Allgemeine Zionisten

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Die Allgemeinen Zionisten waren eine als liberal zu betrachtende Zentrumsbewegung[1] innerhalb der Zionistischen Bewegung.[2] Nach dem Tod von Theodor Herzl spaltete sich die Zionistische Bewegung. Der Begriff Allgemeine Zionisten wurde verwendet, um Mitglieder des Zionistischen Weltkongresses zu bezeichnen, die zu Beginn der Spaltung in Sozialisten und Revisionisten (letztere unter Führung von Wladimir Zeev Jabotinsky) nicht Mitglieder einer bestimmten Fraktion waren und über den Parteienkämpfen stehen wollten. Diese politisch gemäßigte Gruppierung wurde maßgeblich von Chaim Weizmann geprägt.[3]

1931 wurden während eines Kongresses in Krakau die Allgemeinen Zionisten als Partei gegründet, der sich die „radikalen Zionisten“ in Polen unter der Führung von Jizchak Grünbaum anschlossen. Diese Bewegung verzeichnete unter den Juden in Polen und weiteren europäischen Ländern großen Zulauf. Sie unterstützten zunächst die Idee des Zionismus, dazu aber auch europäische Mittelstandspositionen wie Privatbesitz und freie Marktwirtschaft. Zu Beginn der 1930er-Jahre ergab sich innerhalb der Allgemeinen Zionisten eine Spaltung in eine Gruppe, welche die Politik von Chaim Weizmann gegenüber Großbritannien im britischen Mandat sowie die Gewerkschaft Histadrut unterstützten, und einer zweiten Gruppe, welche sich der Politik Weizmans entgegenstellte.

Nach der israelischen Unabhängigkeit im Jahre 1948 bewegten sich die Allgemeinen Zionisten, als Antwort auf die allgemeine politische Hegemonie der Regierungspartei Mapai und der sozialistischen Zionisten, politisch nach rechts.

Knesset[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gründungsversammlung der Knesset, die am 14. Februar 1949 stattfand, hatten die Allgemeinen Zionisten sieben Sitze. Mapai erhielt 46 Sitze, Mapam 19, die Vereinigte Religiöse Front 15, Cherut 14 und die Progressiven 5 Mandate.[4] Im Januar 1952 stimmten die Allgemeinen Zionisten gegen die Aufnahme von Reparationsverhandlungen mit der Bundesrepublik Deutschland, gemeinsam mit den links- und rechtsradikalen Splitterparteien der Knesset.[5]

Die Allgemeinen Zionisten waren die ersten 13 Jahre im israelischen Parlament vertreten, einmal zweitgrößte Partei. Im Jahre 1961 vereinigte sie sich mit anderen Zentrumsparteien zur Miflaga Liberalit Jisra’elit und verschmolz im Gachal-Wahlbündnis mit der konservativen Cherut, die schließlich zum Likud wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Schäfer: Berliner Zionistenkreise. Eine vereinsgeschichtliche Studie. Metropol Verlag. Berlin 2003, ISBN 3-936411-29-8.
  • Geld spricht – durch ein goldenes Sprachrohr: Der Jerusalemer Gemeinderat. in: Das Jüdische Volk. Bd. 2, 8. April 1938, Nr. 14:2.
  • Zentrum. Zeitung der Allg. Zionisten in Österreich.
  • Die Stimme. Organ der Allgemeinen Zionisten in Österreich/Zionistischer Landesverband in Österreich, erschienen 1947–1966.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jüdische Kultur in Ostmitteleuropa am Beispiel Polens / Arno Lustiger. – Hauptteil. In: fes.de. Abgerufen am 18. August 2015.
  2. Frieden für Palästina. In: friedenfuerpalaestina.org. Abgerufen am 18. August 2015.
  3. Bundeszentrale für politische Bildung: Die Entwicklung des politischen Zionismus nach Herzl | bpb. In: bpb.de. Abgerufen am 18. August 2015.
  4. Jüdische Nachrichten: Israels Parlament – Knesset / Kneseth. In: www.hagalil.com. Abgerufen am 18. August 2015.
  5. ISRAEL Das Dorf und Gottes Erde. In: Der Spiegel. Band 4, 23. Januar 1952 (online [abgerufen am 18. August 2015]).