Andreas Gassen

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Andreas Gassen (* 5. Juli 1962 in Köln) ist ein deutscher Orthopäde, Unfallchirurg und Rheumatologe. Seit dem 1. März 2014 ist er Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Gassen studierte von 1982 bis 1988 Humanmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und wurde dort zum Dr. med. promoviert. Von 1989 bis 1996 war er im Marienkrankenhaus in Düsseldorf-Kaiserswerth tätig, von 1993 bis 1996 als leitender Oberarzt der Abteilung für Arthroskopische Chirurgie und Rheumatologie. Seit 1996 ist Gassen als Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumatologie in einer Gemeinschaftspraxis in Düsseldorf niedergelassen.

Gassen war seit Oktober 2013 Präsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU). 2014 und 2017 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gewählt. In dieser Funktion ist er auch einer der beiden Vorsitzenden des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin.

COVID-19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gassen äußerte sich häufig öffentlich über die Infektionskrankheit COVID-19 und die Bewältigung durch die deutsche Politik. Häufig entsprachen die Äußerungen nicht den offiziellen Pressemitteilungen seines Arbeitgebers, obwohl seine Person bei der Zitation seiner Äußerungen in Medien oft mit seinem Beruf in Verbindung gebracht wurde:

  • Gassen erklärte Anfang März 2020, die Infektionskrankheit COVID-19 sei „eher eine mediale als eine medizinisch relevante Infektion“[1] und ging davon aus, dass ein Großteil der Bevölkerung sich anstecken werde, bevor die Ausbreitung zu einem wirklichen Halt komme, wobei er dazu erklärte: „Das mag für den Laien schockierend wirken, ist aber nüchtern betrachtet nichts Bedrohliches: Es gibt Viren, die praktisch jeden mindestens einmal befallen. Zum Beispiel Herpes und Influenza“.[2]
  • Gassen wandte sich wiederholt gegen die drastische Maßnahme des Herunterfahrens des öffentlichen Lebens („Lockdown“).[3]
  • Im September 2021 prognostizierte er, im Frühjahr 2022 werde „Schluss sein [..] mit Corona“.[4]
  • Mitte September 2021 schlug er den 30. Oktober 2021 als Freedom Day vor. Bis dahin habe jeder bislang Ungeimpfte genug Zeit, sich noch impfen zu lassen.[5] Sein Vorstoß stieß auf breite Ablehnung.[6]
  • Am 23. Juli 2022 forderte er Aufhebung aller Corona-Isolationspflichten, um Personalengpässe zu entschärfen.[7] Hierfür erhielt er umgehend von verschiedenen Seiten Kritik.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bettina Funk: Streeck, Drosten und Co. − Welche Aussagen falsch waren. In: morgenpost.de. 8. April 2021, abgerufen am 10. April 2021.
  2. Charité-Virologe Drosten: Es wäre mit 278.000 Corona-Todesopfern zu rechnen. In: presseportal.de. 6. März 2021, abgerufen am 10. April 2021.
  3. Tim Szent-Ivanyi: Interview mit Kassenarzt-Chef: „Ein Lockdown ist keine langfristige Strategie“. In: rnd.de. 17. Dezember 2020, abgerufen am 10. April 2021.
  4. Pia Heinemann: Im nächsten Frühjahr ist Corona vorbei? Schön wär’s ja, Welt.de vom 3. September 2021.
  5. faz.net
  6. faz.net vom 21. September 21: Weiter Kritik an „Freedom Day“-Vorstoß
  7. Deutschlandfunk vom 23. Juli 2022: Kassenärztliche Bundesvereinigung für Ende der Isolationspflicht
  8. Süddeutsche Zeitung online 23. Juli 2022Kassenärzte-Chef fordert Ende der Quarantänepflicht