Bad Faulenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bad Faulenbach
Stadt Füssen
Koordinaten: 47° 33′ 55″ N, 10° 41′ 34″ O
Eingemeindung: 1. November 1921
Postleitzahl: 87629
Ortskern mit Kirche (2008)
Ortskern mit Kirche (2008)

Bad Faulenbach ist ein Stadtteil von Füssen im schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Der Ort wurde 1921 eingemeindet und 1968 als Kneippkurort anerkannt. Heute ist Bad Faulenbach ein Kur- und Urlaubsort mit vielen kleinen Kurhotels und Ferienhäusern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Faulenbacher Tal ist eine Senke am westlichen Ende des Falkensteinkamms bei Füssen, durch die der Faulenbach vom Alatsee durch den Mittersee und Obersee fließt. Die nördliche Begrenzung bildet der Kobel, der einen künstlichen Durchbruch für die Zufahrtsstraße von Füssen besitzt: die Morisse. Zwei künstliche Weiher zeugen vom ehemaligen Gipsabbau: der Gipsbruchweiher und das Gipsbruchloch.

Das Tal ist eine Karstlandschaft mit schwefelfaltigen Quellen und durch Subrosion entstandenen Dolinen. Vom Bayerischen Landesamt für Umwelt wird es als geowissenschaftlich sehr bedeutend und wertvoll eingestuft. Es ist als Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet geschützt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde in einer Höhle am Ländeweg belegen, dass das Faulenbacher Tal schon in der Steinzeit besiedelt war. Im Römischen Reich wurde die Via Claudia Augusta angelegt, die durch das Tal führte und den Lech auf einer wenig flussaufwärts gelegenen Brücke überquerte. Mit dem Ende des Römischen Reichs ging Faulenbach in den Besitz des Papstes über, der es 1014 an Kaiser Heinrich II. übereignete, der es kurze Zeit später dem Hochstift Bamberg schenkte. Die Verwaltung oblag vermutlich schon damals dem Kloster Sankt Mang.

Der wirtschaftliche Reichtum von Faulenbach wurde begründet durch die Heilquellen, Fischzucht in Weihern entlang des Faulenbachs und Forstwirtschaft. Vom Anfang des 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Faulenbach Gips abgebaut. Der Faulenbach betrieb mehrere Getreide- und Gipsmühlen.

Nach der Auflösung des Klosters Sankt Mang gingen sein Besitz an das Fürstenhaus Oettingen-Wallerstein, 1839 dann an den Freiherrn von Ponickau. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich der Tourismus zur wirtschaftlichen Grundlage von Faulenbach.[1] Nach dem Bau des Wasserwerks im Baumgarten 1875 lieferte Faulenbach Trinkwasser nach Füssen. 1909 erwarb die Stadt Füssen das ehemalige Kloster und damit auch das Faulenbacher Tal. Am 1. November 1921 wurde Faulenbach in die Stadt Füssen eingemeindet.[2] 1968 wurde Bad Faulenbach als Kneippkurort anerkannt.

Sport und Freizeitangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Obersee mit Freibad

Im Faulenbacher Tal befinden sich außer den ganzjährig für Trainings- und Wettkampfzwecke nutzbaren Skisprungschanzen Faulenbach-Schanzen zwei Freibäder am Mittersee und am Obersee sowie sechs Tennisplätze.

Ebenfalls im Faulenbacher Tal gelegen sind eine Kneippanlage, ein Minigolfplatz und das Tal der Sinne mit dem Pfad der Sinne.[3] Viele Wanderwege führen durch das Faulenbacher Tal und die angrenzenden bewaldeten Hänge.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maximilian von Lingg (1842–1930), Bischof von Augsburg, starb am 31. Mai 1930 in dem von ihm auf dem elterlichen Anwesen gegründeten Priestererholungshaus "Ulrichsheim" in Bad Faulenbach. Zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum ließ er 1915 in Bad Faulenbach die Kirche St. Max erbauen.
  • Oskar Freiwirth-Lützow (1862–1925), Künstler, der im Stil des bürgerlichen Realismus um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert malte, lebte über zehn Jahre bis zu seinem Tod in Faulenbach.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Stadt Füssen. Stadt Füssen, abgerufen am 30. Mai 2021.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 468.
  3. Der Pfad der Sinne auf fuessen.de, abgerufen am 20. November 2015
  4. Wandern im Sommer (Memento vom 21. November 2015 im Internet Archive) auf fuessen.de, abgerufen am 20. November 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bad Faulenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien