Bantikow

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Bantikow
Koordinaten: 52° 56′ 17″ N, 12° 27′ 10″ O
Höhe: 37 m ü. NHN
Einwohner: 451 (2015)
Eingemeindung: 31. Dezember 1997
Postleitzahl: 16868
Vorwahl: 033979

Bantikow ist ein Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen/Dosse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Nordosten Brandenburgs. Am 1. April 2010 hatte Bantikow 453 Einwohner. Das Dorf liegt am sogenannten Untersee (auch „Bantikower See“ genannt) und gewinnt aufgrund seiner landschaftlich günstigen Lage in jüngerer Zeit Bedeutung für den Fremdenverkehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Archäologie geht auf Grund von gesicherten Siedlungsspuren davon aus, dass der Ort Bantikow bereits über 1000 Jahre alt ist. Erstmals schriftlich wird der Ort 1307 als Banttecowe genannt. In diesem Jahr stellten die Grafen von Schwerin in Bantikow eine Urkunde für das Kloster Stepenitz aus. 1364 ist die Nennung in bantekowe, 1487 Bantkow, 1753 Bantikow. Grundform des Ortsnamens ist das altslawische Wort Badk-ow und bedeutet Ort eines Badk. Der Personenname Badk ist eine Kurzform zu Vornamen wie Badislav.

Von vor 1339 bis 1438 gehörte Bantikow zur Herrschaft Fretzdorf. Seit vor 1470 bis 1738 war ein Anteil mit Rittersitz im Besitz des Gutes Fretzdorf bzw. des Gutes Wulkow. Der zweite Anteil mit einem Rittersitz gehörte von vor 1536 bis 1810 der Familie von Grabow zu Bantikow, die nach 1738 auch den ersten Anteil erhielt. Von 1810 bis 1816 verfügte die Familie von Grumbckow zu Bantikow und von 1816 bis nach 1840 Familie Krüger über beide Rittersitze und seit 1738 über das ganze Dorf. 1893 wird ein Herr Roloff, 1910 Herr Paul Meihsner und 1920 der Bauunternehmer Dr. Paul de Gruyter als Gutsbesitzer genannt.

Ferienlager Bantikow

Aus dem Jahre 1792 stammt die Dorfkirche, ein verputzter neugotischer Saalbau aus Backstein. Das Kirchenschiff ist außen ein Polygon mit flachen Strebepfeilern, innen ist sie mit rundem Ostschluss versehen. Die Fenster sind in Stichbogen geschlossen, vier davon sind bleiverglaste Buntfenster. Der hölzerne Dachturm auf dem Westende des Schiffes stammt aus der Entstehungszeit der Kirche. Die Orgel von Friedrich Hermann Lütkemüller ist aus dem Jahr 1876.

Aus dem Jahre 1906 stammt ein schlossähnlicher Neubarockbau, der über einem älteren Kern errichtet worden ist. Der dazugehörige Park ist eine ca. 15 ha große landschaftlich gestaltete Anlage aus dem 19. Jahrhundert. Das Schloss fungierte nach dem Zweiten Weltkrieg als LDPD-Zentralparteischule „Dr. Wilhelm Külz“ und nach 1990 vorübergehend als Lehrgangsstätte der Bundesanstalt für Arbeit, wurde um das Jahr 2000 von dem Bauunternehmer Kurt Glass gekauft und in ein Kur- und Wellnesshotel umgewandelt. 1963 wurden hier Szenen des Films Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen gedreht.

Zu DDR-Zeiten wurden im Ort mehrere Kinder-Ferienlager errichtet und unterhalten. Kinderferienlager - des VEB Zellstoffwerke Wittenberge - der Molkereigenossenschaft Kyritz - vom Elektroanlagenbau Kyritz (EAB) - Jugendheim - Kinderdorf - Zeltlager der Krankenanstalten Perleberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – A–M. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-032-6, S. 22 ff.
  • Georg Piltz, Peter Garbe: Schlösser und Gärten in der Mark Brandenburg. Seemann, Leipzig 1987, ISBN 3-363-00063-4, S. 187, 194.
  • Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg, Band 1, Heft 2 Ostprignitz, 1907, S. 2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]