Antônio de Castro Mayer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Antônio de Castro Mayer

Antônio de Castro Mayer (* 20. Juni 1904 in Campinas; † 26. April 1991 in Rio de Janeiro) war ein katholischer Bischof.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antônio de Castro Mayer wurde als eines von zwölf Kindern des Johann Mayer, eines bayerischen Steinmetzes, und seiner Frau Francisca de Castro, einer brasilianischen Bäuerin, geboren.

Nach seinem Besuch des kleinen Seminars und des großen Seminars studierte Mayer an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Nach seiner Priesterweihe durch Kurienkardinal Basilio Pompilj am 30. Oktober 1927 lehrte er Philosophie, Geschichte der Philosophie und Dogmatischen Theologie am Seminar in São Paulo. Nach der Aufnahme ins Domkapitel wurde Mayer 1942 Generalvikar in São Paulo sowie 1945 Kurat und Prälat der Päpstlichen Katholischen Universität von São Paulo.

Am 6. März 1948 wurde Mayer durch Papst Pius XII. zum Koadjutorbischof von Campos und Titularbischof von Priene ernannt. Er erhielt seine Bischofsweihe am folgenden 23. Mai durch den Apostolischen Nuntius in Brasilien, Erzbischof Carlo Chiarlo. Als Mitkonsekratoren fungierten der Bischof von Piracicaba, Ernesto de Paula, und der Bischof von Jacarezinho, Geraldo de Proença Sigaud SVD. Mit dem Tod Octaviano Pereira de Albuquerques am 3. Januar 1949 folgte ihm Mayer als Bischof von Campos nach.

Mayer nahm als Konzilsvater an allen vier Sitzungsperioden des Zweiten Vatikanischen Konzils teil. Dort galt er als Mitglied des Coetus Internationalis Patrum. Entsprechend seiner konservativen Einstellung bekämpfte er die Befreiungstheologie in Brasilien.

Am 29. August 1981 nahm Papst Johannes Paul II. seinen altersbedingten Rücktritt an.

Er assistierte als emeritierter Bischof am 30. Juni 1988 dem suspendierten Erzbischof Marcel Lefebvre bei der ohne Genehmigung Roms erfolgten Weihe von vier Priestern zu Bischöfen: Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta. Er wurde daraufhin am 1. Juli 1988 vom Heiligen Stuhl exkommuniziert.

Die Apostolische Personaladministration St. Johannes Maria Vianney, die auf Bischof de Castro Mayer zurückgeht, bestritt das Eintreten der Exkommunikation mit Berufung auf einen aus ihrer Sicht existierenden „Kirchennotstand“, weswegen de Castro Mayer bis zu seinem Tod weiterhin Sakramente, vor allem Firmungen und Weihen, spendete.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]