Bahnstrecke Phnom Penh–Poipet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Phnom Penh–Poipet[1]
Bahnhof Sisophon (2011)
Bahnhof Sisophon (2011)
Streckenlänge:386 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,00 Phnom Penh
BSicon .svgBSicon ABZgl.svgBSicon STR+r.svg
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon KDSTe.svg
Bahnbetriebswerk
Bahnhof ohne Personenverkehr
6,72 Pouchentong
BSicon .svgBSicon ABZg+l.svgBSicon CONTfq.svg
Flughafen Phnom Penh BSicon FLUGg.svg
Bahnhof ohne Personenverkehr
9,40 Phlov Bambaek
   
Bahnstrecke Phnom Penh–Sihanoukville
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
12,04 Samraong
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
17,83 Tuoal Lieb
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
26,01 Trapeang Tnaot
Bahnhof, Station
31,44 Bat Doeng
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
36,92 Trach Tong
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
42,56 Damnak Smach
   
46,42 Stueng Krang Ponley (72,6 m)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
47,13 Tbaeng Khpos
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
55,67 Meanok
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
66,94 Krang Lvea
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
71,21 Peareang
   
75,07 Stueng Leang Sangkae
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
76,46 Romeas
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
93,83 Krang Skear
   
zum Flughafen Kampong Chhnang
   
110,77 Stueng Khnea (54,9 m)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
111,15 Kdol
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
124,40 Bamnak
   
124,75 Stueng Bamnak
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
133,46 Kamraeng
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
148,12 Totueng Thngai
   
(75 m)
   
163,99 Stueng Poussat
Bahnhof, Station
165,47 Pursat
   
166,21 (63 m)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
173,16 Snam Preah
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
179,73 Trapeang Chong
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
187,54 Boeng Khnar
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
197,69 Svay Doun Kaev
   
198,20 Stueng Svai Daun Kaev (65,4 m)
Strecke – geradeaus
Grenze Kambodscha/Thailand 1941–1946
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
209,60 Kalaom Phluk
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
214,75 Prey Svay
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
223,10 Moung Ruessi
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
231,67 Kaoh Char
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
236,64 Kouk Trom
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
244,24 Phnum Thipakdei
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
251,95 Svay Cheat
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
256,24 Reang Kesei
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
262,13 Ou Sralau
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
268,16 Ou Dambang
   
270,29 Stueng Sangkae (108,9 m)
Bahnhof, Station
273,05 Battambang
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
279,37 Syem
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
284,54 Ou Ta Ki
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
298,17 Chondeur Sva
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
306,22 Chrouy Sdau
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
310,33 Tuol Samraong
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
315,77 Phnum Touch
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
321,93 Chamkar Chek
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
326,00 Banteay Neang
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
330,20 Mongkol Borey
   
330,93 Stueng Mongkol Borey (61,5 m)
   
336,17 Stueng Sisophon (64,3 m)
Bahnhof, Station
337,31 Sisophon auch: Serei Saophoan
   
338,30 Betriebsende 1970–2018
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
342,38 Tuek Thla
   
342,79 Stueng Sisophon (91,6 m)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
350,40 Sala Samraong
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
356,80 Souphi
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
370,11 Koub
Bahnhof, Station
384,30 Poipet
   
385,05 O Sru / Khlong Luek
Strecke – geradeaus
386,00 Grenze Kambodscha / Thailand

Die Bahnstrecke Phnom Penh–Poipet (Nordbahn) ist eine von zwei Hauptbahnstrecken in Kambodscha.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1880er Jahren wurde über den Bau einer Eisenbahnstrecke von Saigon nach Phnom Penh über Tây Ninh nachgedacht, die über Battambang an die thailändische Grenze weitergeführt werden sollte. Diese Strecke hätte eine Länge von 645 km erreicht.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aber erst 1923 wurde ein erstes Teilstück davon konkret geplant, der Abschnitt von Phnom Penh nach Mongkol Borey. Mit dem Bau und späteren Betrieb der Bahn wurde am 23. November 1928 die Compagnie générale des colonies betraut.[3] Baubeginn war am 4. Juli 1929, als König Sisowath I. und der Generalgouverneur von Indochina, Pierre Marie Antoine Pasquier, den ersten Spatenstich vornahmen. Eröffnet wurde die Strecke 1932/33 in drei aufeinander folgenden Teilen. Sie war für Kambodscha besonders wichtig und damit rentabel: Über die Bahn konnte der Reis aus den Anbaugebieten auch während der Trockenzeit nach Phnom Penh gebracht werden, was bisher ausschließlich Aufgabe der Binnenschifffahrt gewesen und in der Trockenzeit nur bedingt möglich war. Ein weiteres Motiv für den Bahnbau war die Befürchtung, dass die 1926 fertig gestellte thailändische Ostbahn den Handel nach Thailand ableiten könnte, statt ihn in Französisch-Indochina zu halten.[2]

Die Topografie war im Bereich der Trasse zwar flach, aber eine weite Überschwemmungsebene mit Flüssen, die in einer Regenzeit auch die Lage ihres Flussbettes änderten. Dies machte den Unterbau aufwändig und teuer, so dass die Baufortschritte langsam waren. Der Abschnitt Saigon–Phnom Penh kam über einige Erdarbeiten im Bereich von Saigon nicht hinaus, bevor das Projekt 1929 wegen Geldmangel eingestellt wurde. Die Streckenverlängerung von Mongkol Borey in Richtung Poipet an der thailändischen Grenze dagegen ging langsam voran: Bis 1940 war ein Teil der Erdarbeiten bis Sisophon und darüber hinaus durchgeführt, als Japan das Land besetzte.[2] Kambodscha wurde geteilt: Dessen westliche Provinzen hatte Thailand mit Verträgen 1904 und 1907 an Frankreich abtreten müssen, nun – im Zweiten Weltkrieg mit Japan und den Achsenmächten verbündet – holte es sie sich wieder und sorgte für eine schnelle Fertigstellung der Strecke.[4] Seit dem 8. Dezember 1941 nutzte sie das japanische Militär[2], seit dem 10. April 1942[5] verkehrten hier thailändische Zivilzüge bis – ins nun thailändische – Battambang.

Unterbrechungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1946 holte sich Frankreich allerdings das 1940 verlorene Gebiet wieder, woraufhin Thailand das Gleis zwischen dem thailändischen Grenzbahnhof Khlong Luek und der Grenze beseitigte.[5] 1949 erhielt Kambodscha formal seine Unabhängigkeit, aber die Bahn fuhr weiter unter französischer Regie. Erst 1952 wurde sie an Kambodscha übergeben und in der Folge in Chemins de Fer Royeaux du Cambodge (CRC) (Königlich Kambodschanische Eisenbahn) umbenannt. In der Folge konnten sich Kambodscha und Thailand 1954/55 über die Wiederaufnahme des Eisenbahngrenzverkehrs einigen. Thailand verlegte das 1947 abgetragene Gleis wieder und seit dem 22. April 1955 verkehrte zweimal in der Woche ein Zug zwischen dem kambodschanischen Grenzbahnhof Poipet und der nächstgrößeren thailändischen Stadt, Aranyaprathet. Grenzüberschreitender Fernverkehr fand nicht statt.[6]

Nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen aufgrund völlig unterschiedlicher politischer Haltungen (Thailand war inzwischen enger Verbündeter der USA, Kambodscha versuchte in dem sich anbahnenden Vietnamkrieg Neutralität zu wahren) wurde dieser minimale Verkehr am 25. November 1958 erstmals eingestellt, zum 27. Februar 1959 aber wieder aufgenommen.[5] 1961 kam es zu einem Grenzstreit zwischen beiden Ländern um das Gelände des antiken Tempels von Prasat Preah Vihear.[7]

Dieser Grenzstreit führte zum erneuten Abbruch der diplomatischen Beziehungen am 23. Oktober 1961. Vier Tage später wurde der grenzüberschreitende Eisenbahnverkehr erneut eingestellt[5] und Thailand demontierte das zur Grenze führende Gleis erneut.[8]

Nach dem Putsch des US-freundlichen Generals Lon Nol gegen Prinz Norodom Sihanouk näherte sich Kambodscha politisch wieder Thailand an, so dass zum 2. November 1970 der Verkehr mit zwei bis drei Zügen pro Woche erneut aufgenommen wurde.[9] Am 2. Juli 1974 wurde er aber erneut unterbrochen, als in Kambodscha die Roten Khmer zusehends die Kontrolle gewannen.[10]

Betriebseinstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1974 demontierten die Roten Khmer 48 km des Gleises auf der kambodschanischen Seite der Grenze, westlich von Sisophon.[11]

Auf der Strecke verkehrten keine Züge mehr, die Anlagen verrotteten oder wurden sogar überbaut. Auf einigen Streckenabschnitten boten Einheimische für Touristen Fahrten mit dem „Bambus-Express“ an, kleine zweiachsige, aus Bambus gezimmerte Fahrzeuge, die von einem Benzinmotor angetrieben wurden.[12]

Neueröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuer Bahndamm mit Ausweichgleis in Khlong Luek, Thailand, während des Neubaus

Diese fehlenden 48 km Gleis zwischen Sisophon und der thailändischen Grenze wurden inzwischen ergänzt und die Strecke am 22. April 2019 in Anwesenheit der Premierminister beider Länder, Hun Sen und Prayut Chan-o-cha, (wieder)eröffnet. Die Asian Development Bank hat das Vorhaben mit einem Kredit über 13 Mio. US$ mit finanziert.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Krause: Der Zug im Reisfeld. Eisenbahnen in Vietnam und Kambodscha – ein Reisebericht. In: EisenbahnGeschichte 68 (Februar/März 2015), S. 72–75.
  • B. R. Whyte: The Railway Atlas of Thailand, Laos and Cambodia. White Lotus Co Ltd, Bangkok 2010, ISBN 978-974-480-157-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben nach Whyte, S. 59ff; Karten 22, 23, (aktualisiert).
  2. a b c d Whyte, S. 159.
  3. Whyte, S. 163.
  4. Whyte, S. 164.
  5. a b c d Whyte, S. 37.
  6. Whyte, S. 37, 159.
  7. Whyte, S. 160.
  8. Whyte, S. 35.
  9. Whyte, S. 160.
  10. Whyte, S. 35, 37.
  11. Whyte, S. 37, 160, 164.
  12. Krause, S. 75
  13. AFP-Jiji: Cambodia and Thailand reconnected by rail after 45 years. In: The Japan Times vom 25. April 2019; abgerufen am 25. April 2019.