Banliyö Trenleri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Logo der TCDD

Banliyö Trenleri ist die Bezeichnung mehrerer S-Bahn-ähnlicher Vorortbahnsysteme in der Türkei. Sie sind mit den spanischen Cercanías-Linien vergleichbar. Das Wort stammt vom französischen Wort Banlieue, was so viel wie Vorstadt bedeutet. Die Strecken werden von der türkischen Staatsbahn (TCDD) betrieben. Banliyö-Trenleri gibt es in Istanbul, Ankara, Izmir und Adapazarı. Eine Linie in Gaziantep ist in Planung.

Betriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn Istanbul (Blau)
Einbettung des Banliyö Trenleri (grün) in das Istanbuler Verkehrsnetz

İstanbul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: S-Bahn Istanbul

Die im Rahmen der Banliyö Trenleri in Istanbul verlaufen auf beiden Seiten des Bosporus am Marmarameer entlang nach Westen und Osten. Ausgangspunkte sind die Istanbuler Innenstadtbahnhöfe Sirkeci auf dem 30 Kilometer langen westlichen Zweig und Haydarpaşa auf dem 44 Kilometer langen Ostzweig. Im Rahmen des Marmaray-Projekts wurden beide Strecken miteinander verbunden, wobei der Bahnhof Sirkeci untertunnelt wurde, während der Bahnhof Haydarpaşa nordöstlich umgangen und stillgelegt wurde.

Ankara[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banliyö-Linie in grau im bestehenden U-Bahn-Netz Ankaras (einschließlich in Bau befindlicher Erweiterungen)

Die in Ankara betriebene Strecke führt vom Vorort Sincan über den Hauptbahnhof weiter zur Station Kayaş im Stadtbezirk Mamak im Osten Ankaras. Insgesamt werden auf der Linie 28 Stationen angefahren. Eine Verlängerung von Sincan nach Ayaş ist in Planung. Das System ist rund 35 km lang.

İzmir[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn Izmir (Rot/Orange)
Hauptartikel: S-Bahn Izmir

Am 30. August 2010 wurde die aus zwei Linien bestehende S-Bahn namens İzban in Betrieb genommen. Linie 1 führt vom Hauptbahnhof Alsancak über Halkapınar und den Flughafen nach Torbalı. Diese Linie ist rund 50 km lang. Linie 2 führt vom Hauptbahnhof in Richtung Norden über Halkapınar, Karşıyaka, Çiğli und Menemen nach Aliağa. Insgesamt werden auf dieser Linie auf 56 km 22 Stationen bedient.

Das Netz ist insgesamt rund 106 km lang. Außerdem verkehren Regionalzüge von/nach Ödemiş, Tire, Söke, Aydın, Nazilli, Manisa und Denizli. Im Endausbau sollen auch die Städte Selçuk und Bergama mit der S-Bahn verbunden werden.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

İzban-Zug der Baureihe E22000 des spanischen Herstellers CAF am Flughafen von İzmir

Eingesetzt werden elektrische Triebzüge hauptsächlich französischer Herstellung (Alstom). Inzwischen werden in Ankara und Istanbul auch moderne Triebwagen der Firma Hyundai eingesetzt. Diese werden in Adapazarı (Türkei) produziert. Im Raum Izmir verkehren u. a. Fahrzeuge der spanischen Firma CAF.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste S-Bahn-Linie in der Türkei wurde in Istanbul eingerichtet: Die Strecke von Küçükçekmece nach Yedikule wurde am 4. Januar 1871 eröffnet, die Fortsetzung von Küçükçekmece nach Halkalı folgte am 22. April 1872. Am 27. Juli 1872 wurde der Bahnhof Sirkeci im Osten des europäischen Streckenabschnitts erreicht. Der asiatische Streckenzweig wurde zwischen 1872 und 1873 errichtet.

Inzwischen wurden alle Strecken modernisiert, elektrifiziert und mit Signalen ausgestattet. Im Raum Izmir wurde sogar die gesamte alte Infrastruktur abgerissen und durch neue Bahnhöfe, Gleise usw. ersetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]