Avière

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Avière
Der Fluss bei Oncourt

Der Fluss bei Oncourt

Daten
Gewässerkennzahl FRA46-0200
Lage Frankreich, Region Grand Est
Flusssystem Rhein
Abfluss über Mosel → Rhein → Nordsee
Quelle im Gemeindegebiet von Renauvoid
48° 8′ 1″ N, 6° 22′ 42″ O
Quellhöhe ca. 410 m[1]
Mündung im Gemeindegebiet von Châtel-sur-MoselleKoordinaten: 48° 19′ 22″ N, 6° 22′ 10″ O
48° 19′ 22″ N, 6° 22′ 10″ O
Mündungshöhe ca. 284 m[1]
Höhenunterschied ca. 126 m
Länge 28 km[2]
Einzugsgebiet 108,2 km²[3]
Abfluss[3] MQ
1,28 m³/s
Durchflossene Stauseen Réservoir de Bouzey
Nach der Flutkatastrophe 1895

Nach der Flutkatastrophe 1895

Die Avière ist ein Fluss in Frankreich, der im Département Vosges in der Region Grand Est verläuft.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Avière entspringt im Forêt d’Avière, im Gemeindegebiet von Renauvoid und entwässert generell in nördlicher Richtung. Die Avière wird im Réservoir de Bouzey aufgestaut und zur Wasserversorgung des Schifffahrtskanals Canal des Vosges herangezogen. Sie unterquert den Kanal in der Nähe von Sanchey, sowie ein zweites Mal, knapp vor ihrer Mündung als linker Nebenfluss in die Mosel, die sie nach 28[2] Kilometern im Gemeindegebiet von Châtel-sur-Moselle erreicht.

Für die Erhaltung und die ökologische Sanierung der Avière und ihrer Nebenflüsse ist das Syndicat Mixte pour l’Aménagement du Bassin de l’Avière (SMABA) verantwortlich.[4]

Orte am Fluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staumauer des Réservoir de Bouzey wurde 1880 in Betrieb genommen. Sie war auf Sandstein gegründet, aber nicht tief genug bis zum tragfähigen Fels. Man hatte damals noch nicht die erforderlichen Kenntnisse über die Statik von Staumauern. Die Mauer war nach heutigen Maßstäben falsch berechnet und deshalb viel zu schlank geraten. Schon 1884 gab es Schäden durch Sickerwasser. Diese versuchte man erfolglos abzudichten.

Im April 1895 wurde das Réservoir bei einem Hochwasser voll aufgestaut. Durch die Belastung klappte die Mauer auf einer Länge von 171 m und auf einer Höhe von 12 m in einem Stück um. Es gab etwa 100 bis 200 Tote, die Sachschäden waren erheblich. Die umliegenden Dörfer am Oberlauf der Avière wurden am stärksten zerstört, auch die Industriegemeinde Nomexy, wo die Flutwelle in das Moseltal eintrat, wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Mündung in die Mosel beträgt die mittlere Abflussmenge (MQ) 1,28 m³/s; das Einzugsgebiet umfasst hier 108,2 km²[3].

In Frizon wurde über einen Zeitraum von 41 Jahren (1970–2010) die durchschnittliche jährliche Abflussmenge der Avière berechnet.[5] Das Einzugsgebiet entspricht an dieser Stelle mit etwa 106 km² etwa 98 % des vollständigen Einzugsgebietes des Flusses.

Die Abflussmenge der Avière in Frizon, mit dem Jahresdurchschnittwert von 1,24 m³/s, schwankt im Laufe des Jahres relativ stark. Die höchsten Wasserstände werden in den Monaten Dezember bis März gemessen. Ihren Höchststand erreicht die Abflussmenge mit 2,05 m³/s im Februar. Von April an geht die Schüttung Monat für Monat merklich zurück und erreicht ihren niedrigsten Stand im August mit 0,49 m³/s, um im Oktober wieder von Monat zu Monat stetig anzusteigen.

Der monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Avière in m³/s, gemessen an der hydrologischen Station Frizon
Daten aus den Werten der Jahre 1970 - 2010 berechnet

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Avière – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b geoportail.fr (1:16.000)
  2. a b Die Angaben zur Flusslänge beruhen auf den Informationen über die Avière auf sandre.eaufrance.fr (französisch), abgerufen am 28. März 2010, gerundet auf volle Kilometer.
  3. a b c siehe Weblink: Débits caractéristiques de l'Avière
  4. cc-olima-aviere.fr/environnement (französisch)
  5. Banque Hydro - Station A4632010 L'Avière à Frizon [Basse Frizon (Menüpunkt: Synthèse)]