Alessandro Baricco

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Alessandro Baricco (2010)

Alessandro Baricco [a.les.ˈsan.dro ba.ˈrik.ko] (* 25. Januar 1958 in Turin) ist ein italienischer Schriftsteller und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alessandro Baricco studierte Philosophie und Musikwissenschaft und war Schüler Gianni Vattimos und schloss sein Studium 1983 mit einer Arbeit über Theodor W. Adorno ab. Es folgten Veröffentlichungen in verschiedenen Gebieten, so über Adorno, Walter Benjamin, Gioachino Rossini und die Neue Musik. Das 1984 entstandene Drehbuch zu einem Kurzfilm Una vita spericolata (Ein waghalsiges Leben) wurde mit Förderpreisen ausgezeichnet. Baricco arbeitet lange Zeit als Musikkritiker. Er schrieb unter anderem für die Tageszeitungen La Repubblica und La Stampa. Seine journalistischen Artikel und Essays wurden in mehreren Sammelbänden veröffentlicht.

Populär wurde Baricco in seiner italienischen Heimat insbesondere durch seine Tätigkeit beim Fernsehen. So brachte er dem Publikum ab 1993 klassische Opern in der Sendung L’amore è un dardo (Die Liebe ist ein Pfeil) näher. Ab 1994 moderierte er mit Il circolo Pickwick (Die Pickwickier) eine Literatursendung für den „ungeübten Leser“. Auch weitere Projekte Bariccos hatten die öffentlichkeitswirksame Verbreitung der Literatur zum Inhalt. Erstmals 1997 konzipierte er gemeinsam mit dem Theaterregisseur Gabriele Vacis ein Lesefestival namens Totem, das als kombinierte Buch- und Videoproduktion veröffentlicht wurde. Mit der Band Air brachte er im Jahr 2003 ein Album heraus, das eine Verbindung von Musik und Lesung anstrebte. Seit 1994 leitete Baricco eine Literaturhochschule namens Scuola Holden in Turin, wo er bis heute überwiegend lebt.[1]

Literarisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits mit seinem Romanerstling Castelli di rabbia (deutscher Titel: Land aus Glas) wurde Baricco 1991 in Italien als literarische Entdeckung und hoffnungsvoller Jungautor gefeiert. Auch der Nachfolger Oceano Mare wurde 1993 von der Kritik weitgehend begeistert aufgenommen, beide Romane wurden mit Preisen ausgezeichnet.[2] Es folgten mit dem Monolog Novecento (Neunzehnhundert) und dem novellenartigen Roman Seta (Seide) zwei kürzere Stücke, die beide Verfilmungen nach sich zogen (Seide und Die Legende vom Ozeanpianisten). Seta wurde ein Weltbestseller und machte Baricco auch im deutschen Sprachraum bekannt.[3] Schlechte Kritiken erhielt dagegen City, obwohl der Roman laut Gerhild Fuchs zum Kultbuch unter jungen Lesern wurde.[2] 2002 und 2005 schlossen sich mit Senza Sangue (Ohne Blut) und Questa Storia (Diese Geschichte) zwei weitere Romane an.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literaturpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhild Fuchs: Alessandro Bariccos Variationen der Postmoderne. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2513-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biografie überwiegend nach Gerhild Fuchs: Alessandro Bariccos Variationen der Postmoderne, S. 19–20.
  2. a b Gerhild Fuchs: Alessandro Bariccos Variationen der Postmoderne, S. 13, 19.
  3. Kurzbiografie zu Alessandro Baricco für das internationale literaturfest berlin.