Leideneck

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Koordinaten: 50° 2′ 3″ N, 7° 21′ 50″ O

Leideneck
Ortsgemeinde Bell (Hunsrück)
Höhe: 460 m ü. NN
Einwohner: 258 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 17. März 1974
Postleitzahl: 56288
Vorwahl: 06762
Leideneck (Rheinland-Pfalz)
Leideneck

Lage von Leideneck in Rheinland-Pfalz

Das Dorf Leideneck ist ein Ortsteil der Gemeinde Bell (Hunsrück) in der Verbandsgemeinde Kastellaun inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrück im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Leideneck war bis 1974 eine eigenständige Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leideneck liegt in der Quellmulde des Mörsdorfer Bachs auf der Hunsrückhochfläche, 460 m über NN, zwei Kilometer westlich der Bundesstraße 327, der Hunsrückhöhenstraße, von der es über Kreisstraßen erreicht werden kann.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reidenhausen Mastershausen Krastel und Wohnroth
Blankenrath Nachbargemeinden Völkenroth und Hundheim
Löffelscheid Kappel Wüschheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1310. Leideneck gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Hinteren Grafschaft Sponheim. Der Ort war namensgebend für einen Verwaltungs- und Gerichtsbezirk, der „Leidenecker Pflege“ genannt wurde, zu dem auch die Nachbardörfer Krastel und Völkenroth gehörten. Unter Pflege war ein Verwaltungs- und Gerichtsbezirk zu verstehen, dem ein Pfleger vorstand. Die Leidenecker Pflege war dem Amt Kastellaun unterstellt, das nach der letzten Aufteilung im Jahr 1778 dem Herzog von Pfalz-Zweibrücken gehörte.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer von französischen Revolutionstruppen eingenommen. Von 1798 bis 1814 gehörte Leideneck zum Kanton Kastellaun im Saardepartement. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam die Region und damit auch Leideneck 1815 zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung wurde die Gemeinde Leideneck 1816 der Bürgermeisterei Kastellaun im neu errichteten Kreis Simmern zugeordnet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Die Leidenecker sind überwiegend evangelischer Konfession. 1784 gab es 31 lutherische Haushalte und 10 katholische, 1850: 43 und 4. 1850 lösten sich die Evangelischen von Bell und bildeten in Leideneck eine eigene Kirchengemeinde. Seit 1852 hat Leideneck eine eigene Kirche mit einer Orgel (von 1885) aus der Werkstatt der Gebrüder Oberlinger Windesheim. Die Kirchengemeinde war seit 1854 mit Kappel und ist seit 1976 mit Bell pfarramtlich verbunden. Seit dem 1. Januar 2016 besteht die Kirchengemeinde Bell-Leideneck-Uhler aus den bisher selbstständigen Kirchengemeinden Bell, Leideneck und Uhler, die schon seit 2009 pfarramtlich verbunden waren.[1] Die wenigen Katholiken gehören zur Kirchengemeinde Kappel.[2]

An Stelle der 1972 aufgelösten evangelischen Volksschule wurde 1974 ein kommunales Gemeindehaus erbaut.

Mit der Kommunalreform in Rheinland-Pfalz erfolgte mit Wirkung vom 17. März 1974 die Zuordnung der bis dahin selbständigen politischen Gemeinde zur Gemeinde Bell[3] und zur Verbandsgemeinde Kastellaun.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leideneck war durch kleine landwirtschaftliche Betriebe geprägt. Heute wird Landwirtschaft nur noch im Nebenerwerb betrieben. Auch viele der kleinen neben der Landwirtschaft betriebenen Werkstätten des Handwerks wurden aufgegeben. Am Ortsrand existierte eine aus einer Schreinerei und einem Sägewerk hervorgegangene Holzhausfirma. Nach einer Übernahme wurde sie geschlossen und der Betrieb verlagert. Das Firmengelände wird von einem Zimmereibetrieb und einer Firma die Reifengroßhandel betreibt genutzt.

Im Ort selbst gibt es eine Kfz-Werkstatt sowie ein Gasthaus.

Die übrigen Erwerbstätigen pendeln zu Arbeitsstätten in zum Teil weit entfernten Orten.

Großbrände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ostermontag, dem 8. April 1985, brannten drei Wirtschaftsgebäude in der Ortslage. Beim Einsatz mit circa 100 Feuerwehrleuten konnte nicht verhindert werden, dass zwei Scheunen bis auf die Grundmauern niederbrannten, eine dritte ausbrannte und dadurch abbruchreif beschädigt wurde.

Beträchtlicher Schaden entstand am 7. August 1991 bei einem weiteren Großbrand in einer ehemaligen Möbelfabrik. Rund 90 Feuerwehrleute benötigten über eine Stunde, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Arg in Mitleidenschaft gezogen wurde dabei auch ein angrenzendes Wohngebäude. Durch Hitze und Löschwasser wurde das Haus unbewohnbar. Die Bewohner des Hauses, eine Familie mit zwei kleinen Kindern sowie eine Mitbewohnerin, fanden bei Verwandten ein Notquartier.

In den frühen Morgenstunden des 26. Februar 1992 brannte das Werkstattgebäude der ortsansässigen Holzhausbaufirma. Dabei brannte eine 32 m mal 10 m große Halle völlig nieder und es entstand ein Millionenschaden.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt ein reges Vereinsleben im Ort. Die Freiwillige Feuerwehr hat in den Jahren 2003/2004 weitgehend in Eigenleistung ein modernes Feuerwehrhaus errichtet. Der Tischtennisverein hatte im Jahr 2016 circa 70 aktive Mitglieder. Die Jugend ist auch auf Landesebene sehr erfolgreich. Der Schachverein heißt Gambit. Die Landfrauen bemühen sich auch um die Senioren. Die evangelische Frauenhilfe feierte 2007 ihr 75-jähriges Jubiläum.

Vier Männer aus Leideneck haben als Die Mühlengeister die Untere Mühle von den ehemals drei Leidenecker Mühlen wieder funktionsfähig aufgebaut, sie erstand als Modell 1:4.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mühlental bietet Möglichkeiten zum Wandern bis zum Flaumbach und dann weiter bis Treis an der Mosel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Leideneck (Hg.): 150 Jahre Kirche Leideneck, Druck: Jäger. Argenthal 2002
  • Landfrauenortsverein Leideneck (Hg.): Leideneck, wie es früher einmal war (Fotoband), Druck: Jäger. Argenthal 1966

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leideneck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kirchengemeinde Uhler aufgehoben
  2. 150 Jahre Kirche Leideneck
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 171 (PDF; 2,6 MB)