Schienenverkehr in Kambodscha

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Empfangsgebäude Phnom Penh
Bahnhofshalle Phnom Penh
Fahrkartenschalter Phnom Penh
Zug in Kambodscha in den 1950er-Jahren

Der Schienenverkehr in Kambodscha litt unter Kriegen und allgemeiner Unsicherheit im Land. Die Infrastruktur verrottete ab Mitte des 20. bis Anfang des 21. Jahrhunderts zusehends. Versuche, sie wieder in Stand zu setzen, fruchteten erst 2015/16 mit der Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Phnom Penh–Sihanoukville.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau einer ersten Eisenbahnstrecke in Kambodscha, der Nordbahn, wurde von der Kolonialverwaltung von Französisch-Indochinas 1929 begonnen und in Abschnitten bis zum 1. Juni 1933 bis Mongkol Borei eröffnet. Die Verlängerung bis Poipet und der Anschluss an die thailändische Ostbahn in Aranyaprathet geschah erst im Zweiten Weltkrieg, als diese Landesteile vorübergehend durch Thailand annektiert waren.

Nachdem Frankreich 1952 den Eisenbahnbetrieb an Kambodscha übergeben hatte, wurde die Staatsbahn in Chemins de Fer Royaux du Cambodge (CRC) (Königlich Kambodschanische Eisenbahn) umbenannt. Der grenzüberschreitende Eisenbahnverkehr nach Thailand fand in den folgenden Jahrzehnten bei günstiger politischer Lage zwischen den benachbarten Ländern statt, verschlechterte sich diese, wurde er unterbrochen, die Gleise im Grenzbereich sogar abgetragen. Am 2. Juli 1974 war endgültig Schluss, als in Kambodscha die Roten Khmer zusehends die Kontrolle gewannen.[1]

Die Südbahn mit einer Länge von 262 km, davon 253 km Neubaustrecke, wurde zwischen 1960 und 1969 von der Bundesrepublik Deutschland, China und Frankreich gebaut, nachdem durch die Auflösung von Französisch-Indochina 1954 und die Selbständigkeit von Kambodscha dieses nun keinen inländischen Überseehafen mehr hatte. Die Strecke verbindet Phnom Penh mit dem zu diesem Zweck ausgebauten Hafen von Sihanoukville am Golf von Thailand.[2]

Während der Herrschaft der Roten Khmer wurde der Eisenbahnbetrieb in Kambodscha eingestellt und die Eisenbahninfrastruktur zerstört oder beschädigt, der Abschnitt der Nordbahn zwischen der thailändischen Grenze und Sisophon demontiert.

Nach der Vertreibung der Roten Khmer 1979 begann in den achtziger Jahren die Wiederherstellung der Südbahn sowie der Nordbahn bis Battambang. 1991 konnte die Nordstrecke bis Sisophon wieder in Betrieb genommen werden. In den folgenden Jahren verfiel der Eisenbahnbetrieb über lange Jahre: Auf der Nordbahn wurde der Verkehr eingestellt, die Südbahn wurde bis 2016 nur im Güterverkehr bedient.

Plakat am Bahnhof Phnom Penh im April 2016
Ankündigung Wiedereröffnung für Personenverkehr 9. April 2016

Die Regierung hat den Eisenbahnbetrieb zum 12. Juni 2009 auf 30 Jahre als Konzession an Toll (Cambodia) Co., Ltd., die im Geschäftsverkehr als Toll Royal Railway firmiert, vergeben, ein Joint Venture der australischen Toll Group und der kambodschanischen Royal Group.[3] Ende 2014 gab die Toll Group bekannt, ihren 55-%-Anteil abzugeben und sich aus dem Joint Venture zurückzuziehen.[4][5] Das Unternehmen ist nunmehr zu 100 % in der Hand der Royal Group und änderte seinen Namen im Jahr 2015 in Royal Railway.

Seit April 2016 fahren wieder Personenzüge auf der Südbahn, zumindest an Wochenenden und Festtagen[6]. Güterzüge fahren jeden Werktag[7], unter anderem wird Treibstoff in sechs Blockzügen pro Woche nach Phnom Penh befördert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B. R. Whyte: The Railway Atlas of Thailand, Laos and Cambodia. White Lotus Co Ltd, Bangkok 2010, ISBN 978-974-480-157-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Whyte, S. 35, 37.
  2. Whyte, S. 161.
  3. Homepage der Toll Royal Railway; Whyte, S. 164.
  4. Toll divests its stake in Cambodia railway. Toll Group, 22. Dezember 2014.
  5. Toll Group divests Cambodian railway stake. In: Railway Gazette, 22. Dezember 2014.
  6. Passenger Train. Royal Railway Cambodia, 6. Mai 2016, abgerufen am 7. November 2016 (englisch).
  7. News updated for February 2016. 6. Mai 2016, abgerufen am 7. November 2016 (englisch).