Abortivum

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In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Es gibt Arzneien, die Uteruskontraktionen stimulieren, andere stimulieren die Menstruation, weitere stimulieren (als Abführmittel) sekundäre Uteruskontraktionen, und wieder andere sind einfach nur giftig. Der Artikel enthält leider weder eine Klassifikation mit Informationen über die Wirkungsweise der aufgeführten Arzneien, noch gibt er den mindesten Hinweis darauf, ob die überhaupt in der Lage sind, eine Fehlgeburt herbeizuführen. Es existiert dazu reichlich Forschungsliteratur, auf die hier leider überhaupt nicht Bezug genommen wird. Übrigens macht auch Mifepriston im Alleingang keinen Schwangerschaftsabbruch, sondern nur im Verein mit einem Prostaglandin.
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Als Abortivum (Plural: Abortiva) wird eine Substanz bezeichnet, mit der ein Schwangerschaftsabbruch ausgelöst werden kann.

Arzneien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein in der Medizin gebräuchliches Abortivum ist der Wirkstoff Mifepriston der so genannten Abtreibungspille RU-486.

In den 1970er Jahren brachten die in Mumbai ansässigen Gambers Laboratories eine angeblich ayurwedische „Fetex-Paste“ auf den Markt, die in den Uterus eingespritzt wurde. Nachdem mehrere Frauen im Anschluss Bauchfellentzündungen, Gangrän und Nierenversagen erlitten hatten, wurde das Produkt nach 1985 verboten.[1] In Deutschland war bereits in den 1920er Jahren ein ähnliches Produkt, „Interruptin“, verwendet worden; nach einer Häufung von Todesfällen durch Luft- und Fettembolie war auch diese Paste wieder vom Markt genommen worden.[2]

Hausmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Naturheilkunde und Volksmedizin[3] wird einer Reihe von Pflanzen wie Arnika (Berg-Wohlverleih), Echtes Johanniskraut[4], Aloe (Aloe vera), Angelika (Angelica archangelica), Eibennadelsud, Frauenminze, Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi), Beifuß (Artemisia vulgaris), Wermut (Artemisia absinthium), Mutterkraut, Gartenkresse (Lepidium sativum), Liebstöckel (Levisticum officinale), Muskatnuss (Myristica fragrans), Petersilie (Petroselinum crispum), Raute (Ruta graveolens), Gefranste Raute (Ruta chalepensis), Sadebaum (Juniperus sabina)[5], Trauben-Silberkerze (Actaea racemosa)[6], Zimt (Cinnamomum ceylanicum) und Safran (Crocus sativus) eine abtreibende Wirkung zugeschrieben. Bei Verwendung dieser Präparate sind schwere Vergiftungen beschrieben worden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ciganda & Laborde: Herbal infusions used for induced abortion. In: J Toxicol Clin Toxicol. 2003;41:235-9. PMID 12807304
  • Gold & Cates: Herbal abortifacients. In: JAMA. 1980;243:1365-6. PMID 7359700
  • Conway & Slocumb: Plants used as abortifacients and emmenagogues by Spanish New Mexicans. In: J Ethnopharmacol. 1979;1:241-61. PMID 232204
  • Vollmer: Über die Eignung von Gartenraute, Zimt und einigen anderen pflanzlichen Materialien als Abortiva. In: Arch Toxicol. 1938;9: 69-74 doi:10.1007/BF02452283
  • Andrea Kammeier-Nebel: Wenn eine Frau Kräutertränke zu sich genommen hat, um nicht zu empfangen ... Geburtenbeschränkung im frühen Mittelalter. In: Mensch und Umwelt im Mittelalter. Hrsg. von Bernd Herrmann, Stuttgart 1986, S. 65–73

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Abortivum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. S. G. Kabra: Unsafe abortions and experimental excesses. In: Indian Journal of Medical Ethics. Band 11, Nr. 3, 2003 (Online).
  2. Interruptin Spritzengarnitur. In: Museum fur Verhütung und Schwangerschaftsabbruch. Abgerufen am 8. September 2016.
  3. Larissa Leibrock-Plehn: Hexenkräuter oder Arznei. Die Abtreibungsmittel im 16. und 17. Jahrhundert. (Mathematisch-naturwissenschaftliche Dissertation Marburg) Stuttgart 1992 (in der Reihe Heidelberger Schriften zur Pharmazie- und Naturwissenschaftsgeschichte).
  4. St. John's Wort (PDF; 772 kB)
  5. V. J. Brøndegaard: Der Sadebaum als Abortivum. Sudhoffs Archiv 48 (1964), S. 331–351
  6. James C. Mohr: Abortion in America: The Origins and Evolution of National Policy. Oxford University Press, Oxford u.a. 1978, ISBN 0-19-502249-1, S. 68 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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