Goldschmidt (Familie)

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Die Familie Goldschmidt ist aschkenasischer Herkunft und entstammt ursprünglich einer Geldwechsler- und Bankiersfamilie in Frankfurt am Main. Sie stammt von Mosche Goldschmidt und seiner Frau Bela ab, die sich im Jahr 1521 in der Frankfurter Judengasse im Haus Goldener Schwan niederließen. Ursprünglich waren sie, wie auch andere jüdische Familien, nach Frankfurt gekommen, nachdem sie 1498 aus Nürnberg vertrieben worden waren.[1] Nach dem Frankfurter Fettmilch-Aufstand 1614 verließ die Familie Goldschmidt Frankfurt wieder. Einige Mitglieder ließen sich daraufhin in Kassel nieder. 1634 kehrte deren Nachkomme, der Geldwechsler Mayer Baruch (Benedikt) Kassel wieder nach Frankfurt zurück, heiratete Bella Bölgen Buchsbaum und führte fortan den Familiennamen Goldschmidt-Kassel.[2][3]

Die Familie Goldschmidt war beruflich und familiär besonders mit der deutsch-jüdischen Familie Bischoffsheim aus Mainz verbunden, welches zu der gemeinsamen Gründung der Pariser Bank Bischoffsheim, Goldschmidt & Cie führte.[4] Diese ging 1863 in der in Amsterdam ansässigen Nederlandsche Credit en Deposito Bank (Französisch „Banque de crédit et de dépôt des Pays-Bas“) auf, welche 1872 wiederum mit der Banque de Paris zur Banque de Paris et des Pays-Bas fusionierte (abgekürzt „Paribas“). Dieses Unternehmen wurde wiederum 1999 von der französischen Bank Banque nationale de Paris (abgekürzt „BNP“) übernommen, welche seitdem unter dem Namen BNP Paribas firmiert.[5]

Der britische Zweig der Familie anglisierte seinen Familiennamen zu Goldsmith, beginnend mit Frank Goldsmith (1878–1967). Das bekannteste Mitglied dieser Familie im 20. Jahrhundert war der Milliardär James Goldsmith. Das heute bekannteste Mitglied ist Zac Goldsmith, Mitglied des britischen Parlaments („Member of Parliament“) für den Wahlbezirk Richmond Park (London).

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. « Goldschmidt » auf Judengasse.de
  2. « Goldschmidt-Kassel » auf Judengasse.de
  3. Kirchholtes, Hans-Dieter: „Jüdische Privatbanken in Frankfurt am Main“, Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1989, S. 26, ISBN 3-7829-0351-X
  4. Cilli Kasper-Holtkotte: „Im Westen Neues: Migration und ihre Folgen: deutsche Juden als Pioniere jüdischen Lebens in Belgien, 18./19. Jahrhundert“, Brill Verlag, Leiden 2003, S. 181–186, ISBN 9004131094
  5. «BNP Paribas» auf bnpparibas.com
  6. Wolfschmidt, G.: Astronomisches Mäzenatentum. Nuncius Hamburgensis. ISBN 978-3-8370-3304-5 (google.at).
  7. M. Martischnig: Spiegl von Thurnsee, Edgar d. J.. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 13, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2007–2010, ISBN 978-3-7001-6963-5, S. 21 f. (Direktlinks auf S. 21, S. 22).
  8. Georg Gaugusch: „Wer einmal war - Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800 - 1938 - A-K“, Amalthea Signum Verlag, Wien 2011, S. 939, ISBN 978-3-85002-750-2

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anthony Allfrey: „The Goldschmidts“, Think Publishing, London 1996, ISBN 978-0-9541363-3-8.
  • Chris Hutchins/ Dominic Midgley: „Goldsmith - Money, Women and Power“, Neville Ness House, Richmond 2015, ISBN 978-0-9933566-2-9.
  • Kirchholtes, Hans-Dieter: „Jüdische Privatbanken in Frankfurt am Main“, Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-7829-0351-X.