Frizon

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Frizon
Wappen von Frizon
Frizon (Frankreich)
Frizon
Region Grand Est
Département Vosges
Arrondissement Épinal
Kanton Golbey
Gemeindeverband Épinal
Koordinaten 48° 17′ N, 6° 22′ OKoordinaten: 48° 17′ N, 6° 22′ O
Höhe 297–381 m
Fläche 11,75 km2
Einwohner 510 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 43 Einw./km2
Postleitzahl 88440
INSEE-Code
Website www.frizon.mairie.com

Lage der Gemeinde Frizon
im Département Vosges

Frizon ist eine französische Gemeinde mit 510 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im lothringischen Département Vosges in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Épinal und zum 2012 gegründeten Kommunalverband Agglomération d’Épinal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frizon liegt an der unteren Avière, einem Nebenfluss der Mosel, 14 Kilometer nordwestlich von Épinal, der Hauptstadt (chef-lieu) des gleichnamigen Arrondissements. Zu Frizon gehört der Ortsteil Le Voivre.

Das Gemeindegebiet von Frizon erstreckt sich beidseitig eines 3,5 Kilometer langen Abschnittes des Mosel-Zuflusses Avière, der im Bereich der Gemeinde kleinere Bäche aus dem nach Westen ansteigenden Plateau aufnimmt. Einer dieser Bäche, der Poinsot, teilt das besiedelte Gebiet in ein Unter- und ein Oberdorf (Frizon-Basse und Frizon-Haute). Der alte Dorfkern liegt auf einem Sporn oberhalb der Mündung des Poinsot in die Avière.

Über zwei Drittel des 11,75 km² großen Gemeindeareals werden landwirtschaftlich genutzt. Zusammenhängende Waldgebiete finden sich im Norden und Süden der Gemeinde.

Nachbargemeinden von Frizon sind Vincey im Norden, Nomexy im Nordosten, Igney im Osten, Capavenir Vosges und Mazeley im Süden, Bouxières-aux-Bois im Südwesten, Saint-Vallier und Regney im Westen sowie Bettegney-Saint-Brice im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um Frizon war bereits in römischer Zeit besiedelt. Ausgrabungen im Jahr 1934 förderten eine goldene Medaille zutage, die heute im Musée du Chapitre in Épinal aufbewahrt wird. 1861 entdeckte man anhand gleichmäßig behauener Kalksteinplatten eine Römerstraße, die aus Osten kommend in Richtung Mosel nahe an Frizon vorbeiführte.

Im Jahr 1104 taucht der Ort als Frezonis Villa erstmals in einer Urkunde des Priorates Belval (in der heutigen Gemeinde Portieux an der Mosel) auf.

1574 unterstanden die Dörfer Ober- und Nieder-Frizon Claude Bussignécourt, dem Herren von Damelevières.

Nach massiven Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges durch die Schweden und die Truppen Ludwigs XIV. errichtete Herzog Stanislaus I. Leszczyński im achtzehnten Jahrhundert ein Jagdschloss, das heute als Restaurant dient.[1]

Kirche St. Martin
Lavoir
Rathaus

Durch den Dammbruch von Bouzey am 27. April 1895 wurden die drei Brücken im Dorf weggespült und Teile des Dorfes überschwemmt. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Vom Orkan, der am 11. Juli 1984 über der Region wütete, haben sich die Wälder um Frizon nur sehr langsam erholt.[2]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2014
Einwohner 320 373 400 397 430 377 413 501

Seit den 1970er Jahren ist die Einwohnerzahl von Frizon auf einem gleichbleibenden, leicht schwankenden Niveau. Das Ziel der Gemeinde ist, die Schwelle von 500 Einwohnern zu erreichen, um langfristig den Betrieb der Grundschule zu sichern.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfkern mit Lavoir und gotischer Kirche St. Martin mit Chor aus dem 16. Jahrhundert
  • Renaissance-Ausstattung im Erdgeschoss eines Hauses in der Allée des Marronniers 230, die 2009 zum Monument historique erklärt wurde[3]
  • kleines Agrarmuseum, dass von Mai bis Oktober sonntags geöffnet ist

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft spielt auch heute noch eine wichtige Rolle in Frizon. Neben den Beschäftigten in kleinen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben (unter anderem eine Bäckerei) sind die Pendler in das nahegelegene 70 ha große Gewerbegebiet (Zone industrielle) Épinal-Nomexy die größte Gruppe der Erwerbstätigen in Frizon. Seit einigen Jahren gibt es auch in Frizon Bestrebungen, den früher westlich der Vogesen verbreiteten Weinbau wieder anzukurbeln.[4]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frizon wird durch die Anschlussstelle Nomexy der zweispurigen Route nationale 57 von Nancy nach Épinal erschlossen. Die Départementsstraße 6 führt von Frizon nach Nomexy und nach Mazeley. Der vier Kilometer entfernte Haltepunkt Châtel-Nomexy liegt an der dem Moseltal folgenden Bahnlinie Nancy-Épinal-Remiremont, die vom Unternehmen TER Lorraine betrieben wird.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frizon auf memim.com (Memento des Originals vom 26. März 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/memim.com (englisch), abgerufen am 18. März 2015.
  2. a b Artikel über Frizon auf vosgesmatin.fr@1@2Vorlage:Toter Link/www.vosgesmatin.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (französisch, pdf-Datei).
  3. Liste des immeubles protégés au titre des monuments historiques en 2009 (französisch).
  4. Le.vin.bleu.free.fr (französisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frizon – Sammlung von Bildern