Adršpach

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Adršpach
Wappen von Adršpach
Adršpach (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Historischer Landesteil: Böhmen
Region: Královéhradecký kraj
Bezirk: Náchod
Fläche: 1971 ha
Geographische Lage: 50° 37′ N, 16° 7′ OKoordinaten: 50° 37′ 23″ N, 16° 6′ 52″ O
Höhe: 554 m n.m.
Einwohner: 514 (1. Jan. 2016)[1]
Postleitzahl: 549 52
Verkehr
Bahnanschluss: Trutnov–Teplice nad Metují
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Dana Cahová (Stand: 2007)
Adresse: Horní Adršpach 128
549 52 Adršpach
Gemeindenummer: 547786
Website: www.adrspach.cz

Adršpach (deutsch Adersbach) ist ein Dorf im Bezirk Náchod in Tschechien. Es ist Sitz der gleichnamigen Gemeinde und liegt 14 Kilometer westlich von Broumov.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adršpach liegt im Braunauer Bergland im Norden der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt. Nachbarorte sind Libná im Norden, Zdoňov im Nordosten, Horní Teplice (Oberweckelsdorf) im Osten, Teplice im Südosten und Hodkovice (Hottendorf) im Südwesten. Jenseits der Grenze zu Polen, die im Nordwesten verläuft, liegen Uniemyśl im Westen und Chełmsko Śląskie im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adersbach mit Schloss und Felsenstadt

Adersbach entstand vermutlich im 13. Jahrhundert im Zuge der Kolonisierung des Braunauer Landes. Die gleichnamige Burg wurde erstmals 1348 erwähnt und war 1354 im Besitz des Hanuš von Dubá auf Adersbach. Dessen Nachkommen errichteten unweit der Burg, die nach den Hussitenkriegen als Raubritternest von den Schlesiern zerstört worden war, ein Kastell. Peter von Dubá verkaufte Adersbach zusammen mit den Burgbezirken Rýzmburk und Skály 1534 dem Johann von Pernstein, der im selben Jahr von seinem Bruder Vojtěch von Pernstein die Herrschaft Nachod geerbt hatte. 1543 verkaufte er die Herrschaften Skalý und Rýzmburk und ein Jahr später die gesamte Herrschaft Nachod den Smiřický von Smiřice[2]. Im selben Jahr wurde Adersbach in die Dorfschaften Nieder- und Oberadersbach geteilt. 1577 war es im Besitz des Adam Bohdanecký von Hodkov, der das Kastell 1577–1580 zu einem Renaissance-Schloss umbauen ließ. Nach häufigen Besitzerwechseln gelangte Adersbach an Johann Nádherný, bei dessen Nachkommen es bis 1948 verblieb.

Nach Aufhebung der Patrimonialherrschaften gehörte Adersbach zur Bezirkshauptmannschaft Braunau. Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte es sich wegen der benachbarten Felsenstadt, die 1790 von Johann Wolfgang von Goethe besucht wurde, zu einem beliebten Ausflugsort. Die Zahl der Einwohner betrug im Jahr 1900: 1538 und im Jahr 1930: 1490, davon 1390 Deutsche.

Nach dem Münchner Abkommen 1938 wurde Adersbach, das überwiegend deutsch besiedelt war, dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Braunau. In den Jahren 1945 und 1946 erfolgte die Vertreibung der deutschen Bewohner. Die Zahl der Einwohner ging deutlich zurück. Der letzte Besitzer war Constantin von Nádherny, der nach der kommunistischen Machtübernahme 1948 enteignet wurde und nach Österreich emigrierte.[3]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Adršpach besteht aus den Ortsteilen

  • Dolní Adršpach (Niederadersbach) und
  • Horní Adršpach (Oberadersbach)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Adersbach
  • Im Ortsteil Dolní Adršpach
    • Burg Adršpach
    • Das Schloss Adršpach wurde 1577–1580 vom damaligen Grundherrn Adam Bohdanecký von Hodkov errichtet. Seit dem Jahr 2014 ist das Schloss wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Neben einer Dauerausstellung zum Bergsteigen und zum Klettersport in der Tschechischen Republik finden dort wechselnde Ausstellungen statt.
    • Der sogenannte Umlaufhof wurde als Gerichtsgebäude 1670 errichtet. Er gehört zu den ältesten Fachwerkbauten der Region.
  • Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt
  • Kreuzweg, gegenüber von der Felsenstadt

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Vergangenheit spielte der Leinen-Anbau und die Leinenverarbeitung in Adršpach eine große Rolle. Heute gibt es in Horní Adršpach ein Werk der deutschen Continental AG, die hier u.a. für die Automobil-Industrie Komplettsysteme für Autoscheinwerfer-Waschanlagen herstellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adršpach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  2. Lydia Baštecká, Ivana Ebelová, 'Náchod', Náchod 2004, ISBN 80-7106-674-5, S. 64–65
  3. daten.digitale-sammlungen.de