Alfred Prang

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Alfred Prang im Couleur des Corps Masovia

Alfred Emil Arthur Prang (* 25. September 1887 in Marggrabowa; † 9. April 1967 in München) war ein deutscher Ministerialbeamter im Verkehrswesen.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn eines Brauerei- und Brennereibesitzers in Masuren besuchte Prang die Herzog-Albrechts-Schule (Rastenburg). Im Sommersemester 1908 begann er Rechtswissenschaft, Volkswirtschaft und Staatswissenschaften an der Albertus-Universität Königsberg zu studieren. Im selben Semester wurde er im Corps Masovia aktiv.[1] Als Inaktiver wechselte er 1910 an die Friedrichs-Universität Halle. Das Referendarexamen bestand er 1912 am Oberlandesgericht Naumburg. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Artillerieoffizier teil.

Seit 1920 Gerichtsassessor, kam er 1921 an die Reichsfinanzverwaltung und wechselte unter Ernennung zum Regierungsrat in den Eisenbahndienst. Von 1922 bis 1924 war er Dezernent bei der Reichsbahndirektion Königsberg, ab 1924 Leiter des Eisenbahnverkehrsamtes Gera. Ab 1926 war er in der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft tätig. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde er als Arier und NSDAP-Mitglied zum Vorstandsmitglied bestellt. Er verdrängte auf diesem Posten Ludwig Homberger, der jüdischer Abstammung war.[2] 1937 wechselte er als Ministerialdirektor ins Reichsverkehrsministerium, blieb aber auf seinem Posten bei der Reichsbahn und den Reichsautobahnen.

In der Nachkriegszeit in den Zonenbeirat berufen, reorganisierte er bei der neu gegründeten Reichsbahn-Generaldirektion das Eisenbahnwesen in der Bizone. 1948 war er Mitglied des Sachverständigenausschusses „Reichsbahn“ bei der Bank deutscher Länder. Zum 1. Juni 1949 wurde ihm der Aufbau der Gesamtorganisation der Deutschen Verkehrs-Kredit-Bank übertragen. Seit dem 16. Februar 1952 deren Vorstandsmitglied, wurde er 1960 pensioniert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Methoden der inneren Finanzwirtschaft der Deutschen Reichsbahn. Die Reichsbahn 9 (17. Mai 1933), S. 410–419.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Forstreuter, Fritz Gause (Hg.): Altpreussische Biographie. Elwert, Marburg 1975–1989.
  • Walter Habel (Hg.): Wer ist wer. Berlin 1955.
  • Karl Ritter von Klimesch (Hg.): Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. 1953.
  • Volkhard Stern: Der Autobahn-Schnellverkehr der Deutschen Reichsbahn. Freiburg i. Br. 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1930, 89, 974
  2. Alfred C. Mierzejewski: Hitler's trains: the German National Railway & the Third Reich, Tempus, 2005, ISBN 978-0-7524-2981-6
  3. Kurt Otterski, Franz Willuhn: Nachruf auf Alfred Prang. Zeitung der Altmärker-Masuren 41 (1967), S. 763–767