Baumberger (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Freiherren von Baumberger sind Mitglieder des Adelsgeschlechts von Baumberger, die ihren Besitzschwerpunkt im Rheinland-Pfalz und Preußen hatten.[1] Dieses gräfliche und freiherrliche Geschlecht verstärkte ihren Einfluss durch Eheschließungen mit den Habsburger Reichsfrei- und Edelherren von Coreth zu Coredo und Rumo, welches ein sehr altes (im 12. Jahrhundert), aus Italien nach Coredo im Tirol gekommenes Adelsgeschlecht ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der Abkömmlinge war der hochedle Herr, Caspar von Baumberger († 1651), welcher mit der hochedlen Anna geb. Hundt von Saulheim vermählt war. Er war kaiserlicher Oberst und Kommandant zu Philippsburg, Herr von Rauenberg, Herr in Lahr, Bischweiler sowie Hanhofen. Am Ende seiner Philippsburger Laufbahn hatte er sich zum wohlhabendsten Mann im Fürstbistum Speyer (heutiges Hochstift Speyer) empor geschwungen. Letzteres war ein Territorium im Heiligen Römischen Reich und umfasste die Gebiete in den heutigen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie weitere Gebiete im Unterelsass.

Waghäusel Gedenkstein 1640

Er ließ im Jahre 1640 das Kapuzinerkonvent Waghäusel, kath. Wallfahrtskirche St. Maria auf seine Kosten erbauen.[2] An der nordöstlichen Chorecke der Wallfahrtskirche befindet sich eine entsprechende Inschrift mit dem Wappen der Erbauer, darunter auch das der Hundt von Saulheim. Die Inschrift lautet: „ANO 1640 / P. NOBILIS STRENUUS AC GRATIOSUS DNS D / CASPARIUS BAUMBERGER A RAUENBERG DNS IN LOR / (B)ISWEILER HANHAVEN COLONELLUS ET COMEND / PHILIPSBURGENSIS ET P NOBILIS DANN ANNA / HONDT A SAULHEIM HUNC PP CAPUCINOR` CONVEN / TUM SUIS SUMPTIBUS EXSTRUI FECERUNT“.[3]

Die eigentliche Gründung des Klosters erfolgte in Zusammenhang mit dem Ausbau des Konventes durch den Bauherrn und Stifter Caspar Baumberger. Dieser war bereits 1615 als Capitainleutnant zu Philippsburg in bischöflich speyerischen Diensten; als Hauptmann und Wachtmeister verteidigte er 1634 die neue Festung gegen die Schweden bevor er Oberst und Kommandant zu Philippsburg wurde. Auch im weiteren Verlauf des Dreißigjährigen Krieges zeichnete sich Baumberger aus und erhielt Güter in Kirrlach, Malsch, Rauenberg, Lahr, Bischweiler und Hanhofen; die vier letzteren Ortschaften sind in der vorliegenden Inschrift aufgeführt.

Caspar Baumberger, war ein geschickter deutscher Offizier. Er schlug dem König von Ungarn vor, die Besetzung Philippsburg, welche die Franzosen innehatten, im Monat Januar 1635., während dem Dreißigjährigen Krieg, auf folgende Art zu überfallen. Er berichtete dem König, dass nur 500 bis 600 Mann zur Besatzung darinnen lägen, die ihre Wachten sehr nachlässig versähen, und wenig Pulver hätten. Die Palisaden wären in schlechtem Zustand, und man dachte nicht einmal an ihre Ausbesserung. Es würde nicht fleißig aufgeheizt, und die aufgeheizten Räume frören wegen der strengen Kälte auch bald wiederum zu; dass endlich viele Leute, eine starke Artillerie, viel Geschütze, Vorrat und 200’00 Thaler an Geld darinnen wäre und erbeuten werden könnten. Sein Antrag wurde angenommen. Der brave Kaspar Baumberger suchte einige beherzte Soldaten aus, die er als Fuhrleute verkleidete und nach Philippsburg schickte, als ob sie Wein oder andere Lebensmittel zum Verkaufe brächten. In der Nacht des 24. Januars näherte er sich Philippsburg mit einem ausgesuchten Korps Truppen, und kam bis an den Fuß einiger Stationen. Die verkleideten Soldaten überfielen die Hauptwacht, töteten sie, und befömderten die Erkletterung der Philippsburg. Der Gouverneur wurde mit seiner Besatzung zu Kriegsgefangenen gemacht, und nach Heilbronn abgeführt.[4]

Am 20. Oktober des Jahres 1789 erhob König Friedrich Wilhelm II. einen Familienzweig der Baumberger in den Ritter- und Freiherrenstand.[5] Sie besaßen u. a. das Schloss Siethen[6] und alle dazugehörigen Güter im Kreis Teltow der Provinz Brandenburg, welches sich ursprünglich im Besitze der Familie von Schlabrendorf befand und im Jahre 1817 an den Prinzen von Hohenlohe veräußert wurde.

Einer der Abkömmlinge dieser Linie, Jakob von Baumberger, welcher mit der Freiherrin Anna von Coreth zu Coredo und Rumo vermählt war, liess sich im Rheintal nieder.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Freiherrn von Baumberger

Zum Wappen erhielt die Familie ein von oben nach unten geteiltes Schild. Im rechten goldenen Feld liegt ein roter Querbalken, im linken silbernen Feld steht auf einem goldenen sandigen Hügel ein großer grüner Baum mit drei übereinander stehenden, dickbelaubten Kronen, an welchem unten sechs Wurzeln zu sehen sind. Auf der siebenperligen Freiherrnkrone stehen zwei gekrönte Helme, auf der rechten zeigt sich der eines golden gekrönten und bewehrten, schwarzen Adlers mit roter Zunge und goldenem Schnabel, links sieht man aus dem Helme drei Straußenfedern, rot, silbern, rot, hervorragen. Die Decken des rechten Helmes sind rot und golden, die des linken rot und silbern, und den Schild halten zwei auf einem Marmorpostament stehende, auswärts sehende, golden gekrönte und bewehrte, schwarze Adler als Schildhalter, deren Flügel mit goldenen Kleestengeln belegt sind.[7]

Das Wappen der Familie von Caspar Baumberger beinhaltet einen Baum, von zwei Bären gehalten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Caspar von Baumberger, († 1651) Hochedler Herr, kaiserlicher Oberst und Kommandant zu Philippsburg, Herr von Rauenberg, Herr in Lahr, Bischweiler, Hanhofen, Kirrlach, Lahr sowie Malsch. Er war vermählt mit der hochedlen Anna geb. Hundt von Saulheim († 1660),
  • Gabriele von Baumberg, (* 24. März 1766 in Wien; † 24. Juli 1839 in Linz) war eine österreichische Schriftstellerin und Dichterin
  • Anton Bourguignon von Baumberger (geboren in Heřmanův Městec (Kaisertum Österreich), 8. Juni 1808 – 28. Mai 1879 in Pula, Österreich-Ungarn) war ein österreichisch-ungarischer Admiral. Kaiser Franz Joseph I. von Österreich beförderte ihn vom ranghöchsten österreichischen Leutnant zum Admiral in 1875. Er ist im Marine Friedhof in Pula begraben. Fort Monsival, eine Festung in Pula, wurde umbenannt Fort Bourguignon in seiner Ehre im Jahr 1869.
  • Johann Franz Bourguignon von Baumberger, k.k. Directoral-Hofrath und Geh. Referendar, ward, in Annerkennug seiner Verdienste als Professor des Natur- und Völkerrechts, dann des deutschen und Lebensrechts zu Prag und als Director des juridischen Studiums zu Wien, von der Kaiserin Maria Theresia, aus Allerhöchsteigener Bewegung, lauf Diplom d.d. Wien 8. Oktober 1757 mit dem Prädikat "von Baumberg" in den österreichischen Ritterstand erhoben. Ferner erhielt derselbe als k.k. Hofrath der Obersten Justizstelle und Ritter des k. ungar. St. Stephans-Ordens, wegen seiner Gelehrsamkeit, von derselben Kaiserin, unter gleichzeitiger Verleihung einer Wappenverbesserung und des Titels "Wohlgeboren", laut Diplom d.d. Wien 30. September 1775 den österreichischen Freiherrenstand.[8]
  • Georg Baumberger (1855–1931), Schweizer Journalist und Politiker
  • Gody Baumberger (1918–2009), Schweizer Sportreporter
  • Dr. Hans Ulrich Baumberger (* 1932), Unternehmer und Schweizer Wirtschaftspolitiker, ref., von Oberwangen (heute Fischingen). Sohn des Oberrichters Ulrich, Bäcker- und Konditormeisters. Elisabeth Zobrist, Tochter des Werner Gottfried, Direktors der Appenzeller Bahn. Primar- und Sekundarschule in Herisau, Kantonsschule St. Gallen (Handelsmatura). Dann folgte das Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule St. Gallen (HSG, heute Universität St. Gallen). Von 1955 bis 1963 war er Mitarbeiter am Institut für Betriebswirtschaft der HSG, wo er 1961 promovierte. In der Schweizer Wirtschaft war Baumberger in mehreren Industrie- und Dienstleistungsunternehmen als Verwaltungsrat oder als dessen Präsident tätig. Die ersten Verwaltungsratsmandate übte er ab 1980 bei den Firmen Hasler AG (später Ascom Holding AG) in Bern und der SIG Holding AG in Neuhausen am Rheinfall (Präsident von 1996 bis 1998) aus. Es folgten entsprechende Aufgaben bei der Swissair in Kloten (von 1986 bis 1994), bei der Bank Vontobel in Zürich (ab 1990) und bei den Helvetia Versicherungen in St. Gallen (Präsident von 1996 bis 2001).
  • Josef Baumberger (* 1944), österreichisch-deutscher Filmregisseur und -produzent
  • Otto Baumberger (1889–1961), Schweizer Graphiker und Bühnenbildner
  • Peter Baumberger (* 1942), Schweizer Politiker
  • Robert Baumberger (1895–1986), Schweizer Maler und Grafiker
  • Winfried Baumberger (* 1938), deutscher Industriedesigner und Hochschullehrer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leopold Freiherr von Zedlitz: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band A–D. Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1836 (google.de [abgerufen am 1. Mai 2018]).
  2. Die Inschriften des Grosskreises Karlsruhe, Waghäusel, : Deutsche Inschriften Online. Abgerufen am 18. Februar 2019.
  3. Artur J. Hofmann, Katja Hoffmann: Zeittafel zur Geschichte der Großen Kreisstadt Waghäusel mit den Stadtteilen Kirrlach, Wiesental und Waghäusel (PDF) Große Kreisstadt Waghäusel. 21. Januar 2016. Abgerufen am 2. April 2019.
  4. Ray von Saint Genies: Kriegskunst: Oder: Der Dienst im Felde, für den General, Staabs-Officier, Hauptmann und Subalternen-Officiers : Zwey Theile. Mit Kupfern. Zwote verbesserte und von Druckfehlern gereinigte Auflage. Verlegts Christian Friedrich Günther, Buchhändler in Glogau, 1772 (google.ch [abgerufen am 18. Februar 2019]).
  5. Johann Christian von Hellbach: J. C. von H. ... Adels-Lexikon, oder Handbuch über die historischen, genealogischen und diplomatischen, zum Theil auch heraldischen Nachrichten vom hohen und niedern Adel, besonders in den deutschen Bundesstaaten, so wie von dem östreichischen, böhmischen mährenschen, preussischen, schlesischen und lausitzischen Adel. Ilmenau 1825 (google.de [abgerufen am 1. Mai 2018]).
  6. Eduard Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg; oder, Geschichte der einzelnen Kreise, Städte, Rittergüter und Dörfer in derselben als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karl's IV. Im Selbstverlage des Verfassers, 1857 (google.ch [abgerufen am 1. Mai 2018]).
  7. Preußisches Wappenbuch. Band 2, S. 22.
  8. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser: zugleich Adelsmatrikel der im Ehrenschutzbunde des Deutschen Adels vereinigten Verbande. Julius Perthes., 1877 (google.ch [abgerufen am 10. Juli 2019]).