Barmer Ersatzkasse

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Barmer Ersatzkasse[1]
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Sozialversicherung gesetzliche Krankenversicherung
Kassenart Ersatzkasse
Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründung 1. Januar 2017[1]
Zuständigkeit Deutschland
Sitz Berlin
Verwaltungssitz Schwäbisch Gmünd, Wuppertal
Vorstand Christoph Straub (Vorsitzender)[2]
Verwaltungsrat Bernd Heinemann (Vorsitzender)
Aufsichtsbehörde Bundesversicherungsamt
Versicherte 9,4 Mio. (1. November 2017)[3]
Haushaltsvolumen 37,3 Mrd. Euro (2017)[4]
Geschäftsstellen 396 (1. November 2017)[4]
Mitarbeiter 15.882 (1. November 2017)[4]
Website www.barmer.de
Hauptverwaltung der Barmer am Standort Wuppertal
Hauptverwaltung der Barmer am Standort Schwäbisch Gmünd

Die Barmer Ersatzkasse (Kurzbezeichnung: Barmer; Eigenschreibweise: BARMER) ist eine deutsche Krankenkasse aus der Gruppe der Ersatzkassen. Mit rund 9,4 Millionen Versicherten ist sie eine der beiden größten Krankenkassen Deutschlands. Als Teil der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Barmer Ersatzkasse eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Sie ist Mitglied im Verband der Ersatzkassen (vdek).

Die neue Barmer Ersatzkasse entstand am 1. Januar 2017 durch die Integration der Deutschen BKK in die Barmer GEK. Die Barmer GEK entstand am 1. Januar 2010 aus der Fusion der am 27. Oktober 1884 errichteten Barmer Ersatzkasse (BEK) und der am 4. Mai 1878 gegründeten Gmünder Ersatzkasse (GEK).

Der Sitz der Barmer Ersatzkasse ist Berlin.[1] Sie verfügt über rund 400 Geschäftsstellen, die 9,4 Millionen Versicherte betreuen (Stand November 2017). 2017 beträgt der Beitragssatz 15,7 %.[3]

Geschichte

1912 entstand aus dem 1867 gegründeten Kaufmännischen Verein für Handlungsgehilfen in Barmen, der späteren Krankenkasse für Handelsangestellte in Barmen e. H. (eingetragene Hilfskasse; 1904) und der am 27. Oktober 1884 gegründeten Krankenkasse des Vereins junger Kaufleute in Görlitz (sogenannte Mutterkasse, Basis für Jubiläumsdaten), deren amtliche Zulassung als Ersatzkasse 1914 folgte, die ursprüngliche Barmer Ersatzkasse. Der Name Barmer Ersatzkasse leitet sich vom Wuppertaler Stadtteil Barmen ab, in dem die Kasse gegründet wurde.[5] Zur Zeit der Gründung war Barmen eine selbständige Großstadt.

Mitgliedskarte, 1955, Front
Mitgliedskarte, 1955, Innanansicht

1932 wurde der Sitz der Hauptverwaltung nach Berlin in die Axel-Springer-Straße (damals Lindenstraße) verlegt. Nachdem die Gebäude durch Kriegseinwirkung stark beschädigt worden waren, siedelte sich die Hauptverwaltung der Barmer zunächst im ostwestfälischen Nieheim und Bad Hermannsborn an, kehrte jedoch 1956 nach Wuppertal-Barmen zurück. Heute befindet sich am Sitz der einstigen Hauptverwaltung die Berliner Zweigstelle des Unternehmens. Hinzu kam ein Neubau, der an den inzwischen denkmalgeschützten Bereich angegliedert wurde. Beide bilden den Gebäudekomplex Ort der Erinnerung. Die damals rund 7,2 Millionen Versicherten der Barmer wurden von ca. 19.500 Mitarbeitern in rund 1000 Geschäftsstellen und der Zentrale in Wuppertal betreut. Die Barmer war eine der größten Krankenkassen in Deutschland und Europa.

Am 1. Januar 2010 fusionierten die Barmer und die am 4. Mai 1878 gegründete Gmünder Ersatzkasse (GEK) zur Barmer GEK. Die Zentralverwaltungen der beiden Vorgängerkassen in Wuppertal (ca. 1700 Mitarbeiter) und Schwäbisch Gmünd (ca. 800 Mitarbeiter) blieben auch nach der Fusion die administrativen Hauptsitze.[6] 2014 gab es rund 690 Geschäftsstellen bundesweit.[6] Mit Pressemitteilung vom 24. Februar 2014 teilte die Barmer GEK mit, dass die Zahl der Geschäftsstellen bis 2018 auf rund 400 reduziert werden und gleichzeitig in den Aufbau der Telefon- und Onlineservices investiert werden soll. Mit einer Neuausrichtung der Organisationsstruktur soll demnach auch der Personalbestand mittelfristig um 3.500 Stellen reduziert werden, so dass rund 11.500 Vollzeitstellen verbleiben sollen.[7]

Am 2. März 2016 teilten die Deutsche BKK und die Barmer GEK mit, dass sie einen Vereinigungsvertrag zwecks Zusammenschluss per 1. Januar 2017 unterzeichnet haben.[8] Am 1. Januar 2017 fusionierten beide Krankenkassen zur neuen Barmer Ersatzkasse mit der Kurzbezeichnung Barmer.[1]

Finanzen

Das für das Jahr 2014 veranschlagte Haushaltsvolumen der Barmer GEK betrug in der Krankenversicherung 25,9 Mrd. Euro; weitere 2,9 Mrd. Euro entfielen auf die Pflegeversicherung. Größte Ausgabenposten waren Krankenhäuser mit 8,6 Mrd.Euro, ärztliche Leistungen mit 4,9 Mrd. Euro sowie der Arzneimittelbereich mit 4,6 Mrd. Euro.

Organe

Der Vorstand der Barmer besteht aus drei Mitgliedern. Der Verwaltungsrat als Selbstverwaltung für die Mitglieder besteht aus 30 Mitgliedervertretern.[1]

Informationstechnologie

Zur weiteren Entwicklung der IT und zur Nutzung von Synergie-Effekten hat sich die Barmer im Jahr 2006 im Bereich des IT-Service mit der AOK Berlin, AOK Brandenburg, AOK Mecklenburg-Vorpommern, AOK Rheinland/Hamburg, AOK Sachsen-Anhalt, AOK Schleswig-Holstein und der AOK Westfalen-Lippe zu einer Arbeitsgemeinschaft in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammengeschlossen, der GKV Informatik (GKVI). Seit Oktober 2006 betreibt die GKVI ein gemeinsames Rechenzentrum im Gebäude der heutigen Barmer in Wuppertal-Lichtscheid. Weitere IT-Bereiche wie Anwendungsentwicklung, Spezifikation und Test sind bei den jeweiligen Kassen verblieben.

Berichtswesen

Mit speziellen Reportings will die Barmer das Gesundheitswesen in Deutschland gestalten, wobei die Praxisorientierung der Forschungsaktivitäten wichtiges Anliegen sind. Es gibt jährliche Reports (Arzneimittel, ambulante Versorgung, Heil- und Hilfsmittel, Krankenhausversorgung, Pflegeleistung) und wissenschaftliche Untersuchungen zu den zentralen deutschen Gesundheitsthemen.[9]

Barmenia

Hauptartikel: Barmenia

1922 wurde als Tochtergesellschaft der Barmer die Barmenia Versicherungsbank für Mittelstand und Beamte VaG zu Barmen als private Krankenversicherung gegründet. Das Unternehmen fusionierte im Jahr 1931 mit der Gewerbekrankenkasse zu Leipzig und bot bald auch andere Versicherungsleistungen an. Heute tritt die Barmenia als selbstständiges Unternehmen auf. Hingegen ist im Bereich privater Krankenzusatzversicherungen die HUK-Coburg exklusiver Kooperationspartner.[10]

Weblinks

 Commons: Barmer Ersatzkasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e Satzung vom 1.1.2017. Barmer-Website, abgerufen am 30. Dezember 2016 (PDF; 88 kB).
  2. Der hauptamtliche Vorstand. Website der Barmer, abgerufen am 1. Januar 2017.
  3. a b BARMER: Stabiler Beitragssatz auch 2017. Barmer GEK, Pressemitteilung, 21. Dezember 2016, abgerufen am 1. Januar 2017.
  4. a b c Kerndaten der BARMER (Stand 1. November 2017). In: Geschäftsbericht 2016. BARMER, S. 31 (PDF; 4,60 MB).
  5. Jahrhundertfeier 200 Jahre Barmen (2008) Ein Barmer gründete die BARMER in Barmen
  6. a b Barmer GEK: Daten und Fakten, abgerufen am 29. Mai 2015.
  7. Barmer GEK steht vor umfassender Umstrukturierung. Barmer BEK Presseportal, abgerufen am 24. Februar 2014.
  8. Barmer GEK und Deutsche BKK unterzeichnen Vereinigungsvertrag. Barmer GEK, Pressemitteilung, 2. März 2016, abgerufen am 1. Januar 2017.
  9. Studien und Reports. Website der Barmer, abgerufen am 1. Januar 2017.
  10. https://www.huk.de/produkte/krankenversicherung/barmer-zusatzversicherung.jsp

Koordinaten: 51° 14′ 39″ N, 7° 11′ 5″ O