Campinas

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Município de Campinas
Campinas
Campinas Poster.jpg
Bildmontage zu Campinas
Campinas (Brasilien)
Campinas
Koordinaten 22° 54′ S, 47° 3′ WKoordinaten: 22° 54′ S, 47° 3′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat
Symbole
Brasão da Cidade de Campinas.png
Wappen
Flag of Campinas.svg
Flagge
Wahlspruch
„Labore virtute civitas floret“
In Arbeit und Tugend blüht die Stadt
Gründung 14. Dezember 1797 (248 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat São Paulo
Metropolregion Metropolregion Campinas
Höhe 685 m
Gewässer Rio Atibaia
Klima tropisches Höhenklima, Cwa
Fläche 794,6 km²
Einwohner 1.080.113 (2010[1])
Dichte 1.359,4 Ew./km²
Schätzung 1.223.237 (1. Juli 2021)[1]
Gemeindecode IBGE: 3509502
Postleitzahl 13000-001 – 13139-999
Telefonvorwahl (+55) 19
Zeitzone UTC−3
Website campinas.sp (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Dário Saadi (2021–2024)
Partei Republicanos
Kultur
Schutzpatron Maria, Unbefleckte Empfängnis (Nossa Senhora da Conceição)
Wirtschaft
BIP 58.523.733 Tsd. R$
49.877 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,805 (2010)

Campinas (IPA: kɐ̃ːˈpinɐs, amtlich portugiesisch Município de Campinas) ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat São Paulo und liegt etwa 100 km nördlich der Stadt São Paulo. Auf einer Fläche von rund 795 km² lebten im Juli 2021 nach offizieller Schätzung 1.223.237 Einwohner, genannt Campineiros,[1] – etwa 3,2 Millionen im Ballungsraum Metropolregion Campinas. Damit ist Campinas nach der Hauptstadt São Paulo und Guarulhos die in Bezug auf ihre Bevölkerung drittgrößte Gemeinde des Bundesstaats und die erste außerhalb der Metropolregion São Paulo.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umliegende Gemeinden sind im Norden Jaguariúna, im Nordosten Pedreira, im Osten Morungaba, im Südosten Valinhos, im Süden Indaiatuba und Itupeva, im Südwesten Monte Mor, im Westen Sumaré und Hortolândia sowie im Nordwesten Paulínia.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist eine Gründung der Bandeirantes aus dem späten 18. Jahrhundert, wurde am 14. Dezember 1797 unter dem Namen Vila de São Carlos aus Jundiaí ausgegliedert und erhielt erst 1842 ihren heutigen Namen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs sie stetig mit dem Vordringen des Kaffeeanbaus und der Eisenbahn. An die Zeit der Industrialisierung erinnert die ringförmige Museumsstraßenbahn im Taquaral Park.

Seit 1908 ist Campinas Sitz eines römisch-katholischen Bistums, das 1958 zum Erzbistum Campinas erhoben wurde.

Die Stadt beherbergt zudem zahlreiche Industriebetriebe und universitäre Forschungseinrichtungen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Campinas ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum mit vielfältigen Wirtschaftszweigen: Kaffee-, Zuckerrohr- und Baumwollanbau, verarbeitende Industrie (Textilien, Maschinenbau, Papier, Chemie, Elektronik) und Dienstleistungen.

Die Region um Campinas erwirtschaftet mit etwas mehr als 3 % der Einwohner des Landes 9 % des brasilianischen Bruttosozialprodukts. Das Pro-Kopf-Einkommen ist eines der höchsten in Lateinamerika (10.000 US$/Jahr).

Campinas wird auch als brasilianisches Silicon Valley bezeichnet. Es beherbergt Technologieunternehmen wie IBM, Motorola, Lucent, Nortel, Compaq, Celestica, Samsung, Alcatel, Bosch, 3M, Texas Instruments, Amyris Biotech, General Motors, Honda, Mercedes-Benz und viele andere. Dazu kommen Forschungs- und Entwicklungszentren wie das Zentrum für Forschung und Entwicklung und die Embrapa, Universitäten wie die Unicamp und die PUC-Campinas. Auch die pharmazeutische und petrochemische Industrie ist mit Firmen wie Merck, DuPont, Rhône-Poulenc und Royal Dutch Shell in der Region vertreten.

Nahe der Universität Unicamp befindet sich das Laboratório Nacional de Luz Síncrotron (LNLS), ein Forschungszentrum für Synchrotronstrahlung mit dem einzigen Teilchenbeschleuniger in Südamerika, in dem vor allem in der Biotechnologie und Nanotechnologie Spitzenforschung betrieben wird. Mit Embrapa verfügt Campinas zudem über eine in der Forschung und Entwicklung von tropischen Nutzpflanzen spezialisierte Einrichtung.

Die Stadt verdankt ihr schnelles Wachstum auch der Nähe zum internationalen Flughafen Viracopos und der Anbindung an die beiden wichtigsten Autobahnen des Staates Bandeirantes und Via Anhanguera.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Campinas ist ein wichtiger Verkehrsknoten im Bundesstaat São Paulo. Die Stadt befindet sich am Autobahnkorridor, der die Hauptstadt mit dem wirtschaftlich wichtigen Norden und Nordwesten des Bundesstaates verbindet. Die Stadt verfügt über einen Verkehrsring („Anel Viário“) und ist an die folgenden wichtigen Autobahnen und Bundesstraßen angebunden:

  • Rodovia Anhangüera
  • Rodovia dos Bandeirantes
  • Rodovia Santos Dumont
  • Rodovia Dom Pedro I
  • Rodovia Adhemar de Barros
  • Rodovia General Milton Tavares de Souza
  • Rodovia Jornalista Francisco Aguirre Proença

Diese Straßen befinden sich alle in sehr gutem Zustand.

Campinas war zwar in der Vergangenheit eine wichtige Eisenbahnachse, aber in der Gegenwart verkehren hier ausschließlich Güterzüge. Mit dem Projekt Trem Intercidades soll eine Regional-Express-Verbindung nach São Paulo entstehen.[2]

Der internationale Flughafen Viracopos, 14 km südwestlich vom Stadtzentrum gelegen, war schon lange Zeit einer der wichtigsten Frachtflughäfen im Bundesstaat São Paulo, konnte aber nach der Gründung von Azul Linhas Aéreas auch beim Passagierverkehr an Bedeutung gewinnen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist für die Periode 2021–2024 Dário Saadi (Republicanos).[3][4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1920 115.602
1940 129.640
1950 152.547
1960 219.303
1970 375.864
1980 664.566
1991 847.595
2000 969.396
2010 1.080.999
2021 1.223.237

Quelle: IBGE (2011)[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchen zu Ehren von Maria Knotenlöserin in einer Straße: „Santuario Nossa Senhora Desatadora Dos Nos“ und „Capela Maria Porta do Céu“ (Nossa Senhora Desatadora dos Nós)[6]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Campinas stammen die Fußballvereine Guarani FC, Red Bull Brasil und Associação Atlética Ponte Preta, einer der ältesten Fußballvereine Brasiliens.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Campinas[7] sind

  • Paraguay Asunción – Paraguay – seit 1973
  • Indien Auroville – Indien – seit 2004
  • Brasilien Belém (Pará) – Brasilien – seit 2003
  • Brasilien Blumenau – Brasilien – seit 1993
  • Angola Cabinda – Angola – seit 2009
  • Brasilien Camanducaia – Brasilien – seit 2010
  • Chile Concepción – Chile – seit 1979
  • Argentinien Córdoba – Argentinien – 21/12/1993
  • Kuba Cotorro – Kuba – seit 2009
  • Elfenbeinküste Daloa – Elfenbeinküste – seit 1982
  • Sudafrika Durban – Südafrika – seit 2009
  • China Volksrepublik Fuzhou – China – seit 1996
  • JapanJapan Gifu – Japan – seit 1982
  • Palastina Autonomiegebiete Jericho – Palästina – seit 2003
  • ItalienItalien Malito – Italien – seit 2006
  • Serbien Novi Sad – Serbien – seit 1989
  • Brasilien Peruíbe – Brasilien – seit 2007
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San Diego – USA – seit 1995
  • Brasilien Ubatuba – Brasilien – seit 2007

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Campinas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Campinas – Panorama. IBGE, abgerufen am 3. Januar 2022 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Parcerias e Concessões no Governo do Estado de São Paulo (Hrsg.): Trens Intercidades: Americana–Campinas–Jundiaí–São Paulo. Präsentation. November 2017 (org.br [PDF]).
  3. Equipe de Governo da Prefeitura de Campinas 2021/2024. Campinas.sp.gov.br, abgerufen am 3. November 2021 (brasilianisches Portugiesisch).
  4. Dário Saadi (Republicanos) é eleito prefeito de Campinas. CNNBrasil.com.br, 29. November 2020, abgerufen am 3. November 2021 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. Evolução da divisão territorial do Brasil 1872–2010 (= IBGE [Hrsg.]: Documentos para disseminação. Memória institucional. Nr. 17). 2011, ISBN 978-85-240-4208-9, ISSN 0103-6459, Evolução da população, segundo os municípios – 1872/2010 (brasilianisches Portugiesisch, ibge.gov.br [PDF; 122,3 MB; abgerufen am 22. Mai 2020]).
  6. Mary Undoer of Knots: Old devotion, revived popularity Devotion to the Blessed Virgin uncoils the knots and snarls preventing peace of mind in our lives - (Our Sunday Visitor vom 22. Oktober 2009)
  7. Prefeitura Campinas – Cidades Irmãs, abgerufen am 23. April 2018