Anna Ritter

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Anna Ritter (1899).

Anna Ritter, geborene Nuhn (* 23. Februar 1865 in Coburg; † 31. Oktober 1921 in Marburg), war eine deutsche Dichterin und Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Ritter ging bereits als Kleinkind mit ihrem Vater, einem Exporthändler, nach New York City. 1869 kehrte sie nach Deutschland zurück und besuchte bis 1870 in Kassel die Schule. Danach ging sie für zwei Jahre auf das Herrnhuter Pensionat zu Montmirail in der französischsprachigen Schweiz. Sie kehrte nach der Ausbildung nach Kassel zurück und heiratete hier 1884 den späteren Regierungsrat Rudolf Ritter.

Gemeinsam mit ihm zog sie von Kassel zuerst nach Köln, später nach Berlin und Münster. Rudolf Ritter starb 1893, und sie zog nach Frankenhausen in Schwarzburg-Rudolstadt. 1898 veröffentlichte sie ihre erste Gedichtesammlung, eine weitere folgte 1900. Im gleichen Jahr wurde sie Mitarbeiterin der Zeitschrift Die Gartenlaube, die bereits vorher Gedichte von ihr veröffentlicht hatte. 1902 erschien ihre Novelle Margharita, und später folgte noch ein Reisetagebuch. Das wohl bekannteste ihrer Gedichte ist „Denkt euch, ich habe das Christkind geseh'n“.

Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit gefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her –
was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack –
meint ihr, er wäre offen, der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin:
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Sie gehörte zum Kreis der Autoren und Schriftsteller, die im Auftrag des Kölner Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck an der literarischen Gestaltung der Stollwerck-Sammelbilder und Sammelalben mitarbeiteten. Weitere Autoren waren die Dichterin „T.Resa“ alias Theresa Gröhe, geb. Pauli-Greiffenberg, der Zoologe Professor Paul Matschie, der Schriftsteller Hans Eschelbach, der Journalist Julius Rodenberg, der Schriftsteller Joseph von Lauff, der Lyriker Carl Hermann Busse, der Romancier Gustav Falke u. v. a. m.[1]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedichte, Leipzig, A.G. Liebeskind, 1898/Stuttgart, Berlin: Cotta (27.–29. Aufl.) 1911
  • Befreiung: Neue Gedichte, 4. Aufl., Stuttgart: Cotta 1900

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertonungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anna Ritter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Anna Ritter – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lorenz, Detlef: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder, Reimer-Verlag, 2000.
  2. In: Ignaz Herbst (Hrsg.): Musik-Anthologie des Deutschösterreichischen Autorenverbandes, Wien