Altenhagen (Bielefeld)

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Altenhagen
Koordinaten: 52° 2′ 50″ N, 8° 38′ 44″ O
Höhe: 97 m
Fläche: 5,67 km²
Einwohner: 4850 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 855 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 33729
Vorwahl: 0521
Karte
Lage von Altenhagen in Heepen
Stadt Bielefeld

Altenhagen ist ein Stadtteil von Bielefeld im Stadtbezirk Heepen. Bis 1972 war Altenhagen eine eigenständige Gemeinde im Amt Heepen des Kreises Bielefeld.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bielefeld ist unterhalb der zehn Bezirke nicht weiter in administrative oder politische Einheiten gegliedert. Stadtteile sind in Bielefeld daher nur informelle Teilgebiete, deren Abgrenzung sich meist auf das Gebiet einer Altgemeinde bezieht. Zu statistischen Zwecken ist Bielefeld jedoch in 92 „statistische Bezirke“ eingeteilt. Die Altgemeinde Altenhagen entspricht dabei in etwa dem statistischen Bezirk Altenhagen, der heute in etwa die Grenzen des informellen Stadtteils Altenhagen definiert.

Altenhagen liegt im Nordosten von Bielefeld und grenzt an die Bielefelder Stadtteile Brönninghausen, Heepen und Milse sowie an die Städte Herford und Bad Salzuflen. Durch den Stadtteil fließen der Vogelbach, der Schulbach und der Wolfsbach. Im Südwesten von Altenhagen liegt der Töpkerteich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Mittelalter gehörte die Bauerschaft Altenhagen zur Vogtei Heepen in der Grafschaft Ravensberg. Nach der Napoleonischen Zeit gehörte Altenhagen seit 1816 zum Kreis Bielefeld und darin zunächst zur Bürgermeisterei Heepen, aus der schließlich 1843 das Amt Heepen gebildet wurde.[1][2]

In Altenhagen, das ursprünglich eine reine Streusiedlung war, entwickelten sich im 20. Jahrhundert zwei Siedlungsschwerpunkte; im Südosten das Kerngebiet von Altenhagen rund um die Kafkastraße, hier befinden sich auch Einrichtungen zur Nahversorgung und die Grundschule Altenhagen, sowie im Nordwesten das Wohngebiet Strusen nördlich der Milser Straße.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld wurde Altenhagen am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet[3] und gehört seitdem zum Stadtbezirk Heepen.

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohnerzahl
1812 0804[4]
1843 1020[5]
1864 0845[6]
1910 1005[7]
1939 1525[8]
1961 3053[3]
1966 3759[9]
1970 4072[3]
1972 3972[10]
2008 4834[11]
2014 4850 [12]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenhagen gehörte ursprünglich zum evangelischen Kirchspiel Heepen. 1909 gründete sich in Heepen der Evangelische Jünglings- und Jungfrauenverein, aus dem sich später ein Posaunenchor entwickelte. 1926 gründete sich die Evangelische Frauenhilfe Altenhagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Gläubigen stark an und Altenhagen wurde 1948 zusammen mit Milse zum Pfarrbezirk der Heeper Gemeinde erklärt. 1957 wurde der Pfarrbezirk geteilt und 1962 wurde die Gemeinde in Altenhagen schließlich selbstständig. Man begann mit den Planungen und dem Bau der Johanneskirche, die 1970 eingeweiht werden konnte. 1974 folgte das Gemeindehaus.[13] Kirche und Gemeinde gehören zum Kirchenkreis Bielefeld.

Die Altenhagener Katholiken gehören zur Kirchengemeinde St. Hedwig in Heepen. Ab 1945 wurde in einem vormaligen Jugenderholungsheim der NSV ein Kinder- und Altenheim, das St.-Elisabeth-Haus, eingerichtet, das über eine eigene Hauskapelle verfügte. Da sich katholische Heimatvertriebene auch in Altenhagen niedergelassen hatten, wurde die Hauskapelle für die Zahl der Gottesdienstbesucher zu klein, und 1955 begann der Bau einer neuen Kirche. Am 17. Juni 1956 erfolgte die Benediktion der nach Plänen des Paderborner Architekten Alois Dietrich errichteten St.-Elisabeth-Kirche, am 23. Oktober 2007 wurde sie profaniert.[14]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die TSG Altenhagen-Heepen spielt 2010/2011 in der Staffel West der 3. Handball-Liga.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nordöstlichen Rand von Altenhagen liegt die Anschlussstelle Ostwestfalen-Lippe der Bundesautobahn A 2. Von dort soll zukünftig die Ostwestfalenstraße bis zur B 61 verlängert werden und dabei als L712n nördlich am Altenhagener Wohngebiet Strusen vorbeigeführt werden.

Im öffentlichen Nahverkehr wird Altenhagen durch die Stadtbahn-Linie 2 und die Buslinie 33 erschlossen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfred Bruns (Hrsg.): Westfalenlexikon 1832-1835. (Nachdrucke zur westfälischen Archivpflege). Westfälisches Landesamt für Archivpflege, Münster 1978.
  2. Verordnung Nr. 713 (Einrichtung des Amtes Heepen). In: Amtsblatt der Regierung Minden. 17. November 1843, S. 360, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320.
  4. Westfalen unter Hieronymus Napoleon. 1812, S. 47, abgerufen am 20. April 2010 (Digitalisat).
  5. Seemann: Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden. 1843, S. 52-57, abgerufen am 23. April 2010 (PDF; 802 kB).
  6. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden. 1866, S. 12, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  7. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. April 2010.
  9. Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966.
  10. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 97 f.
  11. Sozialleistungsbericht 2008. Stadt Bielefeld, 31. Dezember 2008, S. 185, abgerufen am 25. Mai 2010 (PDF; 9,5 MB): „Einwohnerzahl des Statistischen Bezirks 667 Altenhagen“
  12. Statistischer Bezirk Altenhagen. Stadt Bielefeld Amt für Demographie und Statistik, abgerufen am 13. Oktober 2015.
  13. Kirchengemeinde Altenhagen. Kirchenkreis Bielefeld, abgerufen am 19. Juli 2010.
  14. Pastoralverbund Bielefeld-Ost. Abgerufen am 28. Dezember 2014.