstöckel (Levisticum officinale), Muskatnuss (Myristica fragrans), Petersilie (Petroselinum crispum), Raute (Ruta graveolens), Gefranste Raute (Ruta chalepensis), Sadebaum (Juniperus sabina)[2], Zimt (Cinnamomum ceylanicum) und Safran (Crocus sativus) eine abtreibende Wirkung zugeschrieben. Bei Verwendung dieser Präparate sind Vergiftungen mit schwerwiegenden Nebenwirkungen beschrieben worden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ciganda & Laborde: Herbal infusions used for induced abortion. In: J Toxicol Clin Toxicol. 2003;41:235-9. PMID 12807304
  • Gold & Cates: Herbal abortifacients. In: JAMA. 1980;243:1365-6. PMID 7359700
  • Conway & Slocumb: Plants used as abortifacients and emmenagogues by Spanish New Mexicans. In: J Ethnopharmacol. 1979;1:241-61. PMID 232204
  • Vollmer: Über die Eignung von Gartenraute, Zimt und einigen anderen pflanzlichen Materialien als Abortiva. In: Arch Toxicol. 1938;9: 69-74 doi:10.1007/BF02452283
  • Andrea Kammeier-Nebel: Wenn eine Frau Kräutertränke zu sich genommen hat, um nicht zu empfangen ... In: Mensch und Umwelt im Mittelalter. Hrsg. von Bernd Hermann, 2. Aufl., Stuttgart 1982, S. 65–73

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Abortivum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. St. John's Wort (PDF; 772 kB)
  2. V. J. Brøndegaard: Der Sadebaum als Abortivum. Sudhoffs Archiv 48 (1964), S. 331–351
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!