Achille Starace

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Starace (Mitte) beim Besuch einer Alfa-Romeo-Fabrik, um 1930

Achille Starace (* 18. August 1889 in Sannicola; † 29. April 1945 in Mailand) war ein italienischer faschistischer Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achille Starace besuchte in Lecce das Technische Institut und schloss eine Ausbildung als Buchhalter ab. Im Jahr 1909 kam er zur italienischen Armee und wurde 1912 Leutnant. Während des Ersten Weltkrieges erhielt er als Frontkämpfer hohe Auszeichnungen. Nach dem Krieg ging er trotz seiner süditalienischen Herkunft nach Trient, wo er mit dem aufkommenden Faschismus in Kontakt kam.

Als Nationalist trat er 1920 der faschistischen Partei bei und wurde schnell Parteisekretär. In dieser Funktion organisierte er die faschistischen Eingreiftruppen in Südtirol (vergleichbar der deutschen SA; siehe auch Bozner Blutsonntag im April 1920). 1921 wurde Benito Mussolini auf ihn aufmerksam, im Oktober 1921 wurde er stellvertretender Parteisekretär der faschistischen Partei (PNF). 1922 nahm Starace am Marsch auf Rom teil. Im selben Jahr wurde er zum Parteiinspektor von Sizilien ernannt. 1924 wurde er ins italienische Abgeordnetenhaus gewählt und 1928 zum Parteisekretär der Mailänder Abteilung der faschistischen Partei ernannt.

Seine Karriere erreichte ihren Höhepunkt 1931, als Starace Parteisekretär der PNF wurde. Diese Position erreichte er durch seine unbedingte Gefolgschaft für Mussolini. Als Parteisekretär organisierte er gewaltige Umzüge und Märsche, schlug rassistische Maßnahmen vor und verbreitete weitgehend den Personenkult um Mussolini. Zahlreiche Riten des Faschismus gehen auf seine Initiative zurück. So war er in derselben Zeit auch der Präsident des Comitato Olimpico Nazionale Italiano. In diese Zeit fallen die größten Triumphe des italienischen Sports (Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934, 2. Platz bei den Olympischen Sommerspielen 1932 etc.). Hierdurch gelang es Starace, die Mitgliederzahl der faschistischen Partei zu erhöhen. Sowohl die Verbindung von Parteijugend und Staatsjugend in der Hitlerjugend als auch die staatliche Förderung des Sports dienten als Vorbilder des Nationalsozialistischen Deutschlands.[1] Er blieb acht Jahre Parteisekretär – länger als jeder seiner Vorgänger, machte sich aber seit der Mitte der 1930er Jahre zahlreiche Feinde in der faschistischen Partei.[2]

1935 legte Starace seine Funktion als Parteisekretär nieder, um am zweiten Abessinienkrieg teilzunehmen. Im Oktober 1939 wurde er endgültig als Parteisekretär zugunsten von Ettore Muti abgesetzt.

Nach der Absetzung Mussolinis 1943 wurde Starace von der Regierung Badoglio festgenommen, obwohl er bereits seit zwei Jahren keinen realen Machteinfluss mehr hatte. Nachdem er vergebens versucht hatte, Mussolinis Unterstützung während der Zeit der faschistischen Republik von Salò wiederzuerlangen, wurde er in Verona in einem faschistischen Konzentrationslager inhaftiert. Man warf ihm die Schwächung der Partei während seiner Zeit als Parteisekretär vor. Er wurde schließlich freigelassen und ging nach Mailand, wo er im April 1945 erkannt und von Partisanen gefangengenommen wurde. Am 29. April wurde Starace zum Piazzale Loreto in Mailand geführt und erschossen, an dem Ort, an dem der tote Mussolini aufgehängt worden war.

Starace war Träger des Großkreuzes des Deutschen Adlerordens.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Achille Starace – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnd Krüger: Der Einfluß des faschistischen Sportmodells Italiens auf den nationalsozialistischen Sport. In: Morgen A. Olsen (Hrsg.): Sport und Politik. 1918–1939/40. Universitetsforlaget, Oslo 1986, S. 226–232; Arnd Krüger: Sport im faschistischen Italien (1922–1933). In: G. Spitzer, D. Schmidt (Hrsg.): Sport zwischen Eigenständigkeit und Fremdbestimmung. Festschrift für Prof. Dr. Hajo Bernett. P. Wegener, Bonn 1986, S. 213–226.
  2. : Rappa, Sebastian B.: Achille Starace and the Italian Fascist Party, 1931-1939: The Creation of the Totalitarian Myth. Diss NYU. Ann Arbor, MI: University Microfilms International, 1987