Campinas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Município de Campinas
Campinas
Bildmontage zu Campinas
Bildmontage zu Campinas
Campinas (Brasilien)
Campinas
Campinas
Koordinaten 22° 54′ S, 47° 3′ WKoordinaten: 22° 54′ S, 47° 3′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat
Lage des Munizips im Bundesstaat
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Wahlspruch
„Labore virtute civitas floret“
In Arbeit und Tugend blüht die Stadt
Gründung 14. Dezember 1797 (245 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat São Paulo
Metropolregion Metropolregion Campinas
Höhe 685 m
Gewässer Rio Atibaia
Klima tropisches Höhenklima, Cwa
Fläche 794,6 km²
Einwohner 1.080.113 (2010[1])
Dichte 1.359,4 Ew./km²
Schätzung 1.204.073 (1. Juli 2019)[1]
Gemeindecode IBGE: 3509502
Postleitzahl 13000-001 – 13139-999
Telefonvorwahl (+55) 19
Zeitzone UTC−3
Website www.campinas.sp.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Jonas Donizette (2017–2020)
Partei PSB
Kultur
Schutzpatron Maria, Unbefleckte Empfängnis (Nossa Senhora da Conceição)
Wirtschaft
BIP 58.523.733 Tsd. R$
49.877 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,805 (2010)

Campinas (IPA: kɐ̃ːˈpinɐs, amtlich portugiesisch Município de Campinas) ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat São Paulo und liegt etwa 100 km nördlich der Stadt São Paulo. Auf einer Fläche von rund 795 km² lebten im Juli 2019 nach offizieller Schätzung 1.204.073 Einwohner, genannt Campineiros,[1] – etwa 3,2 Millionen im Ballungsraum Metropolregion Campinas. Damit ist Campinas nach der Hauptstadt São Paulo und Guarulhos die dritt bevölkerungsreichste Gemeinde des Bundesstaats und die erste außerhalb der Metropolregion São Paulo.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist eine Gründung der Bandeirantes aus dem späten 18. Jahrhundert, wurde am 14. Dezember 1797 unter dem Namen Vila de São Carlos aus Jundiaí ausgegliedert und erhielt erst 1842 ihren heutigen Namen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs sie stetig mit dem Vordringen des Kaffeeanbaus und der Eisenbahn. An die Zeit der Industrialisierung erinnert die ringförmige Museumsstraßenbahn im Taquaral Park.

Seit 1908 ist Campinas Sitz eines römisch-katholischen Bistums, das 1958 zum Erzbistum Campinas erhoben wurde.

Heute ist Campinas die drittgrößte Stadt des Staates São Paulo (nach São Paulo und vor Piracicaba) und beherbergt zahlreiche Industriebetriebe und universitäre Forschungseinrichtungen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Campinas ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum mit vielfältigen Wirtschaftszweigen: Kaffee-, Zuckerrohr- und Baumwollanbau, verarbeitende Industrie (Textilien, Maschinenbau, Papier, Chemie, Elektronik) und Dienstleistungen.

Die Region um Campinas erwirtschaftet mit etwas mehr als 3 % der Einwohner des Landes 9 % des brasilianischen Bruttosozialprodukts. Das Pro-Kopf-Einkommen ist eines der höchsten in Lateinamerika (10.000 US$/Jahr).

Campinas wird auch als brasilianisches Silicon Valley bezeichnet. Es beherbergt Technologieunternehmen wie IBM, Motorola, Lucent, Nortel, Compaq, Celestica, Samsung, Alcatel, Bosch, BSH Continental, 3M, Texas Instruments, Amyris Biotech, General Motors, Honda, Mercedes-Benz und viele andere. Dazu kommen Forschungs- und Entwicklungszentren wie das Zentrum für Forschung und Entwicklung und die Embrapa, Universitäten wie die Unicamp und die PUC-Campinas. Auch die pharmazeutische und petrochemische Industrie ist mit Firmen wie Merck, DuPont, Rhône-Poulenc und Shell in der Region vertreten.

Nahe der Universität Unicamp befindet sich das Laboratório Nacional de Luz Síncrotron (LNLS), ein Forschungszentrum für Synchrotronstrahlung mit dem einzigen Teilchenbeschleuniger in Südamerika, in dem vor allem in der Biotechnik und in der Nanotechnologie Spitzenforschung betrieben wird. Mit Embrapa verfügt Campinas zudem über eine in der Forschung und Entwicklung von tropischen Nutzpflanzen spezialisierte Einrichtung.

Die Stadt verdankt ihr schnelles Wachstum auch der Nähe zum internationalen Flughafen Viracopos und der Anbindung an die beiden wichtigsten Autobahnen des Staates Bandeirantes und Via Anhanguera.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Campinas ist ein wichtiger Verkehrsknoten im Bundesstaat São Paulo. Die Stadt befindet sich am Autobahnkorridor, der die Hauptstadt mit dem wirtschaftlich wichtigen Norden und Nordwesten des Bundesstaates verbindet. Die Stadt verfügt über einen Verkehrsring („Anel Viário“) und ist an die folgenden wichtigen Autobahnen und Bundesstraßen angebunden:

  • Rodovia Anhangüera
  • Rodovia dos Bandeirantes
  • Rodovia Santos Dumont
  • Rodovia Dom Pedro I
  • Rodovia Adhemar de Barros
  • Rodovia General Milton Tavares de Souza
  • Rodovia Jornalista Francisco Aguirre Proença

Diese Straßen befinden sich alle in sehr gutem Zustand.

Campinas war zwar in der Vergangenheit eine wichtige Eisenbahnachse, aber in der Gegenwart verkehren hier ausschließlich Güterzüge.

Der internationale Flughafen Viracopos, 14 km südwestlich vom Stadtzentrum gelegen, war schon lange Zeit der wichtigste Güterflughafen im Bundesstaat São Paulo, aber in den letzten Jahren hat der Passagierverkehr rapide zugelegt. Durch die geplante Erweiterung des Flughafens möchte Infraero (die brasilianische Flughafenverwaltungsgesellschaft) Viracopos zum größten Flughafen Brasiliens ausbauen. Mit einer geplanten Eisenbahnanbindung nach São Paulo und einer Kapazität von 55 Millionen Passagieren jährlich dürfte der Flughafen auch der größte Lateinamerikas werden. Die Erweiterung von Viracopos wurde nötig, da die beiden wichtigsten Flughäfen von São Paulo bereits an den Grenzen ihrer Kapazitäten arbeiten und durch die unmittelbare Nähe zu Wohngebieten eine Expansion nicht mehr möglich ist.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist für die Periode 2017–2020 Jonas Donizette (PSB).[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchen zu Ehren von Maria Knotenlöserin in einer Straße: „Santuario Nossa Senhora Desatadora Dos Nos“ und „Capela Maria Porta do Céu“ (Nossa Senhora Desatadora dos Nós)[3]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Campinas stammen die Fußballvereine Guarani FC, Red Bull Brasil und Associação Atlética Ponte Preta, einer der ältesten Fußballvereine Brasiliens.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Campinas[4] sind

  • ParaguayParaguay Asunción – Paraguay – seit 1973
  • IndienIndien Auroville – Indien – seit 2004
  • BrasilienBrasilien Belém (Pará) – Brasilien – seit 2003
  • BrasilienBrasilien Blumenau – Brasilien – seit 1993
  • AngolaAngola Cabinda – Angola – seit 2009
  • BrasilienBrasilien Camanducaia – Brasilien – seit 2010
  • ChileChile Concepción – Chile – seit 1979
  • ArgentinienArgentinien Córdoba – Argentinien – 21/12/1993
  • KubaKuba Cotorro – Kuba – seit 2009
  • ElfenbeinküsteElfenbeinküste Daloa – Elfenbeinküste – seit 1982
  • SudafrikaSüdafrika Durban – Südafrika – seit 2009
  • China VolksrepublikVolksrepublik China Fuzhou – China – seit 1996
  • JapanJapan Gifu – Japan – seit 1982
  • Palastina AutonomiegebietePalästina Jericho – Palästina – seit 2003
  • ItalienItalien Malito – Italien – seit 2006
  • SerbienSerbien Novi Sad – Serbien – seit 1989
  • BrasilienBrasilien Peruíbe – Brasilien – seit 2007
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San Diego – USA – seit 1995
  • BrasilienBrasilien Ubatuba – Brasilien – seit 2007

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Campinas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Campinas – Panorama. IBGE, abgerufen am 20. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Jonas Donizette 40 (Prefeito). In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 20. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Mary Undoer of Knots: Old devotion, revived popularity Devotion to the Blessed Virgin uncoils the knots and snarls preventing peace of mind in our lives - (Our Sunday Visitor vom 22. Oktober 2009)
  4. Prefeitura Campinas – Cidades Irmãs, abgerufen am 23. April 2018