Alexander Schiebel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Alexander Schiebel (geboren am 4. Februar 1966 in Wien) ist ein österreichischer Autor und Dokumentarfilmer. Seit 1. April 2019 befindet er sich mit seiner Familie auf einer weltweiten Recherche-Reise.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiebel arbeitete in den Bereichen Software-Entwicklung und Online-Marketing und zog 2013 nach Meran in Südtirol.[2] Ab Februar 2018 lebte er ein Jahr lang in Leipzig, von wo er im April 2019 zu einer weltweiten Recherche-Reise aufbrach.[3] Er ist verheiratet und hat sechs Kinder.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Meran baute Schiebel den Dokumentarfilmblog „suedtirolerzaehlt“ auf.[4] Im Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl 2015 unterstützte er den grünen Kandidaten Paul Rösch gegen die Südtiroler Volkspartei (SVP).[5] 2016 arbeitete er bei einer Kampagne gegen den Ausbau des Flughafens Bozen mit.[6]

In seinem im September 2017 veröffentlichten Buch Das Wunder von Mals. Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet[7] erzählt Schiebel, wie die Südtiroler Gemeinde Mals per Volksabstimmung entschied, die erste "Pestizid-freie Gemeinde Europas" zu werden. Das Volksbegehren war eine Reaktion auf den massenhaften Einsatz von Pestiziden in den Südtiroler Apfelbaum-Plantagen. Der gleichnamige Dokumentarfilm feierte Ende Mai 2018 zuerst in München, anschließend in Mals Premiere,[8] eine 11-teilige Serie mit Material aus dem Film steht bereits seit 2016 im Internet.

Im November 2019 beantragte die Staatsanwaltschaft am Landesgericht Bozen die Einleitung eines Hauptverfahrens wegen übler Nachrede (diffamazione), weil er mit Passagen des Buchs das Ansehen der Südtiroler Landwirte verletzt habe.[9] Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic, stufte die Klagen wegen übler Nachrede in Südtirol gegen Alexander Schiebel, seinen deutschen Verleger Jacob Radloff und gegen Karl Bär vom Umweltinstitut München jedoch als Missbrauch der Justiz ein. In einem am 27. Oktober 2020 veröffentlichten Kommentar nennt sie die Anzeigen des Südtiroler Landesrats für Landwirtschaft gegen Kritiker des hohen Pestizideinsatzes in der Region als Beispiel für sogenannte SLAPP-Klagen (Strategic Lawsuits Against Public Participation).[10] Bereits am 28. Oktober stellte das Gericht die Ermittlungen gegen oekom-Verleger Jacob Radloff und die Mitglieder des Umweltinstituts aus Mangel an Beweisen ein.[11] Am 28. Mai 2021 sprach das Landgericht Bozen Alexander Schiebel von Vorwürfen wegen angeblicher übler Nachrede frei.[12]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Oktober 2018 wurde Alexander Schiebel für das Buch Das Wunder von Mals der Salus-Medienpreis verliehen.[13] Sein Dokumentarfilm mit dem gleichen Titel wurde im Rahmen der 14. Ökofilmtour 2019 mit dem Preis der Stadt Potsdam für die beste künstlerische Leistung ausgezeichnet.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns – Leben Ohne Nix. Abgerufen am 15. August 2019 (deutsch).
  2. Über Alex Schiebel. In: Südtirol erzählt. 7. März 2013 (suedtirolerzaehlt.com [abgerufen am 10. August 2018]).
  3. „Warum ich gehe“ – Die Neue Südtiroler Tageszeitung. Abgerufen am 15. August 2019.
  4. Südtirol erzählt. Abgerufen am 10. August 2018 (deutsch).
  5. Ein Zebra rebelliert | Wunderwerkstatt. Abgerufen am 10. August 2018 (deutsch).
  6. 1000 Stimmen | Wunderwerkstatt. Abgerufen am 10. August 2018 (deutsch).
  7. oekom verlag GmbH- www.oekom.de: Alexander Schiebel | oekom verlag. Abgerufen am 11. September 2020.
  8. Premieren München & Mals. In: Das Wunder von Mals. 15. Mai 2018 (wundervonmals.com [abgerufen am 10. August 2018]).
  9. „Ich bin das Gute“ – Die Neue Südtiroler Tageszeitung. Abgerufen am 3. Januar 2020.
  10. Time to take action against SLAPPs. Abgerufen am 10. November 2020 (britisches Englisch).
  11. Südtiroler Pestizidprozess: Landesgericht Bozen beendet Strafverfahren gegen Verleger des Münchner oekom Verlags und weitere Mitglieder des Umweltinstituts München, Leipziger Zeitung vom 28. Oktober 2020, abgerufen am 29. Mai 2021
  12. Von wegen üble Nachrede: Pestizidkritiker Alexander Schiebel im Bozener Prozess freigesprochen, Leipziger Zeitung, erschienen und abgerufen am 29. Mai 2021
  13. Preisträger 2018. Abgerufen am 15. August 2019.
  14. Cityreporter: Siegerfilm der diesjährigen Ökofilmtour wird präsentiert / Vorführung der Dokumentation „Das Wunder von Mals“ mit Filmgespräch. In: PNR24 - Presse News Report24. 4. Juni 2019, abgerufen am 15. August 2019 (deutsch).