August Dahl

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Karl August von Dahl

Karl-August von Dahl (* 9. November 1942 in Solingen) ist ein deutscher evangelischer Pfarrer. Er war in den 1980er Jahren einer der Organisatoren und einer der bedeutendsten Köpfe der Bewegung für Frieden und gegen die Aufstellung von US-Atomraketen im Hunsrück.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahl stammt aus einer rheinischen Pfarrerfamilie. Vorfahren waren unter den Namen Dahlius oder Dhalius, von Dahl und Dahl, Pfarrer und Pastoren im Rheinland und auch auf dem Hunsrück.

Schulbildung und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahl besuchte von 1949 bis 1953 die Volksschule in Bacharach und 1953–1962 das Stefan-George-Gymnasium Bingen am Rhein.

Sein Theologiestudium führte ihn von 1962 bis 1968 nach Mainz und Göttingen. Nach dem Ersten Theologischen Examen wurde er auf eigenen Wunsch von der Kirchenleitung 1968/1969 zu einem einjährigen Weiterbildungsstudium an die vom Land Nordrhein-Westfalen getragene Sozialakademie Dortmund, die heute ein Weiterbildungsinstitut der Technischen Universität Dortmund ist, geschickt. Er war dort der einzige Theologe unter Gewerkschaftern, Bergarbeiterführern und Verwaltungsangestellten.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Dahl begann als Vikar und Hilfsprediger (Pfarrer z. A.) in Essen–Altstadt, im Arbeiterviertel Segeroth des Nordviertels und in Essen-Kray. 1973–1976 war er Pfarrer an der JVA Essen. Von 1976 bis 1999 hatte er die Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinden Bell und Leideneck inne. Seit seiner Pensionierung lebt August Dahl mit seiner Frau in der Nähe ihrer letzten Wirkungsstätte auf dem Rothenbergerhof.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Dahl ist verheiratet mit der Pfarrerin Jutta Dahl, die mit ihm gemeinsam in kirchlicher Arbeit und für die Friedensinitiative tätig war. Für ihr Engagement in der Friedensbewegung bekam Jutta Dahl 1988 gemeinsam mit Superintendent Werner Sanß den damals erstmals verliehenen Aachener Friedenspreis.

Ehrenamtliche Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1981 bis zur Einrichtung der Gymnasialen Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule war August Dahl zwölf Jahre Vorsitzender der Bürgerinitiative Oberstufe für Kastellaun. Auch nach seiner Pensionierung ist August Dahl weiterhin seelsorgerlich aktiv: Bereits seit 1998 ist er Johanniter-Unfall-Hilfe-Landespfarrer für das Rheinische Oberland, die Pfalz und das Saarland. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die seelsorgerliche Begleitung für Fernfahrer und Biker (Motorradfahrer). Nach berufsbegleitenden Weiterbildungen in Psychologie, Gestalttherapie, Gestalttheoretischer Psychotherapie, Krisenintervention, engagiert er sich in der Notfallseelsorge (SbE), Ehe-, Familien- und Jugend-Lebensberatung sowie Suchtberatung.

Er ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Bell, aktiv von 1986 bis 2002, jetzt passiv in der Altersabteilung.

1993 ist er Begründer der Ökumenischen Notfallseelsorge im Hunsrück und war dort ein Jahr der alleinige Ansprechpartner für Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste.

Zudem ist August Dahl auch politisch engagiert. Von 1999 bis 2009 gehörte er als Mitglied der Fraktion Pro Rhein-Hunsrück dem Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises an.

August Dahl ist weiterhin aktives Mitglied der Friedensinitiativen Hunsrück-Mosel-Nahe.

Friedensbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er-Jahren war Dahl, auch bekannt als „Raketenaugust“, mit seiner Frau und anderen aktiv an der Spitze der Friedensbewegung gegen die Stationierung von US-Atomraketen auf der Pydna. Als nebenamtlicher Religionslehrer von 1976 bis 1984 war er bei der Realschule und Integrierten Gesamtschule (IGS) Kastellaun beschäftigt. Am 8. April 1987 brachte ihm eine Verurteilung wegen Nötigung bei einer Sitzblockade vor der Pydna eine hohe Geldstrafe ein. Zehn Jahre später, 1997, erfolgte die Korrektur des Urteiles und Freispruch durch den BGH.

Ökumene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Pfarrer wirkte er auch im Bereich der Ökumene. Sein langjähriger Weggefährte dabei war der ehemalige katholische Pfarrer von Rheinböllen, Peter Lönarz.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmporträt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahl spielte sich selbst 2004 im Film Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]