TSG Altenhagen-Heepen

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TSG Altenhagen-Heepen
Logo der TSG Altenhagen-Heepen
Voller Name Trainings- und Spiel-
gemeinschaft Altenhagen-Heepen e.V.
Abkürzung(en) TSG A/H
Gegründet 1986
Vereinsfarben rot-blau
Halle Seidensticker Halle
Plätze 5.500
Geschäftsführer Heinrich Rödding
Trainer Stephan Just
Liga Oberliga Westfalen
2017/18
Rang 2. Platz
Website tsg-ah.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National 10 Jahre 2. Handball-Bundesliga
Westdeutscher Meister A-Jugend 2005

Die TSG Altenhagen-Heepen (offiziell: Trainings- und Spielgemeinschaft Altenhagen-Heepen e.V.[1]) ist ein Handballverein aus Bielefeld. Die Spielgemeinschaft zwischen dem TSV Altenhagen 03 und der SpVg Heepen besteht seit 1986. Die erste Mannschaft spielt seit dem Abstieg im Jahre 2014 in der viertklassigen Oberliga Westfalen. Zwischen 1993 und 2003 spielte der Verein, auch unter den Bezeichnungen TSG Bielefeld und HSG 02 Bielefeld, in der 2. Bundesliga. Heimspielstätte ist die Seidensticker Halle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stammvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TSV Altenhagen 03[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des TSV Altenhagen 03

Der TSV Altenhagen 03 wurde am 10. Mai 1903 als Turnverein Altenhagen gegründet. Zunächst ein reiner Männerturnverein erhielt der TV im Jahre 1928 eine Handballabteilung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde am 6. September 1945 der Turn- und Sportverein Altenhagen neu gegründet. Am 2. November 1950 wurde der Verein dann in TSV Altenhagen 03 umbenannt.[2]

Beim Feldhandball stiegen die Altenhagener im Jahre 1939 in die seinerzeit erstklassige Gauliga Westfalen auf und wurde prompt Vizemeister der Staffel I hinter dem TV Einigkeit Jöllenbeck.[3] Nach Kriegsende erreichte der nunmehrige TSV im Jahre 1960 die seinerzeit erstklassige Oberliga Westfalen auf, mussten aber zwei Jahre später wieder absteigen. 1966 gelang der Wiederaufstieg in die nunmehr zweitklassige Oberliga, ehe 1973 der Aufstieg in die zwischenzeitlich eingeführte Regionalliga West gelang. In dieser Saison wurden die Altenhagener Meister der Nordgruppe und setzten sich in den Endspielen gegen den TuS Ferndorf durch. Da die Bundesliga im gleichen Jahr aufgelöst wurde blieben die TSV-Handballer Regionalligist.

In der Halle wurden die TSV-Handballer 1967 nach einer 6:7-Endspielniederlagen gegen den Schalksmühler TV westfälischer Vizemeister. Zwei Jahre später gehörten die Altenhagener zu den Gründungsmitgliedern der damals zweitklassigen Regionalliga West, aus der sie zwei Jahre später absteigen mussten. Ironischerweise war Platz sechs in der Abstiegssaison 1970/71 die beste Platzierung der Altenhagener Handballer in der Regionalliga. Der Wiederaufstieg gelang im Jahre 1976, ehe es drei Jahre später als Tabellenletzter erneut hinunter in die Oberliga Westfalen ging.

Der TSV Altenhagen 03 brachte mit Manfred Horstkötter und Hartmut Kania zwei deutschen Nationalspieler hervor. Bei der Feldhandball-Weltmeisterschaft 1963 erreichte Horstkötter mit der deutschen Mannschaft den zweiten Platz.[4] Der ehemalige TSV-Torwart Hans Feuß wurde später Abgeordneter im Landtag Nordrhein-Westfalen.[5]

SpVg Heepen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: SpVg Heepen

Logo der SpVg Heepen

Der Verein geht auf dem am 24. Juli 1894 gegründeten Turnverein Heepen, der im Jahre 1927 eine Handballabteilung ins Leben rief. Zwischenzeitlich wurde im Jahre 1904 der Arbeitersportverein Heepen gegründet, der Mitglied des Arbeiter-Turn- und Sportbundes war. Der Arbeitersportverein nahm später den Namen Jahn Heepen an, ehe der Verein nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verboten wurde. Sämtliche Vereine vor Ort wurden im Sportverein Heepen zusammengefasst. Nach Kriegsende wurde daraus am 16. August 1945 die Sportvereinigung Heepen.[6]

Die Handballerinnen der SpVg Heepen stiegen im Jahre 1980 in die damals zweitklassige Regionalliga West auf und spielte bis zur Gründung der TSG in dieser Spielklasse, die ab 1985 nur noch drittklassig war. Größte Erfolge waren die dritten Plätze in den Spielzeiten 1980/81 und 1981/82. Im DHB-Pokal 1980/81 sorgten die Heeperinnen durch Siege über den Pulheimer SC und den VfL Engelskirchen für Furore und schieden erst im Viertelfinale mit 13:20 beim VfL Oldenburg aus.[7] Die Männer stiegen 1981 in die Oberliga Westfalen auf und trafen dort auf den späteren Fusionspartner Altenhagen. Nach nur einer Saison stiegen die Heeper allerdings wieder ab.

Fusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Jahre 1980 verhandelten beide Vereine über eine Fusion der jeweiligen Handballabteilungen. Allerdings lehnten die Mitglieder der Altenhagener Handballer einen Zusammenschluss ab. Im Jahre 1986 wurde ein neuer Anlauf gestartet, doch auch dieses Mal gab es auf Altenhagener Seite große Vorbehalte. Schließlich konnten sich die Vorstände auf die Fusion einigen, die auf Heeper Seite bei nur drei Gegenstimmen mit großer Mehrheit befürwortet wurde. Auch die Mitglieder TSV Altenhagen gaben ihre Zustimmung, allerdings votierten 40,6 Prozent gegen die Fusion.[1]

TSG Altenhagen-Heepen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Fusion (1986 bis 2002)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Fusion zur TSG Altenhagen-Heepen gelang der Männermannschaft im Jahre 1991 der Aufstieg in die Regionalliga West, wo die TSG prompt Vizemeister der Nordgruppe wurde. Nach einer erfolgreichen Meisterrunde scheiterte die Mannschaft erst im Endspiel aufgrund der Auswärtstorregel an den Versmoldern.[8] Ein Jahr später erreichten die Bielefelder erneut das Endspiel, wo sich die Mannschaft von Trainer Jörg Harke gegen den TV Vallendar durchsetzen konnte und als erste Mannschaft der Stadt in die 2. Bundesliga aufstieg. In der gleichen Saison nahm die Mannschaft erstmals am DHB-Pokal teil und scheiterte in der zweiten Runde an GWD Minden.

Die mit dem DDR-Rekordnationalspieler Frank-Michael Wahl verstärkte TSG startete mit einem 20:19-Sieg gegen die zweite Mannschaft der SG Flensburg-Handewitt. Am Saisonende wurde der Klassenerhalt geschafft. Im DHB-Pokal 1994 scheiterten die Bielefelder in Runde zwei mit 22:23 gegen den Bundesligisten TUSEM Essen.[9] Ab 1994 nannte sich der Verein TSG Bielefeld und stieß im DHB-Pokal 1995 ins Achtelfinale vor, wo die TSG mit 22:23 gegen den Bundesligisten THW Kiel verlor.[10] In der 2. Bundesliga stieß die Mannschaft in der Saison 1995/96 auf Platz sechs vor.

Drei Jahre später wurde die TSG erneut Sechster und spielte die erfolgreichste Pokalsaison. Über die Stationen TSV Altenholz, SG Hameln, ThSV Eisenach und SG Solingen stießen die Bielefelder ins Viertelfinale vor, wo die TSG beim TBV Lemgo mit 25:34 unterlag. In den folgenden Jahren stagnierte der Verein und kam in der 2. Bundesliga nicht mehr über den Abstiegskampf hinaus. Hauptgrund waren finanzielle Probleme, für dessen Behebung der Abteilungsleiter Jörg Zillies ein Sanierungskonzept entwickelte. Im DHB-Pokal 2000 erreichten die Bielefelder das Achtelfinale, wo sie beim VfL Bad Schwartau unterlagen.

Gescheiterte HSG und Niedergang (2002 bis 2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2002 fusionierte der Verein mit dem TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zur HSG 02 Bielefeld. Der TuS 97 entstand im Jahre 1997 durch die Fusion der Handballabteilungen des TuS Jöllenbeck und des SC 04/26 Bielefeld und war in der Regionalliga die zweite Kraft im Bielefelder Handball. 1998 scheiterte die Mannschaft selber knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga. Doch die HSG 02 war kein Erfolg. Gleich in der ersten Saison 2002/03 stieg die Mannschaft als Tabellenletzter aus der 2. Bundesliga ab. In der folgenden Regionalligasaison 2003/04 konnte nur mit großer Mühe der Klassenerhalt gesichert werden. Aufgrund interner Querelen verließ der TuS 97 die Spielgemeinschaft wieder und übernahm den Platz der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga.

Die restliche HSG stieg in der folgenden Saison 2004/05 in die Oberliga Westfalen ab. Hoffnung machte die männliche A-Jugend, die im gleichen Jahr Westdeutscher Meister wurde und erst im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft am späteren Meister SG Wallau/Massenheim scheiterte. Zur erfolgreichen Mannschaft gehörte Malte Schröder, der später Bundesligaspieler beim TBV Lemgo, TuS N-Lübbecke und MT Melsungen wurde. Die HSG 02 nahm derweil wieder den Namen TSG Altenhagen-Heepen an und traf ab 2006 wieder auf den einstigen Fusionspartner TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck. Nach einer Vizemeisterschaft im Jahre 2008 hinter dem TuS Ferndorf gelang ein Jahr später der Wiederaufstieg in die Regionalliga West.

Gegenwart (seit 2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel in der neuen Saison war die Qualifikation für die neu geschaffene 3. Liga, für die der zehnte Platz erreicht werden musste. Als Tabellenfünfter wurde die Qualifikation deutlich geschafft. In der Auftaktsaison 2010/11 wurde die TSG Tabellendritter hinter dem TuS Ferndorf und dem TuS Wermelskirchen. Doch die Mannschaft konnte in den folgenden Jahren nicht mehr an diesen Erfolg anknüpfen und stieg in der Saison 2013/14 als abgeschlagener Tabellenletzter wieder in die Oberliga Westfalen ab. Dort wurde die Mannschaft in der Saison 2017/18 Vizemeister hinter dem TuS Spenge.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimspiele der TSG fanden lange Zeit in der Sporthalle des Gymnasiums Heepen statt. Die Halle hat eine Kapazität von ca. 800 Plätzen und wird von den Anhängern der TSG liebevoll als Heeper Dom bezeichnet. Seit der Umstrukturierung des Vereins in der Oberligasaison 2017/18 finden die meisten Heimspiele der TSG in der Seidenstickerhalle statt, welche ein Fassungsvermögen von ca. 5500 Zuschauern besitzt.

Weitere Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2. Mannschaft der TSG spielt in der Saison 2012/2013 in der Bezirksliga Ostwestfalen. Die dritte und vierte Vertretung des Verein kämpft in der Kreisliga A bzw. B Bielefeld-Herford um Punkte. Von den drei Damen-Mannschaften spielen die Zweit- und Drittvertretung des Vereins in der Kreisklasse. Die erste Damen-Mannschaft stieg im Jahre 2016 in die Bezirksliga ab. Außerdem nehmen insgesamt 17 Jugendmannschaften für die TSG am Spielbetrieb teil.

Für den größten Erfolg im Nachwuchsbereich sorgte im Jahre 2005 die männliche A-Jugend, die die Westdeutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Damit qualifizierte sich das Team für die Deutsche Meisterschaft, wo die TSG bereits in der ersten Runde an der SG Wallau/Massenheim scheiterte.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Arne Schütforth: Hier und heute - oder in dieser Generation nicht mehr. In: Neue Westfälische vom 24. August 2016
  2. Unser Verein (von der Gründung bis heute). TSG Altenhagen-Heepen, abgerufen am 15. August 2014.
  3. Sven Webers: Feldhandball Gauklassen 1939/40 (Gaue IX – XII). Bundesligainfo.de, abgerufen am 1. Dezember 2015.
  4. Altenhagens einziger Nationalspieler. Neue Westfälische, abgerufen am 15. August 2014.
  5. Hans Feuß, MdL. Hans Feuß, abgerufen am 15. August 2014.
  6. Willi Castrup & Stefan Worbs: Die SVH-Story. SpVg Heepen, abgerufen am 15. Januar 2016.
  7. Sven Webers: DHB-Pokal Frauen 1980/81. Bundesligainfo.de, abgerufen am 24. August 2014.
  8. Sven Webers: Regionalliga 1991/92. Bundesligainfo.de, abgerufen am 15. August 2014.
  9. Sven Webers: DHB-Pokal Männer 1994/95. Bundesligainfo.de, abgerufen am 15. August 2014.
  10. Sven Webers: DHB-Pokal Männer 1995/96. Bundesligainfo.de, abgerufen am 15. August 2014.
  11. Sven Webers: Deutsche Meisterschaft mA-Jugend 2004/05. Bundesligainfo.de, abgerufen am 31. März 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 3′ 23″ N, 8° 38′ 10,9″ O