Alexander Horn (Fallanalytiker)

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Alexander Horn (* 14. August 1973 in Bad Tölz) ist ein deutscher Fallanalytiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 begann Horn seine Ausbildung zum Polizeikommissar. 1996 wechselte er zur Kriminalpolizei ins Dezernat für Sexual- und Gewaltdelikte beim Polizeipräsidium München. Als auf Initiative von Udo Nagel das Pilotprojekt Täterprofiling bei der Münchner Mordkommission ins Leben gerufen wurde, gehörte Horn zum Gründungsteam.[1] Seit 1998 leitet er die Dienststelle für Operative Fallanalyse (OFA), Kommissariat 115 am Polizeipräsidium München. Diese zeichnet neben der Fallanalyse und Täterprofilerstellung auch für den Betrieb der Datenbanken ViCLAS und HEADS verantwortlich. Seit ihrer Gründung 2001 ist Horn festes Mitglied der Bund-Länder-Projektgruppe für die Entwicklung der Qualitätsstandards für Fallanalysen.

2006 erstellte Horn eine Operative Fallanalyse für die BAO Bosporus, die zur Aufklärung der Ceska-Mordserie an Migranten gebildet worden war, und wies auf einen möglichen rechtsradikalen Hintergrund der Täter hin.[2] Diese Analyse bestätigte sich mit der Aufdeckung der für die Mordserie verantwortlichen rechtsextremen Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) im November 2011.[3] Außerdem war Horn maßgeblich an der Klärung der Mord- und Missbrauchsserie des „Maskenmanns“ Martin Ney im April 2011 beteiligt.[4] Mit seinen Ermittlungen rund um Ney und anderen Tathergängen diente er als Fallanalytiker in der von Udo Nagel moderierten Dokuserie Ungeklärte Morde auf RTL 2.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Udo Nagel: ViCLAS – Ein Expertensystem als Ermittlungshilfe. In: Kriminalistik. Nr. 1, 1998, S. 54–58.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Fallanalyse und forensischer Psychiatrie. In: Cornelia Musolff, Jens Hoffmann (Hrsg.): Täterprofile bei Gewaltverbrechen. Mythos, Theorie und Praxis des Profilings. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Springer, Heidelberg 2006, ISBN 3-540-33345-2.
  • Die Erstellung von Täterprofilen: Denken wie der Täter? In: Hans Förstl (Hrsg.): Theory of Mind. Neurobiologie und Psychologie sozialen Verhaltens. Springer, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-27240-3.
  • mit Harald Dern: Operative Fallanalyse bei Tötungsdelikten. Eine kriminologische und methodische Bestandsaufnahme im Jahr 2008. In: Kriminalistik. Nr. 10, 2008, S. 543–549.
  • mit Harald Dern, Christa Dern, Ursula Horn: The Fire Behind the Smoke: A Reply to Snook and Colleagues. In: Criminal Justice and Behavior. Bd. 36, 2009, Nr. 10, S. 1085–1090.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jagd nach Serientätern: Profiler: Kein Job für zarte Gemüter. In: Augsburger Allgemeine. 13. Mai 2012.
  2. Wolf Schmidt: Polizeiprofiler war 2006 NSU auf der Spur: Deutsch, rechts, Serientäter. In: Die Tageszeitung. 21. April 2012.
  3. Joachim Käppner, Tanjev Schultz: Ermittlungen zur Zwickauer Neonazi-Zelle – Mein Fall, meine Spur, mein Personal. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Mai 2012.
  4. Joachim Käppner: Auf den Spuren eines Kindermörders – Wer hat Angst vorm schwarzen Mann. In: Süddeutsche Zeitung. 12. Oktober 2004; Sebastian Engel: Mordfall Dennis: Serienmörder führte verstörendes Doppelleben. In: Focus. 15. April 2011.